Feuerteufel am Werk

Feuerwehrmann soll Brand in Asylheim nahe Wismar gelegt haben

Brand in Flüchtlingsunterkunft
+
Feuerwehrleute löschen den Brand in einem Hotel in dem Geflüchtete untergebracht waren.

Nach einem Brand in einer Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine wurde nun ein Feuerwehrmann festgenommen. Er soll den Brand mutwillig gelegt haben.

Schwerin – Nach der Brandstiftung an einer von Ukrainern bewohnten Flüchtlingsunterkunft in Groß Strömkendorf bei Wismar vor vier Wochen ist dem Radiosender Ostseewelle zufolge ein Tatverdächtiger gefasst worden. Es handele sich um einen Feuerwehrmann aus der Region, berichtete der Sender am Mittwoch, 16. November. Der Mann sei bislang nicht politisch in Erscheinung getreten. Die Ermittler prüften nun, ob ein Zusammenhang mit einer Serie von vorangegangenen Brandstiftungen in der Gegend besteht.

Flüchtlingsunterkunft brennt nieder – Ermittler vermuteten politischen Hintergrund

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, geht mit Andrej Bondartschuk, einem Betreuer der Einrichtung und Augenzeuge des Feuers, an dem abgebrannten Hotel vorbei.

Die Staatsanwaltschaft in Schwerin wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern. Sie will in einem Pressegespräch am Mittag die Ergebnisse der Brandursachenermittlung sowie Einzelheiten zum Stand des Ermittlungsverfahrens bekannt geben. Die Polizei war nach dem verheerenden Feuer am 19. Oktober früh von Brandstiftung ausgegangen. Die Ermittler hatten einen politischen Hintergrund nicht ausgeschlossen, weil wenige Tage zuvor eine Hakenkreuzschmiererei auf dem Eingangsschild der Unterkunft gefunden worden war.

Nach Brand in Unterkunft für Ukrainer: Innenministerin besucht den Brandort

Faeser, Bundesinnenministerin, und Pegel (r), der Innenminister von MV vor dem abgebrannten Hotel.

Mit Entsetzen reagierte auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser. „Menschen, die vor Putins Krieg bei uns in Deutschland Schutz gefunden haben, mussten aus den Flammen gerettet werden“, sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Der Brand in der Flüchtlingsunterkunft sei eine furchtbare Nachricht.

Brandserie in der Region: Ist der Verdächtige ein Serientäter

Die Flüchtlingsunterkunft ist in der Nacht vom 19. zum 20.10.2022 komplett abgebrannt.

In der Region hatte es in den Wochen zuvor aber auch eine nicht aufgeklärte Brandserie gegeben, der Strohmieten, Waldflächen und am 10. Oktober ein leerstehendes, reetgedecktes Haus in Blowatz zum Opfer gefallen waren. Groß Strömkendorf gehört zur Gemeinde Blowatz. Das Feuer am 19. Oktober in Groß Strömkendorf hatte das ehemalige Hotel, in dem sich die Flüchtlingsunterkunft befand, weitgehend zerstört. Die 14 Bewohner und drei Betreuer konnten sich unverletzt aus dem reetgedeckten Gebäude retten. (DPA/EB)

Mehr zum Thema