Gesundheitliche Vorteile marginal

Britische Impfkommission spricht sich gegen Corona-Impfung von gesunden 12- bis 15-Jährigen aus

Die 15-jährige Clara wird im Impfzentrum in Bremen geimpft.
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Die britische Impfkommission empfiehlt die Corona-Impfungen nicht für gesunde Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren. (Symbolbild)

Die britische Impfkommission hat sich gegen eine Empfehlung von Corona-Impfungen für gesunde Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren ausgesprochen.

London - Großbritannien plant noch im September den Start eines Auffrischungsprogramms mit einer dritten Impfung gegen das Coronavirus* für über 60-Jährige. Laut einem Bericht von Sky News soll die britische Impfkommission (JCVI) vorerst allerdings eine Corona-Impfung für gesunde Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren nicht empfehlen.

Corona: Britische Impfkommission empfiehlt Impfung von 12- bis 15-Jährigen nicht

Die Entscheidung der britischen Impfkommission, sich gegen flächendeckende Corona-Impfungen* von 12- bis 15-Jährigen auszusprechen, kommt überraschend. Die Kommission erweiterte zwar ihre Impfempfehlung für an Herz, Lungen und Leber erkrankte Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe, eine allgemeine Impfempfehlung wollte sie aber nicht aussprechen.

Zur Begründung hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Public Health England, die gesundheitlichen Vorteile einer Corona-Impfung* seien für gesunde Menschen diese Altersgruppe marginal. Bislang lautete die Empfehlung der Kommission, 12- bis 15-Jährige nur zu impfen, wenn sie in die Gruppe der besonders durch Covid-19* gefährdeten Menschen fallen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit unterdrücktem Immunsystem.

Corona in Deutschland: Stiko empfiehlt Impfungen für Jugendliche ab 12 Jahren

Erst vor einer Woche hatte das britische Gesundheitsministerium mitgeteilt, sich auf die flächendeckende Corona*-Impfung der 12- bis 15-Jährigen im größten Landesteil England vorzubereiten. Ob die Regierung der Empfehlung der Impfkommission folgen wird, war zunächst unklar. Die medizinischen Chefberater der vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland sollen nun eine endgültige Empfehlung aussprechen, die neben der individuellen Gesundheit auch weitere Gesichtspunkte wie die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einbezieht.

In Deutschland hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) Mitte August eine Empfehlung für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten sei man zu der Einschätzung gekommen, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte das Gremium damals mit. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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