Sechsstündige Erektion: Energydrink enthält zu viel Viagra

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Energydrinks (Symbolbil). Foto: dpa

Das ostafrikanische Land Sambia ruft einen Energydrink zurück. Der Grund: Er enthält so viel Viagra wie drei der blauen Tabletten.

Der Konsum von Energydrinks ist nicht ganz unumstritten. Wer mehrere dieser Getränke hintereinander trinkt, kann Folgen wie Bluthochdruck oder Herzrasen zu spüren bekommen. Jetzt wurde ein Energydrink zurückgerufen, der mehr Viagra enthielt, als eine der verschreibungspflichtigen Tabletten.

Zugegeben: Der Rückruf betrifft nicht Deutschland, sondern das ostafrikanische Land Sambia. In unseren Graden könnt ihr euren Energydrink also in Maßen gewissenlos weiter genießen.

Viagra-Wirkstoff wird nicht angegeben

Das betroffene Getränk "Natural Power High Energy Drink SX" in Sambia allerdings soll den Viagra-Wirkstoff Sildenafil enthalten, obwohl dieser nicht auf der Packung angegeben wird.

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Die zuständigen Behörden hatten den Potenzwirkstoff entdeckt, nachdem ein Mann aus Uganda nach dem Konsum des Energydrinks über eine sechsstündige Erektion und Herzrhythmus-Probleme geklagt hat.

Tatsächlich war der Viagra-Wirkstoff nicht nur in Spuren vorhanden. Zwischen 68,5 und 71,3 Milligramm Sildenafil wurden pro 250-Milliliter-Flasche gefunden. Zum Vergleich: Viagra-Hersteller Pfizer bietet sein Medikament in Varianten mit 25, 50 und 100 Milligramm Wirkstoff an.

Eine Flasche enthält drei Viagra-Tabletten

Die Flaschen enthielten also soviel Wirkstoff wie bis zu drei der blauen Tabletten. Zudem ist der Wirkstoff auch in Sambia eigentlich verschreibungspflichtig.

Wegen des Wirkstoffs sei das Getränk eine "Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung", zitiert die Lokalzeitung Lusaka Times einen Behördensprecher.

Die Hersteller bezeichnen das betroffene Getränk als aphrodisierend, ansonsten wird es aber wie ein gewöhnlicher Energydrink beworben.

Der Hersteller äußerte sich nicht

Der Hersteller Revin hat sich offiziell nicht zu den Vorwürfen geäußert. Neben dem Energy-Getränk bietet er auch Fruchtsäfte und einen Ingwerdrink an. "Das ist ein Plan, um uns dichtzumachen", zitiert die Lusaka Times einen anonymen Mitarbeiter.

"Das Produkt ist in Sambia seit einem Jahr im Handel, es gab nie eine einzige Beschwerde." Dabei müsste die Wirkung doch durchaus aufgefallen sein.

Der Pharma-Verband aus Sambia erhebt Vorwürfe. So hätten die Behörden früher reagieren müssen. Erst Laborergebnisse aus Nachbarstaaten hätten Sambias Behörden auf die Spur gebracht.