Fleischsteuer: Politik zeigt sich offen für eine Preiserhöhung von Fleisch

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Fleischsteuer: Wird Fleisch bald viel teurer? Foto: dpa

Wird Fleisch bald viel teurer? Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Fleischsteuer. Jetzt zeigt sich auch die Politik offen für den Vorschlag.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Fleischsteuer. Jetzt wird auch in der Politik über den Vorschlag diskutiert. Das soll die Abgabe für Fleisch, Milch und Eier bringen.

  • Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine Fleischsteuer.
  • Auch CDU, SPD und Grüne zeigen sich offen für teureres Fleisch.
  • Das Ziel ist eine bessere Tierhaltung.

Update, Mittwoch (7. August): Nachdem der Deutsche Tierschutzbund den Vorschlag einer Fleischsteuer gemacht hatte, zeigen sich jetzt auch die Politiker von CDU, SPD und Grüne offen für den Vorschlag.

Politiker begrüßen die Fleischsteuer

Unter anderem wird über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf tierische Produkte diskutiert. Bislang wird Fleisch, wie die meisten anderen Lebensmittel, mit 7 Prozent besteuert. Künftig würde Fleisch dann mit 19 Prozent besteuert.

"Ich bin dafür, die Mehrwertsteuerreduktion für Fleisch aufzuheben und zweckgebunden für mehr Tierwohl einzusetzen", sagte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, gegenüber der Welt.

Umbau der Ställe kostet Milliarden

Auch CDU und SPD halten die Fleischsteuer für einen sinnvollen Vorschlag, um die Landwirte beim nachhaltigen Umbau der Ställe zu unterstützen.

Der Weg zu einer akzeptablen Nutztierhaltung koste Milliarden Euro, die die Landwirte nicht alleine stemmen können, so CDU-Agrarpolitiker Albert Stegemann. Mit einer Erhöhung der Steuer wird das unter anderem auf den Konsumenten abgewälzt.

"Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir eine Fleischsteuer"

Erstmeldung, Dienstag (6. August): Kann sich den Grillspaß im Sommer bald niemand mehr leisten? Oder das Frühstücksei am Sonntag? Nein, so dramatisch ist es nicht.

Nur wenige Cents würden pro Kilo Fleisch oder je Liter Milch reichen, um bereits etwas bewirken zu können, äußerte sich der Verbandspräsident Thomas Schröder gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die CO2-Steuer als Instrument zum Klimaschutz ist bereits in aller Munde. Nun fordert der Deutsche Tierschutzbund eine ähnliche Abgabe auf tierische Produkte.

"Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir auch eine Fleischsteuer", so Schröder. Diese soll jedoch an anderer Stelle eingesetzt werden - und nicht primär aus Klimaschutzgründen.

Fleischsteuer zum Wohl der Tiere

"Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll", sagte Schröder. Und fordert die Bundesregierung auf, die Haltung von Nutztieren zu verbessern.

Die Einnahmen durch Fleischsteuer sollen direkt in den Umbau der Ställe fließen. Es gäbe viele Landwirte, die bereit seien mehr Tierschutz in ihren Ställen umzusetzen. Ihnen fehlen aber die finanziellen Mittel, sagte Schröder gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk (WDR).

Schweden ist Vorbild für die Idee des Deutschen Tierschutzbundes

Die Idee einer Fleischsteuer ist nicht neu. In Schweden wurde bereits 2017 darüber diskutiert, eine solche Abgabe einzuführen.

Hier denkt man allerdings primär ans Klima. Denn insbesondere die Massentierhaltung soll einen nicht unerheblichen Anteil am Klimawandel haben. Das wird unter anderem auch auf den Demonstrationen von Fridays-for-future deutlich. Der Aufruf lautet weniger oder sogar gar kein Fleisch zu essen.

Lidl reagierte bereits im Mai auf diese Forderungen: Der Discounter hatte einen neuen Fleischersatz ins Sortiment aufgenommen.