Bergamo schon wieder Hotspot

Nach schlimmem Frühjahr: Italien macht Bergamo erneut zur „roten Zone“ - es gelten härteste Lockdown-Regeln

Eine Zeichnung des Künstlers Franco Rivolli am Krankenhaus Papa Giovanni XXIII, das eine Ärztin mit Flügeln und dem Land Italien im Arm zeigt.
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Ein Gemälde an einem Krankenhaus in Bergamo als Dank an die Ärzte und Krankenschwestern.

Bergamo wurde erneut zur „roten Zone“ ernannt - es gelten scharfe Lockdown-Regeln. Schon im März hatte die italienische Stadt schwer mit dem Coronavirus zu kämpfen.

  • Die Stadt Bergamo gilt erneut als Corona-Hotspot* und wurde von der italienischen Regierung zur „roten Zone“ ernannt.
  • Damit müssen die Einwohner unter den schärfsten Lockdown-Maßnahmen des Landes leben.
  • Am Mittwoch wurden in Italien über 30.000 Neuinfektionen gemeldet.

München - Nach den schlimmen Bildern vom Frühjahr muss die Stadt Bergamo nun auch die zweite Corona-Welle* überstehen. Von der italienischen Regierung zur „roten Zone“ ernannt, gelten ab Freitag wieder die härtesten Lockdown-Regeln Italiens. Der parteilose Regierungschef Giuseppe Conte hatte diese für 15 Tage angeordnet.

Nun gelten in der Stadt nahe des Comer Sees nächtliche Ausgangbeschränkungen von 22 bis 5 Uhr und tagsüber strenge Kontakt-Beschränkungen. So darf das eigene Wohnumfeld laut Bild (Artikel hinter einer Bezahlschranke) nur für Bewegungen an der Luft, für den Beruf oder das Studium, die Gesundheit oder Notfälle verlassen werden. Dazu braucht es eine ausgefüllte Selbsterklärung. Diese könne von der örtlichen Polizei jederzeit verlangt werden.

Coronavirus in Bergamo/ Italien: Einwohner dürfen nur mit Maske spazieren

Es ist den Bewohnern lediglich erlaubt tagsüber alleine - und mit Maske* - spazieren zu gehen, zu joggen und Fahrrad zu fahren. Restaurants, Bars, einige Geschäfte, Museen und Sporteinrichtungen müssen schließen. Nur für Apotheken, Lebensmittel-Läden, Zeitungshändler, Friseure und Tabakläden werden Ausnahmen gemacht. Kindergärten und Schulen bis zur Unterstufe dürfen ebenfalls offen bleiben. Jede weitere Formen von Bildung, etwa der Universitäts-Unterricht oder Unterricht in höheren Klassen, muss Online durchgeführt werden.

Bürger und Firmen wurden von der römischen Regierung dazu aufgefordert, so viele Kapazitäten wie möglich ins Home-Office zu verlagern. Dementsprechend dürfen auch Öffentliche Verkehrsmittel nur noch halbvoll sein.

Coronavirus in Bergamo/ Italien: Angst vor weiteren schlimmen Bildern

In Bergamo, wo 120.000 Menschen leben, werden täglich circa 150 Neu-Infektionen des Coronavirus* gemeldet. Die italienische Regierung will auf einen nationalen Lockdown verzichten und versucht, einzelne Hotspots auf lokaler Ebene in Form von drei Risikozonen zu regulieren. Dabei würden rund 20 Kriterien herangezogen. Unter anderem spiele die Belastung und Qualität des Gesundheitssystems eine Rolle.

Damit hatte Bergamo schon im Frühjahr große Probleme. Zeitweise starben so viele Menschen, dass das Militär mit Lastern anrücken musste, um die Leichen abzutransportieren. Einem Antikörper-Massentest zufolge, könnte sogar über die Hälfte der Einwohner im Frühjahr an Corona* infiziert gewesen sein.

Coronavirus in Italien: Land vermeldete über 30.000 Neuinfektionen am Tag

Neben der Lombardei in Norditalien wurden auch das Aostatal und die Piemont-Region um Turin als „rote Zone“ eingestuft. Im Süden des Landes ist Kalabrien betroffen, das in Deutschland zeitweise die einzige Region war, die nicht als Risikozone betrachtet wurde. Insgesamt wurden in Italien am Mittwoch 30.550 Neuinfektionen innerhalb eines Tages vermeldet. Das sind circa 10.000 mehr in als in Deutschland und das obwohl das Land rund 20 Millionen Einwohner weniger hat. (ta) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.