Edeka reagiert mit emotionaler Botschaft auf Pöbel-Kunden: "In jedem Arbeitskittel steckt ein Mensch"

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Edeka mit Werbung zum Oktoberfest 2019. Foto: dpa

Der Betreiber einer Edeka-Filiale in Gifhorn war die ständigen Pöbeleien und Anfeindungen gegen seine Mitarbeiter satt und reagierte bei Facebook emotional.

Immer häufiger müssen sich Mitarbeiter in Supermärkten Pöbeleien oder gar Beleidigungen durch Kunden gefallen lassen. Der Betreiber der Edeka-Filiale in Gifhorn setzte nun ein emotionales Zeichen bei Facebook und stellte sich schützend vor seine Mitarbeiter.

  • Kunden bezeichnen Angestellte oftmals als "lahmarschig" oder "unfähig"
  • Edeka reagiert mit emotionalem Post bei Facebook
  • Betreiber will Hausrecht durchsetzen

Vielen Kunden geht es beim Einkaufen oftmals nicht schnell genug. Prompt lassen sie ihrem Unmut freien Lauf und finden in den Mitarbeitern die Schuldigen.

Sie werden als "lahmarschig" oder "unfähig" beschimpft. Im niedersächsischen Gifhorn hat sich das Verhalten der Pöbel-Kunden nun schon so weit verschärft, dass der Betreiber der Edeka-Filialen Ankermann mit einem Facebook-Post reagieren musste.

Emotionales Facebook-Statement von Edeka-Betreiber

Der Post beginnt mit einem Dank an die 12.000 Kunden, die die Märkte täglich besuchen. Danach folgen jedoch Zeilen, die zum Nachdenken anregen:

"Leider müssen wir seit einigen Monaten aber feststellen, dass sich die Art, Weise und besonders der Ton bei einer sehr geringen Zahl von Kunden geändert hat, was wir gerade in der heutigen Zeit und im Zusammenhang der politischen Entwicklung in unserem Land für außerordentlich bedenklich halten.

Da wird teilweise nicht mehr sachlich argumentiert oder sich für die Ansicht der anderen Seite interessiert, sondern es wird beim kleinsten Anlass gepöbelt, geschimpft und beleidigt. Da reicht es einigen bereits, dass am Bäckertresen noch zwei Kunden vor ihnen stehen, um aus der Haut zu fahren. Unsere Mitarbeiter müssen sich als "lahmarschig" oder "unfähig" beschimpfen und manchmal sogar als "Arschlöcher" titulieren lassen."

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Am Ende des Beitrags folgt der Absatz:

"Auch wenn es vielleicht manchen schwer fällt, es zu begreifen: In jedem Arbeitskittel steckt ein Mensch. Wir werden es daher nicht mehr länger akzeptieren, dass diese Menschen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, von einer absoluten Minderheit der Kunden derart behandelt werden."

Darüber hinaus kündigte Edeka an, in Zukunft bei solchen Entgleisungen vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Ein starkes Zeichen von Edeka mit dem sie sich klar hinter ihre Mitarbeiter stellen.

Die Edeka-Märkte in Deutschland werden von Einzelkaufleuten betrieben. Sie sind somit auch selbstständig für die Werbung zuständig. Die Edeka-Gruppe macht allerdings auch deutschlandweit immer wieder Werbespots, die für Aufsehen sorgen. Zuletzt mit einem Fernsehspot zum Muttertag, der die Gemüter gespalten hat. Zum Vatertag kommt jetzt der nächste Spot.

In einem Edeka-Markt in Bayern hat sich jetzt eine Frau respektlos gegenüber einer Verkäuferin hinter der Wursttheke geäußert. Der Supermarkt meldete sich daraufhin bei Facebook zu Wort.

In Dortmund soll demnächst eine Edeka-Filiale direkt am Phoenix See eröffnen. Das Verkehrschaos scheint vorprogrammiert.