Fahrverbot und Handy weg: So wollen Experten Gaffer bestrafen

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Gaffern könnten bald härtere Strafen drohen. Foto: Polizei Dortmund

Fahrverbot oder Handy weg? Im Kampf gegen Gaffer fordern einige Politiker härtere Strafen. Dabei hat das Justizministerium bereits eigene Pläne:

Egal ob auf der Autobahn, in der Stadt oder auf Landstraßen: Sobald ein Unfall passiert, lassen Gaffer nicht lange auf sich warten. Sie filmen oder fotografieren das Geschehen, machen Aufnahmen von Verletzten oder Toten und behindern oft genug auch noch die Rettungskräfte.

  • Justizministerium will Gesetze gegen Gaffer verschärfen
  • Politiker regen Fahrverbote und Beschlagnahmung von Handys an
  • Bereits jetzt drohen Gaffern Bußgelder oder Freiheitsstrafen

Dagegen will das Bundesjustizministerium nun vorgehen. Bereits seit 2017 gilt die vorsätzliche Behinderung von Einsatzkräften als Straftat. Menschen, die bei Unfällen Fotos oder Videos machen, drohen Bußgelder oder sogar Freiheitsstrafen. Diese Regelungen sollen noch weiter verschärft werden.

Justizministerium will Gesetze gegen Gaffer verschärfen

Wie die Bild berichtet, plant das Justizministerium, in Zukunft auch verstorbene Menschen vor unzulässigen Aufnahmen zu schützen. Derzeit gilt ein entsprechendes Gesetz nur für lebende Personen.

Doch das geht vielen Experten nicht weit genug. Laut Bild fordert der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff, Gaffer mit einem Monat Fahrverbot zu bestrafen. Marc Heinrichmann (CDU) schlägt zudem vor, die Handys von Gaffern als Beweismittel zu beschlagnahmen.

"Wer Unfälle filmt und sich am Leid von Mitmenschen berauscht, dem fehlt es an jeglichem Anstand und Respekt."

"Wer Unfälle filmt und sich am Leid von Mitmenschen berauscht, dem fehlt es an jeglichem Anstand und Respekt. Und auch die Behinderung von Polizei und Rettungskräften kann sich ein Rechtsstaat nicht gefallen lassen", zitiert die Zeitung den Politiker.

NRW-Innenminister ist fassungslos

Und auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat etwas zu dem Thema zu sagen: Ihn mache das Verhalten von Gaffern, bei dem selbst Schwerstverletzte im Todeskampf gefilmt werden, fassungslos.

Immer wieder hatten in letzter Zeit Gaffer die Arbeit von Rettungskräften behindert. So zum Beispiel auf der A5 bei Erzhausen und auf der A2 bei Kamen. Um darauf zu reagieren, hatte die Polizei in Dortmund vor kurzem einige Gaffer bloßgestellt. Bereits vor einem Jahr ging ein Schockvideo gegen Gaffer aus Dortmund viral.

Auch in Dortmund fiel ein Passant äußerst negativ auf. Nach einem Unfall war eine Frau bewusstlos geworden, der Gaffer filmte sie und den Einsatz. Das hatte später drastische Folgen für ihn.

Übrigens: Am Pfingstwochenende erwartet der ADAC erneut zahlreiche Staus auf diesen Autobahnen.