Corona-Pandemie

Heilmittel gegen Covid-19 in Afrika entdeckt - Forscherteam belegt Wirkung von Pflanze

Ein Forscherteam des Max-Planck Institutes hat sich dem afrikanischen Hype um eine Heilpflanze gegen das Coronavirus angenommen:Und Überraschendes herausgefunden.

  • In Afrika gibt es seit einiger Zeit einen Hype darum, dass die Pflanze Beifuß gegen Covid-19 helfen soll.
  • Eine Forschergruppe vom Max-Planck-Institut will in einer vorläufigen Studie eine Wirksamkeit belegt haben.
  • Die Forscher warnen jedoch, dass noch genauere Tests zur Verwendung nötig seien.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland*. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

Schon seit April gibt es in Afrika einen regelrechten Hype um die Pflanze Artemisia Annua - das ist der einjährige Beifuß. Er steht in dem Ruf bei Covid-19 zu helfen. Mal wieder ein Gerücht um ein Corona-Medikament... Doch Forscher haben sich der Pflanze und ihren Wirkstoffen gewidmet - und Vielversprechendes herausgefunden.

Coronavirus: Extrakte der Beifuß-Pflanze zeigen im Labor vielversprechende Wirkung

Dazu muss man wissen, dass A rtemisia Annua, der einjährige Beifuß, in der Medizinforschung nicht unbekannt ist. Extrakte der Pflanze werden unter anderem in Asien und Afrika von Medizinern zum Beispiel bei der Behandlung von Malaria angewandt. Das sei auch ausschlaggebend für die Forscher des Max-Planck-Institutes gewesen, sagte gegenüber der Deutschen Welle Professor Peter Seeberger vom Max-Planck-Institut, der zusammen mit einem Chemiker aus Kentucky die Vor-Studie geleitet hat. Beteiligt waren ein Team des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, das US-Unternehmen ArtemiLife Inc. und medizinische Forscherinnen und Forscher in Dänemark und Deutschland

Die Blätter für die Studie wurden aus Kentucky geliefert. Die Überraschung: Tatsächlich greift der Wirkstoff Artemisinin, der aus dem Extrakt der Pflanze gewonnen wird, das Coronavirus an. Die beste antivirale Aktivität lieferten die Wirkstoffe, wenn sie mit absolutem Ethannol oder destilliertem Wasser extrahiert wurden. Kaffee soll die Wirkung sogar noch verstärkt haben.

Wirkstoff gegen das Coronavirus: Forscher warnt vor unbedarfter Anwendung

Hilft also ein guter Beifuß-Tee gegen Covid-19? Oder gar die Kräutersaft-Mischung mit dem Namen „Covid Organics“, die in Afrika so beliebt ist, dass es den Forschern unmöglich war, Proben davon für ihre Untersuchungen zu bekommen? Seeberger warnt gegenüber der Deutschen Welle: Mittlerweile gebe es immer häufiger Bedenken und Befürchtungen, dass sich Resistenzen entwickeln könnten, sagt er. „Wir möchten diejenigen, die in Malaria-endemischen Gebieten leben, davor warnen, diese Extrakte einzunehmen. Wir sollten wirklich warten, bis kontrollierte, klinische Studien durchgeführt wurden."

Diese klinischen Studien aber tragen einen bitteren Beigeschmack. So weist die Süddeutsche Zeitung  in ihrem Bericht zu der überraschenden Entdeckung auf einen Interessenskonflikt der Forscher hin, der nach Angaben des Blattes in der Fußnote des Forschungsberichtes vermerkt ist. So sei Peter Seeberger neben seiner Funktion als Direktor des Max-Planck-Instituts auch an der Firma Artemi-Life beteiligt und der Erstautor der Fachveröffentlichung, Kerry Gilmore, sei sogar der Direktor dieser Firma, die, wie Süddeutsche Zeitung berichtet, „derzeit eine Reihe von Tees und Kaffees verkauft, die mit Artemisia annua ergänzt werden.“

Im Zeitraffer arbeiten Forscher weltweit auch an der Entwicklung eines Impfstoffes.

Ab Juli 2020 gibt es für Verbraucher, Rentner und Urlauber wieder zahlreiche Änderungen in Deutschland.

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