Extinction Rebellion

„Wir hören auf“ – Klimaaktivisten wollen sich nicht mehr festkleben

Extinction rebellion
+
Extinction Rebellion

Menschen, die sich an die Straße kleben, sorgten in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen. Doch damit sollte bei den Klimaaktivisten nun Schluss sein.

London – In Europa sind Klimaaktivisten in der Vergangenheit immer wieder mit teils gefährlichen Straßenblockaden aufgefallen, die viele Menschen morgens auf dem Weg zur Arbeit und abends zurück zur Familie verärgert haben. Auch das Beschmieren von Kunstwerken mit Kartoffelbrei und ähnlichem ist Teil des Klimarettungsplans gewesen. In England soll damit nun Schluss sein, wie der britische Ableger von Extinction Rebellion über seine Kanäle mitteilte. Stattdessen setze man auf eine neue Strategie. 

Extinction Rebellion verkündet: „Wir hören auf!“ 

An Neujahr hat das britische Klimabündnis in einer Mitteilung mit der Überschrift „We quit“ (übersetzt: „Wir hören auf“) verkündet, einen „umstrittenen Neujahrsvorsatz“ zu fassen. Die Blockaden und das Beschmieren sollen aufhören. Denn man müsse seine Taktik immer wieder anpassen und weiterentwickeln. 

Gleichwohl ist die Gruppe der Auffassung, dass die Aktionen in der Vergangenheit wichtig und wirkungsvoll gewesen seien. Sie räumt jedoch ein, dass sich trotz der „klimatischen und ökologischen Notlage“ nur sehr wenig verändert habe. 

100.000 Menschen von Extinction Rebellion gegen „korrupte Regierung“ 

Für das neue Vorhaben brauche es jetzt allerdings weitaus mehr Menschen. Nun will man „Brücken bauen“. Die britische Bevölkerung soll nicht länger am Alltagsleben behindert werden. Man erbittet stattdessen um ihre Mithilfe. Gemeinsam soll es dann gegen die britische Regierung, der die Aktivisten Korruption vorwerfen und gegen das ebenso angeblich ungerechte Finanzsystem gehen. Den Medien unterstellen sie außerdem, sie würden die Bevölkerung schlecht informieren.  

Mit vereinten Kräften wolle man daher „die Demokratie verändern“. Dazu müsse man jedoch auch „radikal und entschlossen“ auftreten. Ziel sei es, bis zum 21. April 100.000 Menschen dazu zu bringen, das House of Commons und das House of Lords im Londoner Westminster-Palast unter dem Motto „The Big One“ tagelang zu blockieren, um ein Umdenken bei den politischen Entscheidungsträgern zu erzwingen.  

Autofahrer in Deutschland müssen sich auch im neuen Jahr auf lange Staus einstellen 

Ein solches Umdenken, wie im britischen Königreich gibt es bei der „Letzten Generation“ in Deutschland noch nicht. „Wir werden auch im neuen Jahr Autobahnen blockieren.“, so die Sprecherin der selbsternannten Klimaretter, Carla Rochel. Auch sei man weiterhin bereit „bis ins Gefängnis zu gehen“.  

Immer wieder müssen Mitglieder der „Letzten Generation“ in Gewahrsam genommen werden. So haben acht Klimaaktivisten, die die Weihnachtstage im Gefängnis verbringen mussten, für deutschlandweite Schlagzeilen gesorgt. Auch die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt nach bundesweiten Razzien im Zuge der Vorfälle um eine Ölraffinerie in Brandenburg auf den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung.  

Dem zum Trotze werden die deutschen Autofahrer und Museumsgänger von Aktionen wie in der Vergangenheit wohl vorerst weiterhin nicht verschont bleiben. (Mark Stücher)