News-Ticker

Corona-Inzidenz über 300: Lauterbach gibt düstere Dezember-Prognose ab - deutliche Regel-Forderung

Ist die Corona-Lage in Deutschland außer Kontrolle? Die Inzidenz steigt auf neuen Rekordwert. Ab Mittwoch könnte in Baden-Württemberg die 2G-Regel greifen. Der News-Ticker.

  • Ab Mittwoch könnte die 2G-Regel in Baden-Württemberg kommen (Update vom 15. November, 15.40Uhr).
  • Lauterbach fordert massive Einschränkungen für Ungeimpfte, auch Reisebeschränkungen sind im Gespräch (Updates vom 15. November, 14.37 Uhr und 18.30 Uhr).
  • Die Grünen rudern bei der zuvor verkündeten Corona-Teil-Impfpflicht für bestimmte Berufe zurück (Update vom 15. November, 22.33 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zu Corona* in Deutschland ist beendet. Hier gibt es die Fortsetzung ab dem 16. November.

Update vom 15. November, 22: 33 Uhr: Am Dienstagmittag (15. November) sah es noch so aus, als wäre eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen beschlossene Sache, denn Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt vermeldete Einigkeit unter den möglichen künftigen Regierungspartnern SPD, Grüne und FDP. Zwar ruderte sie kurz darauf zurück und erklärte, dass sie missverstanden worden sei, vom Tisch ist die Impfpflicht aber noch lange nicht. Auch wenn es noch keine Einigung gebe, solle über dieses Thema weiter gesprochen werden, erklärte die Fraktionschefin der Grünen am Nachmittag.

Die Diskussion um die Impfpflicht in bestimmten Berufen – etwa in der Pflege oder der Kinderbetreuung – war bei Göring-Eckardts Klarstellung längst losgetreten. Frank Werneke, Vorsitzender von ver.di, warnte eindringlich davor: „Die Impfquote in Bereichen wie der Pflege, dem Gesundheitswesen und Kitas ist im Verhältnis zum Durchschnitt der Bevölkerung sehr hoch. Wenn jetzt über eine Impfpflicht nachgedacht wird, führt das nicht dazu, dass signifikant mehr Menschen geimpft werden, sondern dass noch mehr Betroffene ihren Beruf verlassen werden“, erklärte er am Nachmittag.

Zudem verschärfe laut Werneke eine Impfpflicht den Personalmangel in allen betroffenen Bereichen zusätzlich, namentlich in der Pflege und im Gesundheitswesen. Das wiederum führe zu einem Glaubwürdigkeitsproblem in der Politik, nachdem eine Impfpflicht zuvor monatelang ausgeschlossen wurde und nun plötzlich alles anders kommen soll, mahnte Werneke. „Für die Beschäftigten in den Krankenhäusern, in der Pflege und in Kitas, die zwar enorm viel leisten, bleibt die frustrierende Erfahrung, dass sie von der Politik und den Arbeitgebern meistens nur mit warmen Worten abgespeist werden sollen.“

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz befürwortet dagegen die Debatte über eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Beschäftigte in Pflegeheimen. „Ich finde es richtig, dass wir jetzt eine Diskussion darüber begonnen haben, ob man das machen soll“, sagte der geschäftsführende Vizekanzler am Montagabend beim Wirtschaftsgipfel der „Süddeutschen Zeitung“. Allein darüber zu sprechen, sei schon eine deutliche Aussage - SPD, Grüne und FDP hätten diese Debatte bewusst geöffnet.

Mediziner fordert Reisebeschränkungen für Ungeimpfte - und „lückenlose Kontrollen“

Update vom 15. November, 18.30 Uhr: Gibt es bald Reisebeschränkungen für Ungeimpfte? Das zumindest fordert der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn. Er ist Mitglied im Deutschen Ethikrat. „Die 2G-Regel sollte beim Überschreiten der EU-Binnengrenzen generell gelten. Das wäre epidemiologisch sinnvoll und ethisch gerechtfertigt“, sagte Henn der Rheinischen Post und sprach sich dabei für „lückenlose Kontrollen“ an Flughäfen aus.

Derzeit gilt für die Einreise in die meisten EU-Staaten die 3G-Regel. Demnach müssen vor allem Flugreisende entweder einen negativen Corona-Test oder ihren Status als Geimpfte oder Genesene nachweisen. Dabei reicht in manchen Ländern ein Antigen-Schnelltest, andere verlangen einen PCR-Test.

Update vom 15. November, 15.40 Uhr: In Baden-Württemberg könnte ab Mittwoch die Corona-Alarmstufe greifen. Dann würden Ungeimpfte großteils vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums berichtete der dpa gegenüber, dass die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen den kritischen Wert von 390 vermutlich am Montag und Dienstag überschreiten wird. Dann würde die 2G-Regel beispielsweise in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen sowie bei den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen greifen.

Lauterbach mit düsterer Prognose und drastischer Forderung

Update vom 15. November, 14.37 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gibt eine düstere Prognose ab. Bereits Anfang Dezember rechne er mit der flächendeckenden Überlastung der Kliniken, gab er den Zeitungen der Funke Mediengruppe gegenüber zu bedenken. Abwenden lasse sich das jetzt kaum noch. Um den flächendeckenden Kollaps der Kliniken abzuwenden, müsse man nun zu drastischen Mitteln greifen. Lauterbach forderte daher, Ungeimpften nur noch Zugang zu Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken, sowie zum Arbeitsplatz zu gewähren.

Update vom 15. November, 13.35 Uhr: Eine Corona-Impfpflicht soll für mehrere Berufe kommen. Die möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP sind nach Angaben von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt einig über die Einführung einer Impfpflicht in bestimmten Bereichen. „Wir werden eine Impfpflicht brauchen für Einrichtungen, bei Pflegeheimen, bei Kindertagesstätten et cetera. Wir werden das auf den Weg bringen“, sagte Göring-Eckardt am Montag in Berlin. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass die Mitglieder der angestrebten Ampel-Koalition sich in dieser Frage einig seien.

Der Vorstoß sei aber nicht Bestandteil der Reform des Infektionsschutzgesetzes, die diese Woche beschlossen werden soll, sondern eines separaten Gesetzgebungsverfahrens, erklärte Göring-Eckardt.

Intensivmediziner fordert Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte

Update vom 15. November, 12.05 Uhr: Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte fordert Intensivmediziner Christian Karagiannidis. „Kontaktbeschränkungen, wo immer es geht, sind hilfreich. Jeder muss sich gut überlegen, ob er jetzt wirklich ins Stadion oder auf eine Party mit 50 Leuten gehen muss“, sagt Christian Karagiannidis, Präsident der Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin im rbb.

Die Intensivstationen laufen mit Corona-Patienten voll (siehe Update 9.27 Uhr). Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Zahl weiterhin mit 50 bis 100 Patienten pro Tag wachse. „Das heißt, in zehn Tagen ist man bei 4.000 Intensiv-Patienten“, warnt Karagiannidis. Mehr Tempo beim Boostern sei zudem wichtig. „Das Boostern hat einen enormen Effekt auf den R-Wert - also nicht nur darauf, dass die Älteren vor der Intensivstation geschützt sind, sondern auch darauf, dass jüngere Menschen, die nicht schwer erkranken nach der Boosterung, das Virus nicht weitergeben.“ Nach Weihnachten wird die vierte Corona-Welle laut Karagiannidis nicht beendet sein, dafür sei das Impftempo zu langsam.

Update vom 15. November, 12 Uhr: Wo stecken sich die Menschen in Deutschland mit Corona an? Infektions-Hotspots zeigt jetzt eine Auswertung der Warnhinweise, die per Luca-App* versendet werden.

Corona-Inzidenz in einem Landkreis bei Kindern über 2000

Update vom 15. November, 10.52 Uhr: Die Inzidenz in Deutschland ist auf einem neuen Höchststand. In den einzelnen Regionen sind die Unterschiede enorm. Allerdings sind die Unterschiede bei der Inzidenz in den Altersgruppen noch extremer.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz weist eine Inzidenz von 712,2 auf. In der Altersgruppe der bis 14-Jährigen liegt der Wert bei 2097,6. Das sei quer durch alle Altersgruppen der absolute Höchstwert, berichtet ntv.de.

Im Landkreis Bautzen läge die Inzidenz der bis 14-Jährigen bei 2011,8. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge befindet sich ntv.de zufolge die Altersgruppe der 15 bis 34-Jährigen mit 1754,1 an der Spitze - sowie bei den 35 bis 59-Jährigen mit einem Wert von 1424,2. Besonders hoch ist die Inzidenz bei den über 80-Jährigen im Landkreis Freyung-Grafenau - mit 789,1.

Corona in Deutschland: Mehr als 3.000 Covid-Patienten auf Intensivstation

Update vom 15. November, 9.27 Uhr: Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen derzeit 3.132 Covid-19-Patienten behandelt werden. Davon werden 1.599 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters (Stand: 15. November, 9.45 Uhr) hervor. Die Prognose von DIVI-Leiter Christian Karagiannidis (siehe Erstmeldung) ist damit schon eingetreten.

Corona-Inzidenz über 300: Weltärztechef schießt gegen Politik-„Versager“ - Winter kann „bitter und tödlich“ werden

Update vom 15. November, 8.01 Uhr: Weltärzte-Chef Montgomery erhebt schwere Vorwürfe gegen die Politik im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie hätten „in Worten und Handeln an vielen Stellen versagt“, sagte Frank Ulrich Montgomery der Düsseldorfer Rheinischen Post.  Er meinte, wer apodiktisch sage, keine Impfpflicht und nie wieder Lockdown*, habe die Epidemiologie des Virus nicht verstanden.

„Es liegt an uns, dass der Winter nicht bitter und tödlich wird“

Weltärztebund-Chef Montgomery

Montgomery forderte, den Druck auf Ungeimpfte deutlich zu erhöhen. „Eine Impfpflicht überall dort, wo Menschen eine Garantenstellung gegenüber Schutzbefohlenen haben, also im Altenheim, im Krankenhaus oder in der Schule. Wer das nicht will, kann dort nicht arbeiten.“ Und: „Der Winter wird kalt, es liegt an uns, dass er nicht auch noch bitter und tödlich wird.“

Frank Ulrich Montgomery fordert schärfere Corona-Maßnahmen im Kampf gegen die vierte Welle.

Corona: Inzidenz steigt erstmals über 300

Update vom 15. November, 6.18 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz hat zum ersten Mal die 300er-Marke geknackt. Das RKI meldet am Montagmorgen eine Inzidenz von 303,0 für ganz Deutschland (Vortag: 289,0; Vormonat: 68,7).

Binnen eines Tages sind weitere 23.607 Corona-Neuinfektionen und 43 weitere Todesfälle gemeldet worden (Vorwoche: 33 Todesfälle). Das geht aus den Daten des RKI-Covid-19 Dashboards am Montag (15. November) hervor.

Corona in Deutschland - Die Inzidenz in den Bundesländern (Stand 15. November 2021)

Bundesland7-Tage-Inzidenz (Stand 15. November 2021)
Baden-Württemberg386,0
Bayern525,7
Berlin 306,2
Brandenburg376,1
Bremen113,4
Hamburg167,0
Hessen184,9
Mecklenburg-Vorpommern176,4
Niedersachsen132,8
Nordrhein-Westfalen167,0
Rheinland-Pfalz167,6
Saarland190,1
Sachsen754,3
Sachsen-Anhalt304,9
Schleswig-Holstein98,4
Thüringen543,2
Corona in Deutschland: Der Anstieg bei den Neuinfektionen setzt sich weiter fort. Die Werte erreichen neue Rekorde.

Lauterbach fordert Corona-Verschärfung - Merkel-Vertrauter schließt harten Schritt nicht mehr aus

Update vom 14. November, 19.45 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun schließt Schulschließungen nicht aus. Das sagte der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel am Sonntag in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Man müsse Schulschließungen aktuell nicht erwägen, doch man sei gut beraten, „nichts apodiktisch auszuschließen“, denn „wir müssen weiter Achtung vor der Pandemie haben“, so Braun, der mittlerweile auch offiziell den CDU-Vorsitz anstrebt.

Die Christdemokraten fordern auch konkrete Maßnahmen, etwa eine Verlängerung der „epidemischen Lage nationaler Tragweite“ oder ein Lockdown für Ungeimpfte. Eigentlich soll die epidemische Lage am 25. November auslaufen. Doch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst beispielsweise ist dafür, den Status bis Mitte nächsten Jahres laufen zu lassen, wie die Bild berichtet. Aus Sicht von Wüst würde das Bund, Ländern und Kommunen mehr Möglichkeiten geben, „Schlimmeres zu verhindern.“

Robert Habeck hatte indes vorgeschlagen, einen Lockdown für Ungeimpfte in Erwägung zu ziehen*. „Kontaktbeschränkungen sind schmerzliche Einschnitte, das wissen wir alle noch zu gut. Angesichts der dramatischen Lage können sie für Ungeimpfte regional nötig werden“, so Habeck gegenüber der Funke Mediengruppe.

Derzeit etwa 3.000 Corona-Intensivpatienten in Deutschland

Update vom 14. November, 17.14 Uhr: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland steigt: Aktuell liegen 3034 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen. Von Samstag auf Sonntag erhöhte sich die Zahl damit um 93. Etwa die Hälfte von ihnen (1557) muss invasiv beatmet werden. Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Das Register weist insgesamt 21.843 Intensivbetten in Deutschland aus. Am Sonntag waren bereits 19.160 davon belegt, etwa jeder sechste Kranke auf einer Intensivstation ist demnach aktuell ein Corona-Patient.

Die Anzahl der Corona-Kranken auf Intensivstationen hatte im Januar dieses Jahres mit 5762 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Allerdings hatten während der Pandemie tausende Pfleger aufgrund der extremen Belastung ihren Job gekündigt*, sodass aktuell weniger Pflegepersonal zur Verfügung steht als zu Beginn der Corona-Krise.

Corona in Deutschland: Sachsen erhält 4,5 Millionen FFP2-Masken

Update vom 14. November, 14.22 Uhr: Sachsen erhält von der Bundesregierung kostenlos kurzfristig 4,5 Millionen FFP2-Masken und eine Million Schnelltests. Die Masken aus den Bundes-Beständen stammten aus deutscher Produktion und würden für die besonders von Corona betroffenen Regionen im Freistaat zur Verfügung gestellt, erklärte das Bundesgesundheitsministerium der Sächsischen Zeitung vom Montag.

Demnach hatte die sächsische Landesregierung den Bund hierbei um Unterstützung gebeten. „Es zeigt sich, dass es gut war, über den Sommer Reserven an Schutz- und Testmaterial aufzubauen. Das hilft nun“, sagte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Zeitung.

Unabhängig davon liefert der Bund den Angaben zufolge zur Zeit erneut kostenlos Schutzmasken an alle Pflegeheime in Deutschland. Die vierte Corona-Welle wird nach Einschätzung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU*) bis Ostern dauern und eine Rekordzahl an Toten* bringen.

Corona-Krise: Lauterbach fordert 3G-Regel im Bahn-Fernverkehr

Update vom 14. November, 11.48 Uhr: „In dieser Corona-Situation ist es unverantwortlich, dass Menschen ungeimpft und ungetestet in vollen Zügen im Fernverkehr stundenlang eng neben anderen Passagieren sitzen“: Karl Lauterbach hat wegen der aktuellen Corona-Zahlen (siehe Erstmeldung) strengere Regeln im Bahn-Fernverkehr gefordert.

Der Bild am Sonntag (BamS) erläuterte der SPD-Gesundheitsexperte sein Anliegen damit, dass ohne eine 3G-Regel (Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete) in diesen Zügen 50 Prozent der Plätze frei bleiben müssten. Das sei Geimpften insbesondere in der Weihnachtszeit kaum zumutbar.

„3G“ oder nur halbe Platzbesetzung in Fernzügen: Karl Lauterbach fordert wegen Corona strengere Regeln.

Deutschland: Über fünf Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen - Inzidenz 289,0

Erstmeldung vom 14. November: Berlin - Deutschland hat die Fünf-Millionen-Marke überschritten: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntagmorgen 33.498 erfasste Corona-Neuansteckungen binnen 24 Stunden – seit dem Pandemie-Beginn gab es damit hierzulande 5.021.469 Fälle. Ihre tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

55 neue Todesfälle an oder mit Covid-19 kamen am Samstag außerdem hinzu. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger liegt nun bei 97.672. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz beträgt aktuell 289,0 (Vortag: 277,4). Am Montag (8. November) hatte der Wert die Schwelle von 200 überschritten.

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland: „Diese Welle wird mehr Todesopfer verlangen“

Deutschland stehen nach Überzeugung von Politikern und Ärztevertretern äußerst harte Wochen in der Corona-Pandemie bevor.„Diese vierte Welle wird mehr Opfer, auch mehr Todesopfer, verlangen als alles, was wir bisher kannten“, wird Kretschmer in der Bild am Sonntag (BamS) zitiert. Er stellte die Menschen zugleich darauf ein, dass die angespannte Situation noch Monate andauern wird. „Aus dem vergangenen Jahr wissen wir: Wir müssen bis Ostern durchhalten. Vorher wird diese Welle nicht zu Ende sein.“

„Die Lage in Deutschland hat eine äußerste Dramatik“, warnte Grünen-Chef Robert Habeck. „Die Welle, die wir vor uns haben, wird alle bisherigen Wellen in den Schatten stellen“, befand Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Divi-Leiter zur Corona-Lage in Deutschland: „Uns rennt wirklich die Zeit davon“

DIVI-Leiter Christian Karagiannidis, twitterte am Samstagabend: „Die eingeschränkte Betriebsfähigkeit der Intensivstationen und der Personalmangel haben ein All-Time-High erreicht. Die Mitarbeiter:innen rackern gerade weg, was sie können, aber sie sind zunehmend am Limit.“ In der rbb-Abendschau warnte er: „Uns rennt im Moment wirklich die Zeit davon.“

Karagiannidis rechnet damit, dass die Schwelle von 3.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen in den kommenden zwei bis drei Tagen erreicht werde. Am Samstag meldete die DIVI 2941 Covid-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Innerhalb von zwei Wochen stieg die Zahl um rund 1000. Stärker als bei vorherigen Infektionswellen gebe es regionale Unterschiede. „Vor allen Dingen Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen bereiten mir doch größte Sorgen“, sagte der Intensivmediziner.

DIVI-Leiter Karagiannidis rechnet mit mehr als 3000 Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen schon Mitte November 2021.

Corona-Krise: „Uns droht einer regelrechter Exodus in der Pflege“

Karagiannidis verwies zudem darauf, dass die Zahl der Pflegekräfte während der Pandemie substanziell abgenommen habe. Verdi-Vorstand Sylvia Bühler sagte der BamS: „Uns droht ein regelrechter Exodus in der Pflege.“

Die Bundeswehr will laut Spiegel bis Weihnachten 12.000 Soldaten zur Unterstützung von überlasteten Kliniken und Gesundheitsämtern mobilisieren. Uniformierte Helfer sollten auch für Booster-Impfungen und Schnelltests vor Pflegeheimen und Hospitälern bereitstehen. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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