Drogenrazzia: Vater benutzt eigene Tochter (3) als Schutzschild - ihr Tod gilt als "Kollateralschaden"

+
Nach Drogenrazzia in Manila auf den Philippinen: Senator Ronald Dela Rosa führt "Krieg gegen Drogen". Foto: dpa

Bei einer Dogenrazzia auf den Philippinen ist ein kleines Mädchen getötet worden. Der Senator bezeichnet den Tod des Mädchens als "Kollateralschaden".

Bei einer Schießerei auf den Philippinen zwischen der Polizei und Drogendealern starb ein kleines Mädchen. Der Senator bezeichnet den Tod des Mädchens als "Kollateralschaden" der Drogenrazzia.

  • Der Vater des getöteten Kindes hatte das Feuer eröffnet.
  • Polizisten erschossen die Dreijährige im Feuergefecht.
  • Mutter dementiert das Geschehen.

Bei einer Drogenrazzia am Sonntag (30. Juni) ist ein dreijähriges Mädchen erschossen worden. Der Vater hatte seine Tochter scheinbar als Schutzschild benutzt, nachdem er das Feuer auf die Polizisten eröffnet hatte.

Drogenrazzia: Tod des Mädchens war "Kollateralschaden"

Nach Angaben der Polizei war das Mädchen zwischen die Fronten geraten, als sich Polizisten und Drogendealer eine Schießerei lieferten. Bei der Razzia in der Stadt Rodriguez östlich der Hauptstadt Manila starben außerdem zwei mutmaßliche Drogendealer und ein Zivilpolizist.

Beinah ebenso erschütternd wie die Tat des Vaters, der sich mit seiner eigenen Tochter versuchte zu schützen, erscheint angesichts der Tatsache, dass ein kleines Mädchen starb, auch die Aussage des zuständigen Senators Ronald Dela Rosa. Er bezeichnete den Tod des Kindes als "Kollateralschaden". "Shit happens", sagte er am Donnerstag (4. Juli) zu Journalisten.

"Human Rights Watch" dementiert die Tat des Vaters

Mitarbeiter der Organisation Human Rights Watch bekräftigen hingegen das Dementi der Mutter. Demnach habe der Vater das Mädchen nicht als Schutzschild missbraucht. Stattdessen soll die Polizei die Familie im Schlaf überrascht haben.

Öffnen auf twitter.com

Im Zuge der Untersuchung der Vorfälle während der Drogenrazzia suspendierten die Behörden 20 Polizeibeamte von ihrem Dienst.

Präsident führt "Krieg gegen Drogen"

Im Ruhrgebiet kam es in Dortmund zu einer Schießerei. Dabei handelte es sich allerdings um einen Konflikt zwischen Clanmitgliedern.

Im sogenannten "Krieg gegen Drogen", den Präsident Rodrigo Duterte nach seiner Wahl 2016 ausgerufen hatte, wurden nach offiziellen Zahlen bereits mehr als 6600 Menschen getötet. Auch in der Vergangenheit hatte der Philippinische Staatschef bewiesen, das er im Kampf gegen Terror und Kriminalität mit voller Härte zuschlägt.

Der amtierende Präsident hat sich zudem dem Kampf gegen die Drogen verschrieben. Weltweit starben in den vergangen Jahren jährlich rund eine halbe Millionen Menschen an den Folgen des Drogenkonsums. Mit dpa-Material

Kollateralschaden

Als Kollateralschaden wird ein bei einer militärischen Aktion entstehender Schaden bezeichnet, der nicht beabsichtigt ist. Auch steht er nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ziel der Aktion. Dennoch wird ein solcher Schaden in Kauf genommen.