"Pinker Fleischschleim" im Burger - Deutsche kaufen Fleisch am liebsten billig

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Fleisch in Spanien verseucht. Foto: dpa

Ein US-Unternehmen bietet einen Fleischbrei an, der aus unverkäuflichen Fleischresten und Restfleisch an Knochen gewonnen wird, als Hackfleisch an

Ein US-amerikanisches Unternehmen bietet seit Jahren einen hackfleischähnlichen Fleischbrei an, der aus unverkäuflichen Fleischresten und Restfleisch an Knochen gewonnen wird. Jetzt darf die breiige Fleischmasse als Hackfleisch deklariert werden. Sie landet vor allem in Burgerpatties - aber auch im Schulessen.

Wie der Stern berichtet, erfand das Unternehmen "Beef Products" das Produkt bereits vor 28 Jahren. Jetzt darf es unter dem Label "Hackfleisch" in den Verkauf. Vom US-amerikanischem Sender ABC News wurde der Fleischbrei als "pinker Schleim" bezeichnet - und handelte sich damit eine Klage wegen Rufmordes ein.

Hackfleisch wird noch billiger

"Beef Products" nennt den Fleischbrei LFTB ("lean finely textured beef"), was übersetzt so viel heißt wie: mageres und fein strukturiertes Rindfleisch. Und LFTB macht Hackfleisch noch billiger, als es eh schon ist. Und das, so berichtet das Handelsblatt, ist es auch, was Deutsche Konsumenten am meisten interessiert: Fleisch möglichst billig kaufen zu können.

Den Fleischbrei gewinnt das Unternehmen aus Fleischresten, die sonst in der Tiernahrung landen. Auch winzige Fleischreste, die noch an den Knochen der Rinder hängen, werden verwendet, berichtet der Stern.

Dabei müssen die kleinen Fleischfetzen unter hohem Druck vom Knochen getrennt werden. Dabei kann es laut Stern passieren, dass Knochenreste und auch Knorpel mit in der Fleischmasse landen. Fleischer nennen das: Seperatorenfleisch.

Kaufverhalten der Deutschen zeigt: Fleisch muss billig sein

In Deutschland, so berichtet es das Handelsblatt, geben gut die Hälfte der befragten Bürger an, für besseres Fleisch mehr bezahlen zu wollen. Doch an ihrem Fleischkonsum ändert diese Aussage letztendlich nichts.

Drei Viertel aller Kunden kauften in einem Test immer das billigste Fleisch aus dem Angebot. Egal, ob die teureren Varianten mit mehr Qualität oder höheren Ansprüchen an das Tierwohl punkten konnten.

Bleibt es also nur eine Frage der Zeit, bis LFTB auch in deutschen Supermärkten zu finden ist? Der Fleischbrei wird in den USA jedenfalls genutzt, um Hackfleisch zu strecken. Es landet anschließend vor allem in Burgerpatties, aber auch in Schulessen.