Klage wurde abgewiesen

Corona in Sachsen: Start des Schulbetriebs steht fest - Kretschmer für Lockerungen der Einschränkungen

Coronavirus · Schaltkonferenz - Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt in einem Büro in der Staatskanzlei vor einem Computerbildschirm und spricht während einer Schaltkonferenz per Video mit Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt (CDU).
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Coronavirus · Schaltkonferenz Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt in einem Büro in der Staatskanzlei vor einem Computerbildschirm und spricht während einer Schaltkonferenz per Video mit Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt (CDU).

In Sachsen werden immer mehr Corona-Tote registriert. Nun hat ein Gericht entschieden, dass Väter dort nicht mehr in den Kreißsaal dürfen. Die News im Ticker.

Update vom 16.04.2020, 11.45 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet für Brandenburg 2058 Menschen, die positiv getestet worden seien und damit 108 mehr als am Vortag. Hier seien 54 Menschen verstorben. In Mecklenburg-Vorpommern seien zehn Menschen mehr  positiv getestet, damit insgesamt 634; 13 Menschen seien verstorben. In Sachsen wurden demnach 3955 Menschen positiv getestet, 136 mehr als am Vortag, 94 Menschen sind bereits verstorben. Sachsen-Anhalt verzeichnet 26 Todesfälle und einen Anstieg von 25 positiv Getesteten auf nunmehr 1248. In Thüringen sind bereits 45 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, 1601 Menschen wurden hier positiv getestet, 51 mehr als am Vortag.

Die Reaktoonen auf die am Vortag beschlossenen leichten Regellockerungen fallen gemischt aus - unter Experten wird diskutiert, wie sich die Auswirkungen zeigen werden.

Coronavirus in Thüringen: Ramelow will behutsame Rückkehr zu gewisser Normalität

Update 19.25 Uhr: Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will in der Corona-Krise eine behutsame Rückkehr zu einer gewissen Normalität erreichen. Seine Landesregierung wolle "den Hinweis geben, dass wir in einen Alltag zurückkehren wollen", sagte Ramelow am Mittwoch nach den Beratungen von Bund und Ländern in Erfurt. Er wolle "nicht die angezogene Handbremse weiterlaufen lassen". Das Coronavirus werde aber auch künftig prägend sein, weshalb der neue Alltag anders sein werde als zuvor.

In Thüringen sollen Abiturienten bereits vom 27. April an wieder zurück in die Schulen. Dies kündigte Ramelow am Mittwoch nach der Telefonkonferenz der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an. Am 4. Mai sollen die Jahrgänge folgen, die in diesem Jahr andere Prüfungen ablegen müssen.

In Sachsen-Anhalt könnten die ersten Schulen nach Einschätzung von Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in zwei Wochen wieder öffnen. „Wir haben jetzt das klare Signal, dass die Schulen in einem ersten sehr bedachtsamen Schritt in zwei Wochen öffnen.“ Bund und Länder hatten sich zuvor darauf geeinigt, den Schulbetrieb vom 4. Mai an wieder langsam hochzufahren. Prüfungen und Vorbereitungen können die Schulen schon vorher in Angriff nehmen.

Update, 17.29 Uhr: Der Schulbetrieb in Deutschland soll schrittweise wieder starten. Beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen soll der Schulbetrieb bereits am 4. Mai wieder aufgenommen werden*. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

In einer Beschlussvorlage für die Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten war die Rede davon, dass die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) bis zum 29. April ein Konzept vorlegen solle, „wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann“.

Dabei solle neben dem Unterricht auch das Pausengeschehen und der Schulbusbetrieb mit in den Blick genommen werden. „Jede Schule braucht einen Hygieneplan.“ Die Schulträger seien aufgerufen, die hygienischen Voraussetzungen vor Ort zu schaffen und dauerhaft sicherzustellen.

Indes begleitete eine deutsche Reporterin eine Corona-Hilfsaktion in Kolumbien - und erlebte einen dramatischen Flug.

Corona in Sachsen: Kretschmer für Lockerungen der Einschränkungen

Update, 15.27 Uhr: Bereits vor der offiziellen Videokonferenz sollen sich die Staatskanzleichefs in einer Telefonkonferenz auf Eckpunkte der Wiedereröffnung geeinigt haben. Die Kontaktbeschränkungen für Bürger sollen bis mindestens 3. Mai aber generell aufrechterhalten bleiben. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen einzelne Bundesländer aber folgendes planen:

  • Brandenburg: erste Lockerungen im Einzelhandel ab Ende April, keine Schulöffnungen in den nächsten zwei Wochen
  • Sachsen-Anhalt: Schulen und Kitas bleiben geschlossen, Prüfungen finden statt. Unter Auflagen dürfen Museen, Ausstellungen, Zoos und Ladengeschäfte bis 400qm ab 20.04. wieder öffnen - sowie Autohäuser, Fahrradhändler, Möbelhäuser und Buchläden
  • Sachsen: Hier sollen Kultureinrichtungen und Baumärkte wieder öffnen dürfen, ab 20 April soll schrittweise wieder Unterricht stattfinden sowie Abitur- und Meisterprüfungen stattfinden 
  • Thüringen: Schulen sollen erst bei genügend Schutz für Lehrer und Schüler wieder geöffnet werden, Abitur- und Mittlere-Reife-Prüfungen sollen ermöglicht werden 
  • Mecklenburg-Vorpommern will mit den Entscheidungen bis zum Abend warten.

Der Ruf nach Lockerungen und Schulöffnungen wird lauter. Ein ARD-Kommentator findet dazu deutliche Worte.

Update vom 15.04., 10.37 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betont vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch, dass die Krankenhäuser ihre Kapazitäten aufgestockt hätten und auch mehr getestet werden könne. Er will eine Lockerung in Bereichen, die gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtig sind, sagte er Zeitungen der Funke Mediengruppe.  „Wir werden nicht ohne, aber mit weniger Einschränkungen nach dem 20. April leben können“, so Kretschmer. Details zu einem Vier-Stufen-Plan sollen nach der Konferenz bekannt gegeben werden.

Die Universitätsklinik in Leipzig, gegen die ein werdender Vater geklagt hatte, erlaubt nach einer Neubewertung der Situation wieder eine Begleitperson pro Geburt.

Coronavirus in Leipzig: Werdender Vater klagt gegen Uniklinik

Update vom 9. April, 19.39 Uhr: Normalerweise undenkbar, in Zeiten von Covid-19 aber offenbar rechtens: Die Universitätsklinik Leipzig darf einem werdenden Vater während der Corona-Krise den Zutritt zum Kreißsaal verweigern. Durch das Hausrecht das Krankenhauses sei das Zutrittsverbot gedeckt, urteilte das Leipziger Verwaltungsgericht laut Mitteilung von Donnerstag. 

Zuvor hatte ein werdender Vater gegen den Beschluss der Uniklinik geklagt. Die Klinik lässt seit dem 3. April bei Entbindungen keine Begleitperson mehr in den Kreißsaal. Diese Entscheidung begründete das Krankenhaus mit einer befürchteten weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Der Kläger argumentierte hingegen, dass seine Anwesenheit im Kreißsaal für eine emotional unbelastete und komplikationslose Geburt der erwarteten Zwillinge seiner Lebensgefährtin unerlässlich sei. 

Coronavirus in Leipzig: Gericht weist Klage eines werdenden Vaters ab

Weiter betonte der Kläger, dass er dazu bereit sei, ausreichenden Abstand zum Personal zu halten, sich auf das Virus testen zu lassen und Schutzkleidung zu tragen. Dennoch wies das Verwaltungsgericht den Antrag des Manns auf vorläufigen Rechtsschutz nun ab. Das Zutrittsverbot sei verhältnismäßig, lautete die Entscheidung des Gerichts. 

Eine andere Entscheidung im Zusammenhang mit der Corona-Krise betrifft die Schüler in Sachsen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Abitur in Sachsen trotz der Pandemie zum regulären Zeitpunkt geschrieben werden kann. Die Prüfungen beginnen am 22. April, die Schulen werden wegen der Vorbereitung nur für die Abschlussklassen am 20. April wieder geöffnet, wie Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in Dresden sagte. 

Wann der übrige Unterricht wieder weitergeht, werde später entschieden, teilte der Minister außerdem mit. „Ein Notabitur ist für uns keine Option, wir wollen den Schülern die Möglichkeit bieten, Prüfungen abzulegen, in guter Atmosphäre und unter fairen Bedingungen.“ Eine Sonderregelung gibt es aber: Die, die sich beim Ersttermin dazu nicht in der Lage fühlten, könnten Klausuren nachschreiben.

In Baden-Württemberg steht unterdessen zur Debatte, dass eine Entscheidung zu Diesel-Fahrverboten in Stuttgart wegen der Corona-Pandemie verschoben wird. Eine entsprechende Bitte hat das Land gegenüber dem Stuttgarter Verwaltungsgericht geäußert.

Coronavirus in Ostdeutschland: Gericht definiert Bewegungsradius im Freien

Update vom 8. April 2020, 12.21 Uhr: Das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hat die Rechtsverordnung zum Schutz in der Corona-Krise für rechtens erklärt und zugleich „das Umfeld des Wohnbereichs“ präzisiert. Demnach dürfen sich Bürger für Sport und Bewegung bis zu 15 Kilometer vom Wohnort entfernen. 

Dies gelte laut dem Gericht unabhängig davon, ob dieser Bereich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pkw bzw. dem öffentlichen Nahverkehr erschlossen wird.

Sachsen möchte nach Ostern über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie entscheiden. Er rief die Sachsen zu Geduld und Disziplin auf - vor allem während der Osterfeiertage. Es gebe derzeit eine „trügerische Ruhe“, so der Regierungs-Chef.

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich in der Corona-Krise mit einem Brief an die Menschen in Sachsen gewandt. Über zwei Millionen Exemplare sollen nach Angaben der Staatskanzlei noch vor Ostern die Haushalte erreichen. Das solle auch eine "Motivation für Ostern" sein.  

Coronavirus in Ostdeutschland: Wissenschaftler entwickeln Notfall-Beatmungsgeräte - Klinik-Chef: „Die Lage ist ernst“

Update vom 7. April 2020, 12.30 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus fehlt es in vielen Ländern an den wichtigsten Schutzartikeln und Geräten. Nicht nur Schutzmasken werden benötigt, auch der Mangel an Beatmungsgeräten macht medizinischem Fachpersonal zu schaffen. 

Nun wurde jedoch eine Möglichkeit geschaffen, den Engpass an Beatmungsgeräten zu lindern. So sollen Forscher der Westsächsischen Hochschule Zwickau aus dem Bereich Biomedizinische Technik ein Notfall-Beatmungsgerät mitentwickelt haben, welches sich mit Hilfe eines 3D-Drucker nachproduzieren lässt.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Uniklinik Leipzig, der WHZ und des Frauenhofer IWU sei es gelungen, einen Prototypen zu erstellen, gibt die Hochschule bekannt. Vergangenen Freitag sei der Prototyp erfolgreich getestet worden. 

Wie die Hochschule auf ihrer Webseite schreibt, soll das Beatmungsgerät den Medizinern als letzte Möglichkeit zur Verfügung stehen. „Es handelt sich nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt, sondern soll als letzte Option dienen“, schreibt die Hochschule. Drei Beatmungsgeräte könnten pro Tag mit einem 3D-Drucker nachproduziert werden. Die Hochschule weist außerdem ausdrücklich daraufhin, dass die Notfall-Beatmungsgeräte international verwendet werden könnten.  

Coronavirus in Ostdeutschland: Stadt weitet Mundschutzpflicht aus - Klinik-Chef: „Die Lage ist ernst“

Update vom 6. April 2020, 14 Uhr: Auch in Potsdam werden immer mehr Todesfälle in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sind weitere Menschen in einer Klinik verstorben. So sei am Sonntagabend ein Mann und am Montagmorgen eine Frau gestorben. Dies teilte ein Sprecher des St. Josefs-Krankenhauses mit. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf insgesamt 21. Im stark von dem Coronavirus betroffenen „Ernst von Bergmann“-Klinikum (wir berichteten) seien bisher 15 Menschen an Covid-19 gestorben. 

Indes kündigte Söder einen bitteren Corona-Zeitplan bis Juli für Bayern an. Die Kritik an Schwedens Sonderweg in der Corona-Krise wird lauter. Führt es direkt in eine „Katastrophe“? 

Coronavirus in Thüringen: Partys im Quarantäne-Dorf Neustadt - Polizisten beleidigt und bespuckt

Indes kam es am Sonntag im Quarantäne-Dorf Neustadt (Thüringen) kurz vor Ablauf der 14-tägigen Quarantäne zu zwei Straßenpartys, die von der Polizei aufgelöst werden mussten. 

Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Eine Gruppe von sechs und eine Gruppe von zehn Leuten feierten ausgelassen eine Party. Das ist unerhört. Ich bin stinksauer und wütend.“

Als die Polizei eingriff, um die

unerlaubten Partys

aufzulösen, seien die Polizisten beleidigt und bespuckt worden. Ein Sprecher der Thüringer Polizei sagte diesbezüglich: „Auf das erste Ansprechen der Einsatzkräfte verhielten sich mehrere Personen sofort verbal aggressiv und verweigerten zum Teil die Angabe ihrer Personalien. Vereinzelt wurde in Richtung der Beamten gespuckt und angedroht, gegen die polizeilichen Maßnahmen vorgehen zu wollen.“ 

Im Kampf gegen die Verbreitung von Fake News in der Corona-Krise setzt Whatsapp jetzt auf ein Funktions-Update.

Corona-Krise in Ostdeutschland: Stadt weitet Mundschutzpflicht aus

Update vom 6. April 2020, 11.25 Uhr:  Jena ist die erste deutsche Stadt, in der das Tragen von Mundschutz Pflicht ist. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt dies etwa in Geschäften sowie in Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben. 

Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken. Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es zur Begründung. Ab Freitag (10. April) soll die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet werden.

Warum die „Flatten the Curve“-Strategie für ganz Deutschland nicht funktionieren kann, erzählt jetzt eine Wissenschaftlerin auf Youtube. Unterdessen warnt ein Arzt eindringlich vor dem Gebrauch von Einmalhandschuhen. Indes überholte Spanien Italien bei der Zahl der Infizierte. Dennoch gibt es Hoffnung. Deutschland hat unterdessen mehr als 100.000 Infizierte.

Corona-Krise: Erste Todesfälle in Leipzig - Klinik-Chef: „Die Lage ist ernst“

Update vom 5. April 2020, 12.51 Uhr: Das Coronavirus verlangt Ärzten, Krankenschwester und Pflegern weltweit seit Wochen Höchstleistungen ab. Wie ernst die Lage ist, zeigt nun ein Bericht aus der Intensivstation der Helios-Klinik im sächsischen Aue. Dort werden aktuell 17 Corona-Patienten und 38 Verdachtsfälle im Alter von 18 bis 95 Jahren versorgt. Fünf von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Weitere fünf Patienten der Klinik haben den Kampf gegen das Virus bereits verloren (Stand: 4. April, 18 Uhr).

„Die Lage ist ernst“, sagt Klinik-Leiter Marcel Koch im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Doch er betont auch, dass es keinen Grund zur Panik gebe und nicht annähernd italienische Verhältnisse herrschen würden. „Wir haben die Lage aktuell unter Kontrolle“, berichtet Koch. 

In der Helios-Klinik in Aue wurden mittlerweile drei Corona-Stationen für bis zu 137 Patienten eingerichtet. Eine der 17 Corona-Patienten, eine 81-jährige Dame, ringt seit Dienstag in dem Krankenhaus um ihr Leben. Mit einer schweren Lungenentzündung kam sie in die Notaufnahme, heißt es bei Bild.de. „Ihr Körper kämpft mit dem Virus.

Solange müssen wir sie beatmen, vielleicht wochenlang“, erklärt ihr Pfleger. „Wir wissen nicht, ob sie es schafft. Aber wir tun alles dafür.“  

Kanzlerin Angela Merkel berät nun mit dem Krisen-Kabinett über weitere Corona-Maßnahmen in Deutschland.*

Coronavirus in Sachsen: Klinik-Chef kritisiert Corona-Kleinredner bei Facebook

Die Seniorin ist eine von zehntausenden Rentnern, die gegen den Tod durch Covid-19 kämpfen. Bei Menschen, die das Virus nicht ernst nehmen, platzt Klinik-Leiter Koch der Kragen. „Das ist grausam und unmenschlich“, schimpft er in einem Facebook-Video, das mittlerweile tausendfach geliked wurde. 

Neben dem Frust und der Überlastung erleben die Klinik-Ärzte manchmal aber auch Ereignisse, die Hoffnung machen. So zum Beispiel der Fall einer 80-jährigen Corona-Patientin, die vor zwei Wochen mit einer schweren Lungenentzündung in die Helios-Klinik kam. Sie konnte vor kurzem gesund entlassen werden

Update vom 4. April 2020, 21.58 Uhr: In einem Pflegeheim in Sachsen ist die Lage aufgrund des Coronavirus äußerst angespannt. 

Stand Freitag (3. April) waren in dem Altenpflegeheim Bethlehemstift in Zwönitz 53 Bewohner und 37 Mitarbeiter mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, drei Bewohner sind verstorben. Wie die „Bild“-Zeitung nun berichtete, sei die Zahl der Corona-Todesfälle auf sechs angestiegen. 

Wie der MDR unter Berufung auf die Landesregierung berichtet, gibt es in insgesamt 16 Pflegeheimen Bewohner oder Pflegekräfte, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. 

Indes stieg die Zahl der Covid-19-Todesfälle auf bis zu 300 in NRW an. Ein Virologe sprach eine eindringliche Warnung aus. 

Coronavirus: Sachsen nimmt drei weitere Covid-19-Patienten aus Frankreich auf

Update vom 4. April 2020, 19.00 Uhr: Deutschland zeigt sich in Zeiten der Krise solidarisch mit seinen Nachbarländern. Sachsen nahm am Samstag drei weitere Corona-Patienten* aus dem stark betroffenen Frankreich auf. Ein luxemburgisches Ambulanzflugzeug brachte einen Patienten aus Saint-Dizier nach Dresden, die anderen beiden Patienten wurden mit einem Hubschrauber aus Bourscheid in der an Deutschland grenzenden Region Grand Est eingeflogen. 

Die drei Personen würden zur Behandlung aufgeteilt: Die Dresdner Uniklinik, das Fachkrankenhaus Coswig sowie das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt. Über die drei Patienten ist bislang nichts bekannt, es handle sich laut einer Sprecherin der Uniklinikums um Intensivpatienten. Am Donnerstag hatten die drei sächsischen Kliniken jeweils einen Patienten aus Frankreich aufgenommen. Im Bundesland wurden in den vergangenen Tagen acht Patienten aus Italien zur Behandlung nach Sachsen gebracht. Einer von ihnen verstarb in der Nacht zum Mittwoch in Leipzig, wo seit Dienstag währenddessen eine junge Frau vermisst wird.

Indes werden Zweifel an den RKI-Todeszahlen hinsichtlich des Coronavirus laut. Gibt es in Wahrheit viel weniger Corona-Tote in Deutschland?

Coronavirus in Sachsen: Stadt Kamenz verschenkt Masken an alle Einwohner 

Update vom 4. April 2020, 12.51 Uhr: Als erste Stadt in Sachsen verschenkt Kamenz an alle seine Bürger eine Mundschutzmaske. Das hat der dortige Stadtrat, wie am Samstag bekannt wurde, beschlossen. „Die Beschaffung ist angelaufen. Wir gehen davon aus, dass die ersten Haushalte ab dem 15. April die Masken erhalten“, sagte Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) laut dem Nachrichtenportal tag24.de.

Weiter berichtete er, die wiederverwendbaren Masken würden von dem ortsansässigen Unternehmen „Sachsen Fahnen“ produziert. Auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung und städtische Tochterfirmen sollen ausgerüstet werden. Nur Kinder bis einschließlich dem fünften Lebensjahr sind davon ausgenommen

Coronavirus in Sachsen: Stadt Kamenz verschenkt Masken an alle Einwohner 

Dantz geht davon aus, dass die Versorgung der Haushalte bis Ende April abgeschlossen werden kann. Mit der Maske werde außerdem ein Brief an die Haushalte verteilt, in dem Dantz auf ein Spendenkonto hinweist. „Sie haben damt die Möglichkeit, sich selbst zu fragen, was Ihnen diese städtische Leistung persönlich wert ist“, erklärte der Oberbürgermeister. 

Update vom 3. April 2020, 13.26 Uhr: Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf das Klinikum St. Georg berichtete, sind in Leipzig erstmals zwei Menschen in Folge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die beiden Männer im Alter von 86 und 73 Jahren seien zum Teil mit schweren Vorerkrankungen ins Klinikum gekommen. 

Aktuellen Zahlen zufolge sind in Sachsen damit nun 21 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 

Update vom 3. April 2020, 12 Uhr: Wegen möglicherweise unzuverlässigen Testergebnissen werden Hunderte Corona-Tests in Sachsen-Anhalt vorerst nicht genutzt. Betroffen seien 1675 Testsets, die vom Bund bereitgestellt wurden, bestätigte das Sozialministerium des Landes der Deutschen Presse-Agentur. „Die Abstrich-Röhrchen sind laut Herstellerangaben für Virus-Tests geeignet, entsprechen aber nicht den Empfehlungen des RKI.“ Das Ministerium hat den Gesundheitsämtern nun empfohlen, diese Materialien zunächst nicht zu verwenden.

Die Tests stehen im Verdacht, vor allem für Bakterien aber nicht für Viren geeignet zu sein. Das Landesamt für Verbraucherschutz untersuche nun, ob die Tests keine aussagekräftigen Ergebnisse lieferten, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Donnerstag. Grundsätzlich sei es aber möglich, mit den Tests eine Corona-Infektion nachzuweisen.

Wie viele dieser Tests bereits eingesetzt wurden, ist unklar. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass Experten den Tests bereits ansehen könnten, dass diese vor allem für Bakterien gedacht seien, heißt es aus dem Sozialministerium. Wenn sich herausstelle, dass die Tests tatsächlich keine zuverlässigen Ergebnisse liefern, werden sie den Worten von Grimm-Benne zufolge an den Bund zurückgeschickt.

Corona-Krise in Sachsen-Anhalt: Landesregierung beschließt Bußgeldkatalog, Kontaktverbot verlängert

Unterdessen hat auch die Landesregierung Sachsen-Anhalt das Kontaktverbot bis 19. April verlängert. Auch ein Bußgeldkatalog ist von der Landesregierung beschlossen worden. 

In Sachsen-Anhalt sind bislang 861 mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 3. April, 10.49 Uhr). Elf Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben. 
Indes schlug der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Alarm wegen Schutzmaterialien und verkündete einen neuen Plan. 

Unsere Erstmeldung vom 2. April 2020: Coronavirus: Immer mehr Todesfälle in Sachsen - auch italienischer Covid-19-Patient verstorben

Dresden/Leipzig - Immer mehr Corona-Tote hat aktuell das Bundesland Sachsen zu beklagen. Inzwischen sind dort 18 nachweislich mit Covid-19 infizierte Menschen gestorben, teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwoch mit. „Das ist eine Entwicklung, die uns Sorge macht“, sagte die Ministerin. 

Die Zahl der Toten stieg in Sachsen damit innerhalb von 24 Stunden um fünf, berichtet t-online.de. Alle Verstorbenen hatten bereits das 74. Lebensjahr erreicht. „Die Risikogruppe gehört besonders und gesondert geschützt“, forderte Köpping. Zugleich wurde am Mittwoch der Tod eines der in Sachsen behandelten italienischen Patienten, der im März in den Freistaat verlegt wurde, mitgeteilt. Wie das Uniklinikum erklärte, sei der 57-Jährige in der Nacht an einem Multiorganversagen gestorben. 

Coronavirus in Sachsen: Covid-19 spielte vielleicht nur Nebenrolle beim Tod des Italieners

Laut Christoph Josten, dem medizinischen Vorstand des Uniklinikums, habe der Patient noch an einer anderen lebensbedrohlichen Erkrankung gelitten, die vorher nicht bekannt war. Möglicherweise habe die Covid-19-Erkrankung bei seinem Tod nur eine Nebenrolle gespielt. 

Josten zufolge sind allerdings auch die anderen sieben Covid-19-Patienten aus Italien noch nicht völlig stabil. Eine von ihnen befindet sich am Herzzentrum in Leipzig in einem kritischen Zustand. Etwas bessere Nachrichten gibt es allerdings über die übrigen sechs Patienten. Sie seien „durchaus auf einem Weg der Besserung und Stabilisierung“, hieß es. „Man kann nach einigen Tagen der Intensivbehandlung noch kein abschließendes Statement abgeben, aber da sind wir optimistisch“, sagte Josten. 

Bis Mittwoch haben sich in Sachsen außerdem nachweisbar 2245 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das ist bezogen auf den Vortag ein Zuwachs um 161 Fälle. Gesundheitsministerin Köpping kündigte für die kommenden Tage ein Konzept an, um Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Behinderte besser mit Schutzmaterial und Corona-Tests versorgen zu können. 

Coronavirus in Sachsen: Innenminister Wöller zieht positive Bilanz zur Sicherheitslage

Zur allgemeinen Sicherheitslage zog Innenminister Roland Wöller (CDU) eine vergleichsweise positive Bilanz. So seien am Dienstag 148 Verstöße gegen die Auflagen und das Infektionsschutzgesetz* festgestellt worden - und damit zehn weniger als am Vortag. Allerdings gibt es auch Medienberichte, die diese Entwicklung in einen weniger optimistischen Zusammenhang stellen. 

So berichtet das Portal bento.de darüber, dass die Corona-Regeln in Sachsen zwar besonders streng sind, aber ihre Auslegung mitunter für Verwirrung sorgt. „Wir haben bewusst in der Allgemeinverfügung Wert darauf gelegt, einen unbestimmten Rechtsbegriff zu wählen“, sagte Innenminister Wöller bei der Präsentation der Regeln*.  So sind beispielsweise Spaziergänge und Sport nur noch im „Umfeld des Wohnbereichs“ erlaubt. Doch wie legt dieser sich fest?

Die Leipziger Polizei versuchte sich in der vergangenen Woche mit einer Interpretation des Beschlusses und legte fest: Bis auf fünf Kilometer Entfernung bewege man sich noch nahe am Wohnort. Kurze Zeit später führten Beamten Kontrollen durch und registrierten natürlich auch Verstöße. Doch einige Beamte haben Zweifel am aktuellen Vorgehen des Polizeiapparats. 

Coronavirus in Sachsen: Polizisten sind wegen uneindeutiger Regelungen verunsichert

„Wir sollen sicherstellen, dass eine Pandemie gestoppt wird und wissen nicht einmal, welche Regeln gelten“, kritisierte ein 29-jähriger Polizist aus Chemnitz, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit bento.de. Ob der - ohnehin nur eher moderate - Rückgang von Verstößen tatsächlich einen Trend aufzeigt, oder eher die Unsicherheit einiger Polizisten widerspiegelt, die nicht wissen, wie sie die Regeln auslegen sollen, bleibt fraglich. 

Doch zumindest eine Empfehlung gilt derzeit ohne jeden Zweifel, und so wird sie auch auf dem Twitter-Kanal der Polizei in Sachsen betont: „Wir bleiben für euch da - Bleibt ihr bitte für uns daheim“, lautet das oberste Posting der sächsischen Polizei in dem sozialen Netzwerk.

Übrigens: Alle bisherigen Entwicklungen der Coronavirus-Krise in Ostdeutschland lesen Sie in unserem vorherigen News-Ticker. Indes kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine bahnbrechende Studie an, wie merkur.de* berichtet. In Deutschland sind inzwischen mehrere Tausend Pflegekräfte mit dem Virus infiziert. Einen kuriosen Krankheitsverlauf nahm ein Fall in China, weshalb die Forscher von einer Mutation des Virus ausgehen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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