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Corona in Bayern: Lockdown-Verlängerung? Söder mit klaren Worten - Münchner Virologin macht Hoffnung auf Weihnachten

CSU-Chef Markus Söder hat sich im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin zu den aktuellen Maßnahmen geäußert. Der Freistaat hat weiterhin hohe Fallzahlen zu beklagen.

  • Coronavirus-Pandemie in Bayern: Die Länderchefs wollen ab dem 25. November die Corona*-Kontaktbeschränkungen weiter verschärfen.
  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert deutschlandweit härtere Maßnahmen - besonders an den Schulen.
  • Alle Neuigkeiten rund um die Corona-Krise in Bayern lesen Sie immer aktuell in unserem News-Ticker. Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen in Bayern.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Bayern lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update, 20.30 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Schüler, Eltern und Lehrer in Bayern auf Klassenteilungen und Wechselunterricht eingestellt. Diese Corona-Schutzmaßnahmen könnten zumindest in einigen Klassenstufen und in Corona-Hotspots zum Einsatz kommen.

„Ich bin der festen Überzeugung: Schulen sollen offen bleiben, aber nicht auf Biegen und Brechen“, sagte Söder an diesem Dienstag in München. Wechselunterricht könne ein Modell im Rahmen einer Hotspot-Strategie sein, erklärte der Franke.

Coronavirus-Pandemie in Bayern: Corona-Ausbruch in einer Großbäckerei in Fürth

Update, 18.25 Uhr: Corona-Ausbruch in Mittelfranken: In einer Großbäckerei in Fürth sind (Stand Montag) 62 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Produktion stehe seit Freitag still, teilte eine Sprecherin von Wolf ButterBack mit.

Das Unternehmen beschäftigt laut dpa in der fränkischen Großstadt (rund 128.000 Einwohner) rund 600 Mitarbeiter. 118 Personen sind Firmenangaben zufolge in Isolation geschickt worden. Laut der Sprecherin wurden alle weiteren Arbeiter, die nicht in Quarantäne sind, an diesem Dienstag auf Covid-19 getestet.

Mit Lieferschwierigkeiten sei nicht zu rechnen, der Lagerbestand ist den Angaben nach ausreichend hoch.

Corona-Pandemie in Bayern: Ministerpräsident Markus Söder will keine weiteren Schulden aufnehmen

Update, 17.55 Uhr: „Wir haben schon das klare Ziel, dass wir keine zusätzlichen Schulden aufnehmen müssen zu dem, was wir vereinbart haben.“ Mit diesem Satz läutete Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an diesem Dienstag eine eintägige Haushaltsklausur seines Kabinetts ein.

Die bayerische Regierung wird per Videoschalte tagen und über die finanzielle Bewältigung der Corona-Krise im Freistaat sprechen. Das Ziel: Die Staatsregierung will über die geplanten und vom Landtag genehmigten 20 Milliarden Euro keine neuen Schulden aufnehmen. Stattdessen soll auf Rücklagen zurückgegriffen werden.

Corona-Pandemie in Bayern: Nürnberg legt wegen Covid-19-Kosten Prestigeprojekt „auf Eis“

Update, 17.05 Uhr: Es ist eine viel bemühte Frage in der Corona-Krise: Wer zahlt in einem zweiten Schritt die immensen Kosten für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland? Und welche anderen Investitionen werden dafür zurückgestellt?

Ein konkretes Beispiel wurde jetzt aus Nürnberg bekannt: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Franken-Metropole (rund 520.000 Einwohner) ihre Pläne für einen neuen Konzertsaal „auf Eis gelegt“ - wegen Corona.

Es ist das Prestigeprojekt schlechthin in der kreisfreien Großstadt. Doch: Dem SZ-Bericht zufolge hat Nürnberg den Spatenstich wegen der Haushaltskrise im Zuge der Pandemie vorerst auf 2026 verschoben.

Update, 16.50 Uhr: Die Zahl der mit Corona infizierten Kinder in Deutschland* steigt im Vergleich zum September immens. Besonders eine Gruppe Kinder steckt sich wohl eher an - die neuesten Erkenntnisse (siehe Link).

Update, 13.37 Uhr: Für die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist es vertretbar, noch ein paar Tage abzuwarten, bevor Bund und Länder möglicherweise schärfere Corona-Regeln aufstellen. Wenn sich jetzt alle an die geltenden Einschränkungen hielten, gebe es eine „gute Chance“, dass die Zahl der Neuinfektionen runtergehe, sagte die Virologin dem Bayerischen Rundfunk.

Corona in Bayern: Top-Virologin gibt Weihnachts-Ausblick - und macht Hoffnung

Ein Weihnachtsfest mit Familie und Freunden ist nach Einschätzung der Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und am Helmholtz Zentrum München prinzipiell möglich. Dabei solle sich aber jeder „gut überlegen, wie hoch das Risiko für diejenigen ist, die an der Feier teilnehmen“. Kritisch sieht es Protzer, das Fest von einem Wert unter 50 Neu-Infizierten innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner abhängig zu machen: Dieser Wert bedeute nicht, dass niemand mehr infiziert und ansteckend sei. 

Corona in Bayern: Söder hält Lockdown-Verlängerung für möglich

Indes hat sich der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin am gestrigen Montag (16. November) in der „Rundschau“ des BR zur aktuellen Corona-Lage geäußert. „Ich habe wenig Hoffnung, dass Ende November alle wieder gut ist“, erklärte Söder. Er gehe davon aus, dass die Anti-Corona-Maßnahmen über das Monatsende hinaus verlängert werden.

Update, 10.33 Uhr: Wirft man einen Blick auf die Landkreise, sind die 7-Tage-Inzidenzen bei den bayerischen Landkreisen alles andere als schmeichelhaft im bundesweiten Vergleich. Wie schon gestern führt der Kreis Freyung-Grafenau deutschlandweit. Dicht gefolgt von Traunstein (Platz 6), Augsburg (7), Passau (8) und Landkreis Passau (9). Von den traurigen Top-Ten der höchsten Tagesinzidenzen deutschlandweit Bayern damit fünf von zehn Plätzen.

Update vom 17. November, 7.33 Uhr: Für Bayern meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) über das Covid-19-Dashboard 1880 neue Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag. Damit sind in dem Bundesland insgesamt bisher 160.729 Corona-Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg in Bayern zum Vortag um 47 auf nun insgesamt 3191 Tote. Geschätzt sind rund 109.000 Personen wieder genesen.

Bayern in der Corona-Krise: Mahnungen beim Bund-Länder-Gipfel an die Bevölkerung

Update, 20.40 Uhr: Der Corona-Gipfel von Bund und Ländern ist beendet. Vorerst gibt es lediglich neue Aufforderungen und Mahnungen der Politik - etwa Kontakte weiter einzuschränken, im besten Fall auf einen weiteren, klar definierten Haushalt. Klar scheint aber schon jetzt, dass zumindest im Freistaat neue Regeln zu erwarten sind. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte in einem Interview mit dem TV-Sender Welt, er hätte schon am heutigen Tage verbindliche Maßnahmen bevorzugt. In seinem Statement im Kanzleramt hatte der CSU-Chef auch betont, es sei besser, den Lockdown zu verlängern, als „zu früh abzubrechen“.

Drastisch anmutende Neuigkeiten gibt es unterdessen aus Augsburg: Laut einem Bericht der Augsburger Allgemeinen hat die dortige Uniklinik angesichts der steigenden Corona-Zahlen Unterstützung bei der Bundeswehr angefordert. Seit Montag seien vier Sanitäter und zwei medizinische Fachangestellte der Armee im Einsatz. Grund seien auch Infektions- und Quarantänefälle beim Pflegepersonal der Klinik.

Bayern in der Corona-Krise: Söder debattiert in Berlin - im Freistaat droht neuer Ärger

Update, 19.20 Uhr: Zur Stunde ringt auch Markus Söder (CSU) mit den Ministerpräsidenten-Kollegen und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) um neue Corona-Regeln für ganz Deutschland. In Bayern erwartet ihn allerdings neuer Gesprächsbedarf: Die Gastwirte und Hoteliers im Freistaat halten das geplante neue Infektionsschutzgesetz rundheraus in der derzeitigen Form für „verfassungswidrig“. Das teilte der Verband DEHOGA Bayern am Montag mit.

Grund sei, dass die Novelle zwar Verbote und Beschränkungen für den gastronomischen Betrieb und Hotels vorsehe, aber keine Entschädigungen. „Das ist verfassungswidrig. Wenn unsere Betriebe ohne eigenes Verschulden schließen müssen, um Dritte zu schützen, bedarf es hier eines Ausgleiches“, warnte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer. Sollte es keine Nachbesserungen geben, wollen die Wirte und Beherbergungsbetriebe Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einlegen. Das Gesetz soll schon am Mittwoch verabschiedet werden.

Corona in Bayern: Landkreis Kulmbach hat Lockdown-Ziel bereits erreicht - Freistaat weiter dunkelrot

Update, 15.39 Uhr: Ein gelber Fleck in einer tiefroten Landkarte: Der einzige Landkreis in Bayern mit weniger als 50 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner ist zu Wochenbeginn Kulmbach gewesen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete am Montag (8.00 Uhr) für die Region einen entsprechenden Warnwert von 48,91. Die Rückkehr zu einem Wert von unter 50 hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Ziel erklärt. Ab dann gilt ein Landkreis auch nicht mehr als Risikogebiet.

Die allermeisten Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern verzeichneten aber weiter Werte im dreistelligen Bereich. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag am Montag bei 183,84. Am höchsten war diese Zahl in der Stadt Augsburg (307,50) sowie in den Landkreisen Traunstein (340,63) und Freyung-Grafenau (385,39).

Corona: Bayerische Wirtschaft durchlebt schwere Zeiten - Bei Lockdown im Dezember drohen Einbrüche

Update, 13.26 Uhr: Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft ist weiter ausgesprochen schlecht. Zwar verbesserte sich der von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) erhobene Index im Vergleich zu letzten Erhebung im Frühjahr um 13 Punkte auf 64, doch das ist „nach wie vor ein extrem niedriger Wert“, wie die Organisation am Montag mitteilte. Das Normalniveau liege bei 100 Punkten.

Die aktuelle Verbesserung beim Index geht ausschließlich auf optimistischere Erwartungen zurück. Die derzeitige Lage wird dagegen noch einmal ein Stück negativer eingeschätzt als im Frühjahr. „Je schlechter die Lage, desto eher rechnet man mit einer Erholung“, erklärte vbw-Präsident Wolfram Hatz.

Für Bayern erwartet er derzeit einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,5 Prozent im laufenden Jahr. Das gelte aber nur, wenn der aktuelle Teil-Lockdown auf den November begrenzt bleibe. Werde er verlängert und treffe das Weihnachtsgeschäft, sei dagegen mit einem Minus von 7 Prozent zu rechnen.

Freyung-Grafenau ist Hotspot: Corona-Zahlen im Deutschland-Vergleich - Bayern führt Statistik an

Update, 12.32 Uhr: Aktuell beraten die Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen und ziehen eine Lockdown-light-Zwischenbilanz. Ab 14 Uhr schaltet sich auch die Bundeskanzlerin mit ein. Bis dahin lohnt ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen für Bayern. Die RKI-Zahlen, gerade montags, sind ja bekanntlich so eine Sache*.

Aber wenn man sie mal als Indikator zulässt, führt Bayern gleich mehrfach eine traurige Hitliste an mit deutschlandweit der höchsten 7-Tage-Inzidenz - und zwar einerseits bayernweit und andererseits mit dem deutschlandweit führenden Landkreis. Der Landkreis Freyung-Grafenau verzeichnet laut RKI am Montag eine 7-Tage-Inzidenz von 385,4 Neuinfizierten auf 100.000 Einwohner. Am Wochenende überschritt er sogar die 400er-Marke. Und auch Bayern selbst führt laut RKI bei der Inzidenz die Statistik mit einem Wert von 181,99 an. Ob das Söder bei seiner Argumentation für härtere Maßnahmen gegenüber den anderen Ministerpräsidenten hilft oder nicht, sei dahingestellt.

Update, 11.03 Uhr: Erste Schlappe für Söder. Der bayerische Ministerpräsident wollte heute eigentlich eine einheitliche Maskenpflicht für alle Schüler deutschlandweit durchsetzen - diese Entscheidung haben die Ministerpräsidenten gleich eingangs vertagt - auf kommenden Montag (23. November).

Corona in Bayern: Ministerpräsidenten aktuell in Videokonferenz - kommen neue Beschränkungen?

Erstmeldung, Montag (16. November), 9.25 Uhr: Berlin/München - Ab 11 Uhr sitzen heute die Länderchefs per Videokonferenz zusammen. Gemeinsam will man auf die Zahlen der zweiten Welle* schauen in einer Zwischenbilanz nach zwei Wochen Lockdown-light und beraten, ob es eher in Richtung Verschärfung oder Lockerung gehen soll. Vorweg: Einig ist man sich nicht.

Corona in Bayern: Söder will Maskenpflicht an allen Schulen deutschlandweit - Ärger vorprogrammiert

Vor allem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat schon Sonntag und Montagmorgen seine neuen Vorschläge medial verbreitet. Und gerade bei Söders aktuellem Corona-Herzensthema, der Maskenpflicht* an allen Schulen, sind die Fronten verhärtet. Grundsätzlich zeigten sich mehrere Ministerpräsidenten offen für härtere Kontaktbeschränkungen, gerade im privaten Raum. Doch bei den Schulen wünscht sich die Mehrheit erstmal keine Änderungen oder gar Verschärfungen.

Anders Söder: Der sagte am Sonntag (15. November) schon bei Bild Live, er wünsche sich eine Maskenpflicht für alle Schulen, auch Grundschulen - deutschlandweit: „Ich bin dafür, eine Maskenpflicht überall einzuführen.“ Auch wenn die Symptome bei Kindern meist schwächer seien als bei Erwachsenen, so gebe es auch hier schwerere Krankheitsverläufe. Diese gelte es zu verhindern. Zumal die Stimmung an den Schulen sowieso schon am Limit sei. „Die Temperatur in den Schulfamilien, die steigt auch.“ Und nur die Maske könne da helfen, die „ist da ganz entscheidend, auch in der Grundschule“. Außerdem müsse man sich Gedanken über alternative Unterrichtsformen machen, ergänzt Söder heute Morgen in Bayern 2: „Neben Präsenz-, auch möglicherweise einen Wechselunterricht, gerade für die Älteren.“

Merkel prescht mit Kontaktbeschränkungen vor - zieht Söder in Bayern mit?

Zusätzlich hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgelegt, die sich dann gegen 14 Uhr dazuschalten will. Sie will deutlich härtere Kontaktbeschränkungen - im privaten wie öffentlichen Raum, für Erwachsene wie Kinder. „Die Zahlen stabilisieren sich etwas, aber zu langsam“, begründete Merkel ihren Vorstoß heute Morgen in der CDU-Präsidiumssitzung.

Sollte Merkels Wunschliste von den Ländern durchgewunken werden, würden die Bayern wohl erstmal nicht so viel davon merken. Der Lockdown im Freistaat war von Söder ja von Anfang an strenger gestaltet. Vor allem die harte Kontaktbeschränkung daheim kennen die Bayern schon: Nur zwei Haushalte. Verschärft wird mutmaßlich heute noch die Gesamtzahl der anwesenden Personen. Für Kinder wird das härter, vor allem in Regionen mit sowieso schon geschlossenen Schulen: Sie sollen sich auf einen Spielkameraden pro Nase begrenzen.

Corona in Bayern: Härtere Quarantäne-Regeln? Das widerstrebt Söder

Merkel will auch härtere Quarantäne-Bestimmungen. Das widerstrebt Söder. Vor allem, dass jeder mit Erkältungssymptomen gleich zuhause bleiben solle, darüber werden Bund und Länder noch einmal „ausführlich diskutieren“ müssen, sagte Söder im ZDF-“Morgenmagazin“. Grundsätzlich sei er aber schon für einen klaren Kurs und härtere Regeln, wie Söder bei Bayern 2 - mit einem Seitenhieb nach Österreich - bekräftigte.

Corona in Bayern: Söder mit Seitenhieb gegen Österreich

„Ich bin für einen klareren und härteren Kurs, weil sie auch langfristig wirken müssen. Wir können kein ständiges Auf-und-Ab oder Vor-und-Zurück machen. Man sieht an Österreich, welche Wirkung das hat.“

Markus Söder

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