Der News-Ticker

Corona: Erstes Bundesland könnte Ungeimpfte bald nicht mehr in Geschäfte lassen - Details durchgesickert

Die Corona-Zahlen in Deutschland schnellen in die Höhe. Das RKI meldet an diesem Freitag erneut Rekordwerte. Spahn fordert 2G-Plus für Veranstaltungen. Der News-Ticker.

  • Corona*: Die Inzidenz zieht unerbittlich an - auch am Freitag, 12. November, gibt es einen neuen Rekord (siehe Update vom 12. November, 6.06 Uhr).
  • Geimpfte sollen sich besser schützen und größere Veranstaltungen meiden, empfiehlt das RKI (Update, 12. November, 6.06 Uhr).
  • Spahn fordert 2G-Plus für Veranstaltungen (Update, 12. November, 10.37 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zu Corona in Deutschland ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung*.

Update vom 12. November, 21.58 Uhr: In Deutschland steigen die Inzidenz-Werte weiter an. Daher will Sachsen nun offenbar seine Corona-Regeln verschärfen. Nach Angaben der Bild berate die Landesregierung bereits über eine Verschärfung der Corona-Schutzverordnung.

Demnach beratschlage Sachsen unter anderem über eine 2G-Regel für alle Geschäfte, mit Ausnahme von Lebensmittel-, Bau- und Gartenmärkten, und 2G-Plus bei Großveranstaltungen. Zudem berate Sachsens Landesregierung auch über eine 3G-Regel am Arbeitsplatz, sowie über ein Verbot von landestypischen Veranstaltungen, so Bild. Sollte dieses Verbot kommen, müssten Christkindlmärkte und Bergparaden abgesagt werden.

Corona-Tests wieder kostenlos

Update vom 12. November, 13.23 Uhr: Deutschland versucht das Ruder beim Infektionsgeschehen herumzureißen. Ab Samstag sollen es wieder kostenlose Corona-Tests geben. Er werde die entsprechende Verordnung heute unterzeichnen, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an. „Sie gilt ab morgen.“

Corona: Österreich kündigt Lockdown für Ungeimpfte im ganzen Land an

Update vom 12. November, 13.08 Uhr: Österreich will einen Lockdown für Ungeimpfte einführen. In Oberösterreich und in Salzburg soll diese strikte Corona-Maßnahme - Stufe 5 - ab Montag gelten. Der Lockdown für Ungeimpfte soll jedoch auf ganz Österreich* ausgeweitet werden. Das kündigte Kanzler Schallenberger angesichts der steigenden Infektionszahlen an. Am Sonntagvormittag soll eine Videokonferenz dazu stattfinden, teilte auch Österreichs Gesundheitsminister Mückenstein auf einer Pressekonferenz am Freitag an.

Deutschland stuft Österreich als Hochrisikogebiet ein

Update vom 12. November, 11.00 Uhr: Deutschland stuft Österreich als Hochinzidenzgebiet* ein. Das bestätigen Spahn und Wieler auf Nachfrage eines Journalisten auf der Pressekonferenz. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Corona in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn fordert 2G-Plus

Update vom 12. November, 10.37 Uhr: Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn informiert mit RKI-Chef Lothar Wieler in diesen Minuten über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Die Pressekonferenz können Sie hier im Live-Ticker verfolgen. Angesichts der angespannten Corona-Lage soll diese PK jetzt wöchentlich stattfinden.

„Impfen und Testen reicht nicht mehr“, heißt es dort: Spahn denkt darüber nach, den Zugang zu Veranstaltungen nur noch nach 2G-Plus-Regeln zu erlauben. Also auch Geimpfte und Genesene müssen einen negativen Corona-Test vorweisen.

„Es ist 5 nach 12“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler zu aktuellen Corona-Lage in Deutschland. Es müsse aller Ziel sein, die Infektionsrate zu senken.

ZDF-„Politbarometer“ - So steht Deutschland zu härteren Corona-Schutzmaßnahmen

Update vom 12. November, 10.20 Uhr: Sind die Corona-Regeln in Deutschland zu lasch? Stimmen nach härteren Schutzmaßnahmen werden laut: 49 Prozent und damit mehr als doppelt so viele wie zuletzt (Ende Oktober: 20 Prozent) sind für strikter Regeln, wie eine aktuelle Umfrage des ZDF-„Politbarometer“ zeigt. Nur noch 32 Prozent der Befragten sind demnach mit den aktuellen Corona-Regeln zufrieden.  

Eine bundesweite 2G-Regel für Restaurants, Hotels und Kultur- und Freizeitveranstaltungen finden 67 Prozent gut und 32 Prozent gar nicht. 71 Prozent unterstützen den Vorschlag, am Arbeitsplatz eine 3G-Regelung einzuführen, bei der Beschäftigte geimpft, genesen oder getestet sein müssen. 26 Prozent sind dagegen. 

Für eine Impfpflicht beim Personal im Gesundheitswesen und in der Pflege sprechen sich 71 Prozent aus, 27 Prozent lehnen dies ab. Eine Impfpflicht für die Beschäftigten in Schulen und Kitas befürworten 65 Prozent, 32 Prozent sind dagegen.

Corona in Deutschland: RKI schlägt Alarm - Geimpfte sollen sich schützen

Update vom 12. November, 6.06 Uhr: Binnen eines Tages sind 48.640 weitere Coronavirus-Neuinfektionen und 191 Todesfälle laut Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet worden. Die 7-Tage-Inzidenz hat den fünften Tag in Folge eine Rekordmarke geknackt und liegt jetzt bei 263,7 - ein neuer Höchststand. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 169,9. Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards hervor.

Das RKI fordert auch Geimpfte auf, sich besser zu schützen. Im aktuellen Wochenbericht rät das Berliner Institut „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren.“

Seit Wochen steigen die Inzidenzen in allen Altersgruppen an. Den höchsten Wert gibt es dem RKI-Wochenbericht zufolge unter den 10- bis 14-Jährigen - mit 411 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Kindern in einer Woche, den 5- bis 9-Jährigen mit 345 und den 15- bis 19-Jährigen mit 302. In Schulen wird besonders häufig getestet.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler wollen heute über die aktuelle Corona-Lage informieren.

2G-Regel: Nächstes Bundesland verschärft Maßnahmen deutlich

Update vom 11. November, 16.00 Uhr: Nun weitet auch Brandenburg die 2G-Regelung deutlich aus. Ab Montag sollen auch in Gaststätten, Theatern, Kinos, Hotels und weiteren Einrichtungen nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mitteilte. Auch die Wiedereinführung der Maskenpflicht ab der ersten Schulklasse wurde beschlossen.

„Wir sind in einer echten Notfallsituation“, sagte Woidke. Die Infektionszahlen hätten sich in Brandenburg in den letzten acht Tagen verdoppelt. Man schränke jetzt für viele Menschen, vor allem für Ungeimpfte, Grundfreiheiten ein. Die Maßnahmen seien aber „zwingend erforderlich“, andernfalls drohe „ein Lockdown für alle“.

Ethikrat für Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Update vom 11. November, 15.29 Uhr: Der Druck auf die Politik, eine Impfpflicht einzuführen, steigt. Nach der Wissenschafts-Akademie Leopoldina hat sich auch der Deutsche Ethikrat für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ausgesprochen. Empfohlen werde „angesichts der gegenwärtigen pandemischen Situation“ eine „ernsthafte und rasche Prüfung einer berufsbezogenen Impfpflicht in Bereichen, in denen besonders vulnerable Menschen versorgt werden“. Die Entscheidung erfolgte der Mitteilung vom Donnerstag zufolge ohne Gegenstimme bei drei Enthaltungen.

Genannt wurden nun „Beschäftigte, die schwer oder chronisch kranke sowie hochbetagte Menschen beruflich versorgen, wie ärztliches und pflegendes Personal, aber auch Mitarbeitende des Sozialdienstes, der Alltagsbegleitung oder der Hauswirtschaft“. Diese trügen „eine besondere Verantwortung dafür, die ihnen Anvertrauten nicht zu schädigen“, hieß es zur Begründung.

Gleiches gelte auch „für Institutionen und Einrichtungen, die dafür verantwortlich sind, die dort versorgten Menschen keinen vermeidbaren gesundheitlichen Gefahren auszusetzen“, erklärte der Ethikrat weiter. Das Gremium empfahl der Bundesregierung, „unverzüglich eine hinreichend differenzierte gesetzliche Regelung für eine berufsbezogene Impfpflicht zu prüfen und gegebenenfalls eine praktikable und effektive Umsetzung vorzubereiten“.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer fordert Absage von Weihnachtsmärkten

Update vom 11. November, 12.48 Uhr: Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat wegen der dramatischen Corona-Lage die Absage von Weihnachtsmärkten gefordert. „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen“, sagte er am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. Er fordert, dass Bund und Länder den Bürgermeistern, Landräten und Marktbetreibern diese schwere Entscheidung jetzt abnehmen.

Sollte sich die Infektionsdynamik bis zum 25. November so fortsetzen wie in den vergangenen zwei Wochen, wäre das eine furchtbare Entwicklung, erklärte er. „Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Jetzt geht es darum, es rauszuholen.“ Kretschmer kritisierte erneut, dass die Ampel-Parteien die epidemische Notlage auslaufen lassen wollen: „Wie kann jetzt eine Ampel-Koalition auf die Idee kommen, der Bevölkerung zu sagen, es ist zu Ende.“

Niedersachsen: Tägliche Testpflicht für Ungeimpfte in Pflegeberufen

Update vom 11. November, 11.00 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu. In Bayern wurde am Mittwoch der Katastrophenfall ausgerufen, um die Situation besser managen zu können. Niedersachsen greift nun auch zu strikten Mitteln und führt eine tägliche Testpflicht für Ungeimpfte in bestimmten Berufsgruppen ein. Wer also nicht geimpft ist und in einem Alten- oder Pflegeheim arbeitet, muss nun jeden Tag zum Corona-Test antreten. Bisher war das dreimal wöchentlich der Fall.

Auch in Schlacht- und Zerlegebetrieben müssen Mitarbeiter, die nicht geimpft sind, alle zwei Tage getestet werden“, teilte die Staatskanzlei Niedersachsen mit.

Niedersachsen führt tägliche Testpflicht für Ungeimpfte in bestimmten Berufsgruppen ein.

Auch bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit 1000 bis 5000 Personen wird schon ab Warnstufe 1 auf 2G umgestellt. Dann können nur noch Geimpfte und Genesene teilnehmen.

Die Staatskanzlei kündigte außerdem weitere Verschärfungen unter Berücksichtigung der Pandemieentwicklung an. Man müsse um jeden Preis vermeiden, das Gesundheitssystem zu überfordern und möglichst viele Menschen vor dem Tod und schweren Verläufen bewahren.

Ethikrat empfiehlt Impfpflicht für bestimme Berufe

Update vom 11. November, 10.00 Uhr: Der Deutsche Ethikrat empfiehlt in Anbetracht der explodierenden Infektionszahlen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu prüfen. „Der Rat empfiehlt angesichts der gegenwärtigen pandemischen Situation nun ohne Gegenstimme bei drei Enthaltungen eine ernsthafte und rasche Prüfung einer berufsbezogenen Impfpflicht in Bereichen, in denen besonders vulnerable Menschen versorgt werden“, teilte das Gremium am Donnerstag (11. November) mit.

Nach Einschätzung des Ethikrats wäre dies besonders für Menschen, die schwer oder chronisch Kranke sowie hochbetagte Menschen versorgen - „wie ärztliches und pflegendes Personal, aber auch Mitarbeitende des Sozialdienstes, der Alltagsbegleitung oder der Hauswirtschaft“ sinnvoll. Die Begründung sieht der Rat in der besonderen Verantwortung, solcher Personen, die ihnen anvertrauten Menschen nicht zu schädigen. Dasselbe gelte auch für Institutionen und Einrichtungen, die die Personen, die sie versorgen, keinem unnötigen Risiko aussetzen dürfen.

Der Ethikrat empfehle der Bundesregierung, „unverzüglich eine hinreichend differenzierte gesetzliche Regelung für eine berufsbezogene Impfpflicht zu prüfen und gegebenenfalls eine praktikable und effektive Umsetzung vorzubereiten“. Dabei müssten „vielfach diskutierte Sorgen um etwaige negative Konsequenzen einer solchen Maßnahme, etwa Berufsausstiege in den betroffenen Berufsgruppen“, berücksichtigt werden. Diese seien aber „im Rahmen der Schutzpflichten gegenüber Menschen aus Hochrisikogruppen zu bewerten“.

Allein die Debatte um eine gesetzliche Impfpflicht könnte demnach als Signal an Institutionen wahrgenommen werden, Aufklärung und Impfkampagnen für die betroffenen Berufsgruppen zu organisieren.

RKI meldet mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen – 235 Covid-Tote an einem Tag

Update vom 11. November, 9.20 Uhr: Mit 50.000 haben die Neuinfektionen in Deutschland eine neue Schwelle überschritten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) vom Donnerstag wurden binnen 24 Stunden 50.196 neue Ansteckungen registriert.

Auch die 7-Tage-Inzident erreicht mit 249,1 einen neuen Rekordwert. Außerdem meldet das RKI 235 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. Noch vor einer Woche waren es 165, also deutlich weniger. Der bis zum 7. November 2021 geltende Höchststand war am 22. Dezember 2020 mit 197,6 erreicht worden. Damals waren allerdings noch kaum Menschen hierzulande geimpft.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Mittwoch mit 4,61 an (Dienstag: 4,31).

Die Gesamtzahl Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 4.894.250, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 97.198. Im Kampf gegen die Pandemie werden aktuell 2G-Regeln und die Booster-Impfung diskutiert.

Update vom 10. November, 20.20 Uhr: Zuletzt mehrte sich in Deutschland die Kritik, dass die Corona-Infektionszahlen durch die Decke gehen, die Bundesregierung zu konkreten Maßnahmen jedoch schweigt. Während SPD, Grüne und FDP nach Angaben der Sozialdemokraten noch bis zum Nikolaustag am 6. Dezember Koalitionsverhandlungen über eine mögliche „Ampel“ führen werden, war es um die geschäftsführende Regierung in der Coronavirus-Politik auffällig ruhig geworden.

Bis zu diesem Mittwoch. Denn: Noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt nun entschieden auf eine baldige Bund-Länder-Runde. Das Virus frage nicht nach politischen Einstellungen oder nach Übergangsregierungen, sagte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Teilnehmerkreisen in der Sitzung der Unionsfraktion in Berlin. „Wir müssen handeln“, erklärte die 67-Jährige: „Je schneller, desto besser.“ Wie geht es in der Corona-Politik weiter? Die Kanzlerin forderte nun abermals eine Zusammenkunft von Bund und Ländern im Kampf gegen das heimtückische Coronavirus.

Geschäftsführende Bundeskanzlerin: Angela Merkel von der CDU.

Corona in Deutschland: Münchner Mediziner fordert Impfpflicht für Lehrer und Ärzte

Update vom 10. November, 19.35 Uhr: Wegen rasant steigender Corona-Infektionszahlen fordert ein Münchner Mediziner umgehend eine Impfpflicht für Lehrer und Ärzte*. „Dies betrifft alle Personen, die in den Einrichtungen tätig sind, also neben Pflegenden auch Ärzte, Lehrer, Küchenpersonal, Reinigungskräfte“, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt für Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing der Südddeutschen Zeitung (SZ).

Karl Lauterbach reicht das nicht. Der SPD-Gesundheitsexperte verlangt eine „strikte Maskenpflicht für alle Kinder in allen Schulen - von der Grundschule bis zur Oberstufe“, wie der Rheinländer der SZ erklärte. wegen der hohen Ansteckungsgefahr für und durch Kinder in den Klassen.

Die zweite Maßnahme ist eine strikte Maskenpflicht für alle Kinder in allen Schulen.

SPD-Corona-Experte Karl Lauterbach

Update vom 10. November, 18 Uhr: Coronavirus-Alarm bei Deutschlands südöstlichem Nachbarn: In den österreichischen Bundesländern Salzburg und Oberösterreich explodieren die Corona-Zahlen. Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) schließt jetzt einen Lockdown für Ungeimpfte nicht mehr aus - und fordert eine Impfpflicht für die Gesundheitsberufe. Nach langem Hin und Her.

Corona in Deutschland: Neues Allzeit-Hoch an Infektionen in der Pandemie erreicht

Update vom 10. November, 17.30 Uhr: Wie kommen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland voran? Antwort: Weiter schleppend. Und das trotz der hohen Infektionszahlen im November. So vermeldeten das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministeriums über ihr Impfdashboard für Dienstag, 9. November, 312.000 weitere Impfungen.

Damit sind mindestens 67,3 Prozent der Bevölkerung vollständig immunisiert, 69,8 Prozent hätten mindestens eine Impfung erhalten (siehe auch das Update um 14.30 Uhr). Bei impfdashboard.de heißt es dazu erklärend: „Auf dem Impfdashboard werden die Impfquoten angegeben, die dem RKI über das Meldesystem DIM berichtet werden. Sie sind als Mindestimpfquoten zu verstehen (...) Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt, als auf dem Impfdashboard angegeben.“

Dabei ist die Corona-Situation deutschlandweit wieder an einem sehr ernsten Punkt angekommen. An diesem Mittwoch wurde ein neuer Höchststand mit 39.676 registrierten Corona-Fällen binnen eines Tages erreicht. Viele Experten und Politiker betonen weiterhin: Es hilft nur das Impfen.

Corona in Deutschland: Kostenlose Schnelltests sollen bald wieder möglich sein

Update vom 10. November, 15.50 Uhr: Die Menschen in Deutschland sollen voraussichtlich ab kommender Woche wieder mindestens einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche machen können. Laut einem Verordnungsentwurf des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) soll verhindert werden, dass Personen aufgrund finanzieller Erwägungen auf Tests verzichteten, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr.

Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten unter Berufung auf den Entwurf zuerst darüber. Seit 11. Oktober sind Corona-Tests in Deutschland in der Regel kostenpflichtig. Die neue Verordnung solle kommende Woche in Kraft treten, hieß es.

Update vom 10. November, 14.30 Uhr: In Deutschland sind am Dienstag mit 312 000 Dosen so viele Impfungen verabreicht worden wie seit August nicht mehr. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch über Twitter mit. Mehr als drei Millionen Menschen haben demnach bisher eine Auffrischungsimpfung erhalten. „Die Richtung stimmt, reicht aber noch nicht, um die Dynamik zu brechen“, sagte Spahn.

Inzwischen sind mindestens 67,3 Prozent der Bevölkerung (55,9 Millionen Menschen) vollständig geimpft. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor. 69,8 Prozent (58,0 Millionen Menschen) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Corona-Zahlen steigen in Sachsen und Thüringen - Erste Weihnachtsmärkte abgesagt

Update vom 10. November, 14.20 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich weiter an, vor allem Sachsen und Thüringen sind aktuell von hohen Corona-Werten betroffen (siehe Ursprungsmeldung). Aus Angst vor eventuell schärfen Corona-Regeln gibt es nun bereits die ersten Absagen für Weihnachtsmärkte in Sachsen.

Wie Bild berichtet, sollen Meerane und Lichtenstein in Sachsen bereits ihre Weihnachtsmärkte abgesagt haben. Der Dresdner Striezelmarkt sei bereits aufgebaut, ob er tatsächlich am 25. November öffnen kann, bleibt vorerst unklar. Ein Stadtsprecher Chemnitz hatte gegenüber dem Blatt bestätigt, aktuell Gespräche zu führen. Demnach sei aktuell noch nicht klar, ob der Chemnitzer Weihnachtsmarkt stattfinden könne.

Auch in Thüringen soll es bereits die ersten Absagen corona-bedingt geben. So sei der historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg für dieses Jahr abgesagt worden.

Corona-Alarm in Deutschland: Spahn schießt gegen Länder-Alleingang und fordert „flächendeckend“ 2G

Update vom 10. November, 12.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ein bundesweites Vorgehen bei der Anwendung der 2G-Regel in der Corona-Pandemie verlangt. Es werde Einheitlichkeit in der Frage 3G oder 2G gebraucht, sagte Spahn am Mittwoch im „Frühstart“ von RTL/ntv. „Wir haben jetzt bald wieder 16 unterschiedliche Regelungen, das führt nicht per se zu mehr Akzeptanz.“

Der geschäftsführende Minister warf die Frage auf, ob 2G etwa im Freizeitbereich „flächendeckend im ganzen Bund“ gelten soll. Die Einführung von 2G oder 3G-Regeln ist bislang Sache der Länder. Auch der Gesetzentwurf der Ampel-Parteien, mit dem Neuregelungen für die Zeit nach der epidemischen Lage von nationaler Tragweite geschaffen werden sollen, sieht hier keine grundlegende Änderung vor.

Lediglich für den Arbeitsplatz wollen SPD und Grüne und FDP künftig bundesweit die weichere 3G-Regel festlegen. Sie schreibt vor, dass entweder ein Impf-, Genesenen oder Testnachweis vorgelegt werden muss. Bei der 2G-Regel entfällt die Möglichkeit des Freitestens.

Spahn sprach sich für die Einberufung einer Ministerpräsidentenkonferenz aus. Dies wäre „ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger, Bund und Länder arbeiten zusammen, machen klar, wie ernst die Lage ist“. sagte er.

Corona-Inzidenz des RKI steigt auf 232: Intensivmediziner sieht nur eine Regel als Lösung

Ursprungsmeldung vom 10. November 2021: Berlin - Die Corona*-Pandemie nimmt auch in Deutschland wieder an Fahrt auf, seit Wochen meldet das Robert Koch-Institut drastisch steigende Infektionszahlen. Noch in der vergangenen Woche hatte das Institut einen neuen Corona-Höchstwert gemeldet, an diesem Mittwoch, 10. November 2021, wurden jedoch erneut so viele Corona*-Neuinfektionen gemeldet, wie noch nie zuvor.

RKI meldet Corona-Rekord: Intensivmediziner fordert flächendeckend 2G

Wie das RKI am Mittwoch meldet, stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz auf 232,1. Am Montag hatte der Wert mit 201,1 den bisher höchsten Stand seit Pandemie-Beginn in Deutschland erreicht. Im vergangenen Winter hatte der Höchstwert am 22. Dezember bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 197,6 gelegen.

Während die vierte Corona-Welle über Deutschland rollt, mahnt Epidemiologe Hajo Zeeb zu mehr Vorsicht. „Es ist dringend nötig, dass wir vom Entspannungsmodus in den Ernsthaftigkeitsmodus zurückkehren, leider auch alle Geimpften“, erklärte der Experte vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Da auch Geimpfte und Genesene sich infizieren könnten, dürfte aus seiner Sicht „2G plus Test“ Standard werden über den Winter. Das würde bedeuten, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Orten haben und zusätzlich getestet sein müssen.

Corona in Deutschland: Müssen die ersten Patienten schon bald verlegt werden?

Geht es nach Intensivmediziner Christian Karagiannidis sollte spätestens in der kommenden Woche bundesweit flächendeckend 2G eingeführt werden. „Im europäischen Umland hat das eine Menge gebracht, deshalb sollten wir das auch umsetzen. Wir müssen
reagieren“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) dem Berliner Tagesspiegel.

Bereits seit Wochen spitzt sich die Situation auf den Intensivstationen zu. Es dauere nicht mehr lange, bis die ersten Corona-Intensivpatienten aus den schwer betroffenen Bundesländern Sachsen und Thüringen verlegt werden müssten, weil dort kein Platz mehr sei. „Ich habe mir die Kurven heute nochmal angeguckt - die gehen mir zu steil nach oben. Das wird nicht mehr länger als zwei, drei Wochen so gehen“, so Karagiannidis.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Währenddessen sorgt die Stiko für eine Impfstoff-Überraschung. Nachdem Nebenwirkungen nach einer Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Moderna vermehrt beobachtet wurden, ändert die Stiko nun ihre Empfehlung für unter 30-Jährige.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/Bernd von Jutrczenka/dpa

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