Von Bosch entwickelt

Neuer Corona-Schnelltest soll bald einsatzbereit sein - „Genauigkeit von 95 Prozent“

Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem neuartigen Coronavirus. Auf Covid-19-Testergebnisse mussten die Betroffenen bislang bis zu 48 Stunden warten. Doch das soll sich bald ändern. 

Update vom 26. März, 13.58 Uhr: Nun sind weitere Details zu dem von Bosch entwickelten Corona-Schnelltest bekannt geworden. Laut dem Konzern hat der neue Test eine „Genauigkeit von über 95 Prozent“. Weiter erfüllt der Test Bosch zufolge die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die für eine Zulassung des Tests in Deutschland und anderen Ländern jeweils erforderlichen Zulassungen stehen einem Bosch-Sprecher zufolge aktuell aber noch aus. 

Dennoch könnten Labore den Test unter bestimmten Voraussetzungen schon jetzt anwenden. Dafür wird ein Abstrich vom Rachen des Patienten gemacht und im Gerät auf molekularer Ebene analysiert.

Noch nicht bekannt ist bislang, was der Test kosten wird. Auch die Fragen, wie oft das System falschen Alarm schlägt (also positiv testet, wenn eigentlich nichts vorliegt) und wie viele Infektionen der Test übersieht, wollte der Konzern bisher nicht beantworten.

Deutschen Forschern gelang unterdessen ein echter Durchbruch, als sie das Vermehrungs-Enzym des Coronavirus entschlüsselten.

Lesen Sie auch: Im MVZ-Labor Poing werden täglich etwa 500 Testabstriche auf das Coronavirus untersucht. Weil auch hier medizinisches Material knapp wird, gab‘s ein ungewöhnliches Tauschgeschäft.

Bosch entwickelt Coronavirus-Test - er soll schon sehr bald eingesetzt werden

Erstmeldung vom 26. März 2020: 

Stuttgart - Bei Verdacht auf Corona* in weniger als drei Stunden Gewissheit erhalten? Das könnte mithilfe eines Covid-19-Schnelltests bald möglich sein. Der deutsche Konzern Bosch hat einen solchen Test offenbar schon entwickelt und bereits Anfang April soll das Instrument auf den Markt kommen.

Corona-Pandemie: Neuer Schnelltest von Bosch soll nach 2,5 Stunden Ergebnis anzeigen

Während bisherige Tests* erst nach 24 bis 48 Stunden ein Ergebnis anzeigten, soll die Bosch-Testung schon nach 2,5 Stunden ein Resultat ergeben. „Der vollautomatisierte COVID-19-Schnelltest kann medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser, Labore und Gesundheitszentren bei einer raschen Diagnose unterstützen“, sagte ein Sprecher von Bosch gegenüber Bild.de. Und auch Konzern-Chef Volkmar Denner zeigt sich optimistisch: „Unser COVID-19-Schnelltest trägt dazu bei, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Infektionsketten schneller zu durchbrechen*“, sagte er. Infizierte Patienten könnten so schneller identifiziert und isoliert werden*.

Wie der Bosch-Test funktionieren soll: Man benötigt eine Analysebox und eine Testkartusche. Die Kartusche mit dem Test wird in die Box eingeführt und dort durch eben diese analysiert. Ein Vorteil besteht darin, dass der Test direkt vor Ort bei der klinischen Behandlung durchgeführt werden kann und so Transportwege, die wertvolle Zeit kosten, wegfallen.

Corona-Test von Bosch: Wie funktioniert er?

Zudem verringert sich das Risiko für das medizinische Personal, da es nicht mehr direkt mit den Proben in Kontakt kommt. Diese sind in Kartuschen aufbewahrt, in denen sich bereits alle Reagenzien zur Analyse befinden. Die Kartuschen müssen nun nur noch ins Analysegerät eingeführt werden, das die Proben auf molekularer Ebene untersucht.

Corona-Pandemie: Der Test kann neben Covid-19 auch andere Atemwegserkrankungen feststellen

Innerhalb von sechs Wochen hat Bosch Healthcare Solutions den Test gemeinsam mit dem nordirischen Unternehmen Randox Laboratories entwickelt. Wie der Bosch-Konzern bekanntgab, sei er einer der weltweit ersten vollautomatisierten, molekulardiagnostischen Tests. Ein weiterer Pluspunkt des Tests: Anhand von einer Probe können neben Covid-19 gleichzeitig neun weitere Atemwegserkrankungen wie Influenza A und B untersucht werden

„Die Besonderheit des Bosch-Tests ist: Durch die Differenzialdiagnostik ersparen sich die Ärzte zusätzlich die Zeit für weitere Tests, erhalten rasch eine fundierte Diagnose und können daraus schneller eine geeignete Therapie einleiten“, erklärt Marc Meier, Chef von Bosch Healthcare. Nachdem der neu entwickelte Test im April in Deutschland an den Start gegangen ist, soll er auch auf weiteren europäischen und außereuropäischen Märkten vertrieben werden. 

Doch nicht nur die Entwicklung neuer Corona-Tests läuft auf Hochtouren - auch an einem Impfstoff* wird weltweit intensiv geforscht. Wann ein Impfstoff auf den Markt kommt*, ist jedoch ungewiss. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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