Journalistin wirft Trump sexuellen Missbrauch vor: US-Präsident dementiert Vorwürfe

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US-Präsident Donald Trump. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Die amerikanische Journalistin E. Jean Carroll wirft Donald Trump vor, sie in einem Kaufhaus sexuell missbraucht zu haben. Der US-Präsident dementiert.

Die amerikanische Journalistin E. Jean Carroll wirft Donald Trump vor, sie in einem Kaufhaus sexuell missbraucht zu haben. Der US-Präsident weist die Vorwürfe von sich.

  • Trump soll Journalistin in den 90er Jahren sexuell missbraucht haben.
  • Das New York Magazine berichtet von den Anschuldigungen.
  • US-Präsident dementiert Vorwürfe der Journalistin E. Jean Carroll.

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump Vorwürfen einer sexuellen Belästigung ausgesetzt ist. Dieses Mal behauptet die Journalistin und Autorin E. Jean Carroll, dass der 73-Jährige sie in den 90er Jahren gegen ihren Willen sexuell angegangen haben soll.

Carroll traf Trump in einem New Yorker Kaufhaus

Der Vorfall habe sich 1995 oder 1996 ereignet, schreibt Carroll in ihrem neuen Buch, aus dem das New York Magazine am Freitag (21. Juni) Auszüge veröffentlichte.

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Die Journalistin, die für ihre Kolumne in der Frauenzeitschrift „Elle“ bekannt ist, traf den damaligen Immobilien-Unternehmer nach eigenen Angaben in dem New Yorker Luxus-Kaufhaus "Bergdorf Goodman". Trump habe sie gebeten, ihn beim Kauf von Damenunterwäsche für eine nicht näher genannte Frau zu beraten.

Er habe zu einem durchsichtigen Spitzenbody gegriffen und ihr vorgeschlagen, ihn anzuprobieren. Sie habe Trump im Scherz vorgeschlagen, den Body selbst anzuprobieren, und sei mit ihm in eine Umkleidekabine gegangen.

Carroll: "Er drückte mich gegen die Wand"

"Als die Tür sich schloss, stürzte er sich auf mich, drückte mich gegen die Wand“, schreibt Carroll. Trump habe seinen Mund gegen ihre Lippen gepresst, ihre Strumpfhose heruntergerissen, seine Hose geöffnet und sei in sie eingedrungen. Sie habe sich schließlich befreien können und sei aus der Umkleidekabine geflohen.

Das Weiße Haus reagierte prompt auf die Vorwürfe: Der US-Präsident habe diese Frau in seinem Leben nicht getroffen. "Sie versucht ein neues Buch zu verkaufen - das sollte auf ihre Motivation hinweisen. Es sollte in der Abteilung Fiktion verkauft werden", heißt es in einer Erklärung Trumps.

Normalerweise äußert sich Donald Trump nicht zu seinen früheren Affären - wie in dem Fall von dem Techtelmechtel mit diesem deutschen Promi.

Es gebe keine Überwachungsvideos oder Bilder, es gebe keine Aussagen von Verkäufern, die damals zur Stelle gewesen wären, argumentierte Trump. "Ich bedanke mich bei Bergdorf Goodman, dass sie bestätigen, keine Videoaufzeichnungen eines solchen Vorkommnisses zu haben, weil es nie stattgefunden hat", heißt es in dem Statement weiter.

Vorwürfe von 15 weiteren Frauen

Am Samstag (22. Juni) stritt Trump vor den Journalisten im Weißen Haus die Anschuldigungen weiter ab. "Es ist eine absolute Schande, dass sie so etwas tun darf."

Carroll verwies indes auch auf die Anschuldigungen von 15 Frauen gegen Trump, die ihm in der Vergangenheit ebenfalls sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Der heutige Präsident habe dies stets dementiert und die betreffenden Frauen stattdessen bedroht und attackiert.

Die 75-Jährige erstatte nach eigenen Angaben aus Angst vor Vergeltung keine Anzeige gegen Trump. Sie habe befürchtet, Todesdrohungen zu erhalten, ihren Job zu verlieren und "durch den Schmutz gezogen zu werden“.