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Ärger für die Deutsche Bahn auf Twitter – Witz der DB geht schief und sorgt für Shitstorm

Die Deutsche Bahn informiert im Berliner Grunewald über neue Produkte und Serviceangebote. Foto: Lino Mirgeler/dpa
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Unter einem Post der Deutschen Bahn (DB) kommt es zu hitzigen Diskussionen. (Symbolbild)

Auf Twitter muss die Deutsche Bahn einen Shitstorm über sich ergehen lassen. „Was für eine Unternehmenskultur ist das?“, schreiben Nutzer nach einem Tweet der DB.

  • Auf Twitter kommt es oft zu hitzigen Diskussionen zwischen Nutzern und der Deutschen Bahn (DB).
  • Ein User prangerte die Politik der Deutsche Bahn in Zeiten von Corona* an.
  • Ein scheinbar harmloser Witz sorgte dann für mächtig Ärger.

Frankfurt – Die Deutsche Bahn bekommt es in sozialen Netzwerken immer wieder mit Kritik zu tun. Sei es, weil Züge nicht fahren oder weil lange Verspätungen für Ärger bei den DB-Kunden sorgen. Zuletzt sorgte ein scheinbar lapidares Thema für einen regelrechten Shitstorm auf Twitter. Denn die Bahn erlaubte sich einen Scherz, der gehörig nach hinten losging.

Am Anfang dieses Debakels stand eine Beschwerde eines Nutzers zur Bahncard-Politik der Deutschen Bahn. In einem Tweet beschwerte sich ein Mann auf ironische Art und Weise darüber, dass er seine Bahncard 50 auf die Bahncard 25 reduziert hatte. Doch statt nun einfach der stolze Besitzer einer günstigeren Version zu sein, bekam er eine Bahncard 50 noch obendrauf. Dabei handelte es sich aber keineswegs um ein Geschenk der DB, er sollte beide bezahlen. Erst als der Nutzer Wochen später nochmals via Twitter auf das Problem hinwies, reagierte die Deutsche Bahn. Was dann folgte, damit hätte der Mann wohl nicht gerechnet.

Ärger für die Deutsche Bahn (DB): Angefangen hat alles mit zwei Bahncards

In seinem zweiten Tweet postete der Twitter-Nutzer Belege dafür, dass er wirklich zwei Bahncards erhalten hatte und unterstrich in einem bissigen Umgangston: „Das zu 100 % dem Staat gehörende Unternehmen @DB_Bahn ist so seriös wie ein Jamba-Sparabo. Sie rücken nicht ab & lassen Kund:innen tatsächlich 300 € für zwei nicht kombinierbare Bahncards mit identischem Gültigkeitszeitraum zahlen. Flexibler fahren, mehr sparen!“ Hierauf endlich antwortete der Account „Deutsche Bahn Personenverkehr“ mit den gewohnten Hinweisen, ob sich der Mann schon an den Bahncard-Service oder den Kundendialog gewandt habe.

Damit scheint die Deutsche Bahn den Twitter-Nutzer auf dem falschen Fuß erwischt zu haben, denn nach weiterem Hin und Her wird dieser immer ärgerlicher. Schließlich fragt er in einem Tweet: „Euer Unternehmen weiß ganz genau, was es da macht. Gibt es eine Erklärung dafür, dass man jederzeit von Bahncard 25 auf 50 wechseln kann, aber nicht umgekehrt? Das solltet ihr ändern.“ Diese Frage haben sich wahrscheinlich in Zeiten von Corona schon viele ehemalige Pendler gestellt, die die Bahn durch Homeoffice und Co. wesentlich weniger nutzen. Doch darauf scheint auch der Mitarbeiter im Account „Deutsche Bahn Personenverkehr“ nicht näher eingehen zu können, denn er antwortet schlicht, dass das eine „unternehmerische Entscheidung“ gewesen sei. Doch damit ist der Fall alles andere als vorbei.

Bahncard 25Bahncard 50
25 Prozent Rabatt auf Flexpreise50 Prozent Rabatt auf Flexpreise
25 Prozent Rabatt auf Sparpreise25 Prozent Rabatt auf Sparpreise
Kosten pro Jahr: 55,70 Euro in der zweiten KlasseKosten pro Jahr: 229 Euro in der zweiten Klasse
Quelle: bahn.de

Deutsche Bahn: Ärger über DB entläd sich auf Twitter

Denn immer mehr Menschen mischen sich auf Twitter ein und machen ihrem Ärger über die Bahncard-Politik der DB und die Deutsche Bahn an sich Luft. Von „Servicewüste Deutsche Bahn“ spricht ein Nutzer, ein anderer bemerkt trocken: „Wenn ihr einfach ‚Geld.‘ geantwortet hättet, hätte das dem Internet ganze 25 Zeichen erspart.“ Andere benutzen einen Screenshot der Bahnaussage bereits als Running-Gag und kündigen an, ihre Bahncards jetzt kündigen zu wollen, das sei ihre persönliche „unternehmerische Entscheidung“. Die DB ließ sich daraufhin zu einer Antwort hinreißen – im Rückblick eine eher schlechte Idee.

Genauer gesagt mischte sich der Account „Deutsche Bahn AG“ ein, der sich eigentlich weniger um service-relevante Themen kümmert. Für diese ist in der Regel das Profil „Deutsche Bahn Personenverkehr“ zuständig. Im Tweet des DB-Accounts heißt es: „Warum kommt der Shitstorm immer, wenn nur noch der Prakti da ist...“. Was wohl als harmloser Witz gemeint war, endete in einem Debakel – und das zurecht. So schreibt ein Nutzer: „Prakti-Bashing macht es gleich doppelt schlimm. Was für eine Unternehmenskultur ist das? Zugewandt weder gegenüber den Kunden noch gegenüber den eigenen Mitarbeitern. Aber hat wohl unternehmerische Gründe.“ Andere stimmen zu und finden das Verhalten der DB einfach nur „peinlich“ oder attestieren der Bahn ein „gestörtes Verhältnis zu PraktikantInnen“.

Debakel für Deutsche Bahn: „Wir hätten besser wissen müssen“ – DB reagiert

Einige Stunden nach dem misslungenen Witz entscheidet sich die Deutsche Bahn AG dann zu einer Stellungnahme auf Twitter. „Wir hätten besser wissen müssen, dass der „alte“ Prakti-Spruch nicht angemessen ist. Dafür möchten wir um Entschuldigung bitten. Insbesondere bei allen Praktikant:innen“, heißt es plötzlich ganz kleinlaut. Ob das Twitter-Debakel allerdings Auswirkungen darauf hat, ob das ursprüngliche Problem mit den Bahncards endlich ein Ende findet, bleibt abzuwarten. (Sophia Lother)

Positive Publicity holte sich die Deutsche Bahn zuletzt mit einer kuriosen Versteigerung. Wie wäre es beispielsweise mit einem Sitz aus der 1. Klasse für das eigene Wohnzimmer?