Trotz Einladung von der AfD - Sarrazin kündigt Berufung gegen drohenden SPD-Rausschmiss an

+
SPD darf Thilo Sarrazin ausschließen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die SPD darf den wegen seiner islamkritischen Thesen umstrittenen Parteimitglied Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen. Die AfD wirbt bereits um ihn.

Die SPDdarf den wegen seiner islamkritischen Thesen umstrittenen früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen. Die AfD wirbt bereits um ihn.

  • Thilo Sarrazin geriet nach der Veröffentlichung seines Buches "Deutschland schafft sich ab" in die Kritik.
  • Aufgrund einiger Aussagen in dem Buch wurde Sarrazin Rassismus vorgeworfen.
  • Inzwischen ist es der dritte Versuch, den Politiker aus der SPD auszuschließen.

Update, Donnerstag (11. Juli), 12.48 Uhr: Nachdem dem Antrag der SPD auf Ausschluss Thilo Sarrazins stattgegeben wurde, hat dieser bereits angekündigt gegen das Urteil des Parteigerichts Berufung einzulegen.

Einen Ausschluss aus der SPD wolle er nicht akzeptieren. Er sei bereit, "durch alle Instanzen zu gehen". Und das, obwohl Sarrazin bereits von Seiten einer anderen Partei die Hand gereicht worden ist. Alice Weidel von der AfD lud den ehemaligen Finanzsenator bereits ein, bei ihnen mitzumischen.

Öffnen auf twitter.com

Erstmeldung: Eine Kernaussage im Buch des inzwischen 74-Jährigen besagt, dass das intellektuelle Potenzial der Bevölkerung in Deutschland schrumpfe, da bildungsferne Deutsche und muslimische Migranten mehr Kinder bekämen, als gebildete Menschen.

Sarrazin verstieß gegen Grundsätze der SPD

"Rassistische Gedanken haben in der SPD keinen Platz", erklärt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil laut Zeit, nachdem dem Antrag der SPD auf Ausschluss stattgegeben wurde: Thilo Sarrazin darf damit aus der Partei ausgeschlossen werden. Das entschied die zuständige Schiedskommission im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ausschlaggebend für den möglichen Ausschluss von Thilo Sarrazin aus der SPD war jedoch nicht sein Buch von 2010, sondern ein weiteres, welchen den Titel trägt: "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht."

In dem Buch spricht der 74-Jährige von einer genetischen Identität die eine Bevölkerung teile. Er begründet die These mit der Aussagen, dass alle Juden ein bestimmtes Gen teilen würden. Laut einem Bericht der Zeit, empfahl der Zentralrat der Juden Sarrazin daraufhin einen Eintritt in die NPD. Mit dpa-Material.