Gebühren fürs Telefonieren?

Der Brexit ist durch - und was passiert jetzt mit dem EU-Roaming im Vereinigten Königreich?

+
Was passiert nach dem Brexit mit dem EU-Roaming?

Der Brexit ist vollzogen. Müssen Handynutzer nun mit Gebühren für das Roaming rechnen, wenn sie ihr Gerät im Vereinigten Königreich nutzen?

  • Der Brexit wurde am 31. Januar 2020 vollzogen.
  • Bis Ende 2020 läuft eine Übergangsfrist zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union.
  • Hat der EU-Austritt auch Auswirkungen auf das EU-Roaming?

London - Nach fast drei Jahren voller Aufschübe und Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union (EU) ist es offiziell: Das Land der Queen ist am 31. Januar 2020 aus der EU ausgeschieden. Der Brexit ist damit durch. Welche Auswirkungen er für beide Seiten haben wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Der Brexit ist durch: Was passiert jetzt mit dem EU-Roaming?

Wer allerdings plant, demnächst eine Reise nach England, Schottland, Wales oder Nordirland zu machen, fragt sich vielleicht, was denn nun mit dem EU-Roaming passiert. Wäre es möglich, dass Netzbetreiber künftig zusätzliche Gebühren verlangen, wenn Kunden ihre Handys im Vereinigten Königreich benutzen?

Immerhin war das eines von zuletzt 28 Mitgliedsstaaten derEuropäischen Union, in denen die deutschen Handytarife fast vollständig so genutzt werden konnten, wie in Deutschland. Extra Gebühren werden in der Regel erst fällig, wenn sich der Handynutzer dauerhaft außerhalb der Bundesrepublik aufhält. 

Brexit: Auswirkungen auf das EU-Roaming? Netzbetreiber geben Entwarnung

Bleibt das so? Oder müssen Kunden demnächst wieder für ihre Daten und Telefonate extra zahlen, wenn sie sich beispielsweise gerade in London befinden?

Auf diese Frage gibt es bereits jetzt eine klare Antwort: Laut dem Technik-Newsportal inside-digital.de werden diese Befürchtungen erst einmal nicht Realität. Die Netzbetreiber Telekom, Telefónica sowie Vodafone haben dem Portal demnach übereinstimmend mitgeteilt, dass sich trotz des Brexits zunächst nichts am EU-Roaming ändern wird.

Brexit und EU-Roaming stehen nicht in einem direkten Zusammenhang

Das hängt unter anderem mit der Übergangsfrist zusammen, die noch bis Ende 2020 läuft. In dieser Phase sollen die genauen Modalitäten sowie die langfristigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der E uropäischen Union neu ausgehandelt und festgelegt werden.

"Der Brexit und das EU-Roaming haben nur bedingt etwas miteinander zu tun", wird Vodafone von inside-digital.de zitiert. So würden auch Länder wie Norwegen, Island und Liechtenstein am EU-Roaming teilnehmen, obwohl sie keine EU-Mitglieder sind. Hintergrund hierfür ist der Verbund des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), für den die EU-Regulierung gilt. Dem gehören diese Staaten an.

Nach Brexit: Das Vereinigte Königreich muss entscheiden

"Es liegt zunächst an Großbritannien, darüber zu entscheiden, ob es weiter an der EU-Roaming-Regulierung teilnehmen möchten", so Vodafone gegenüber dem Portal. Bisher habe man keinerlei Anzeichen dafür, dass das Vereinigte Königreich aus der EU-Roaming-Regulierung austreten wird. "Insofern gehen wir davon aus, dass sich auch nach dem Brexit an der bestehenden Roaming-Regelung mit Großbritannien vorerst nichts ändern wird", so Vodafone weiter.

Video: Brexit Tag 1 - Zukunft ungewiss

Und auch die anderen Netzbetreiber geben vorerst Entwarnung - es bleibe erst einmal alles beim Alten. Welche Konditionen beim EU-Roaming langfristig gelten werden, das wird sich noch zeigen. Entscheidend ist zunächst die politische Einordnung des Vereinigten Königreichs in die verschiedenen Staaten-Verbunde. Tritt das Land hier ebenfalls aus, gäbe es eine rechtliche Grundlage. Erst dann würden für Handynutzer wieder Roaminggebühren bei einem Aufenthalt auf der Insel der Queen anfallen.

Mehr zum Thema