Aktuelle Lage im PK-Ticker

Corona: RKI stuft Gefahrenlage in Deutschland herab - doch Todeszahlen sprunghaft angestiegen

Lange sanken die Zahlen - nun steigen sie teils wieder an. Auf einer PK informieren Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler über die Corona-Lage in Deutschland.

  • Corona-Fallzahlen in Deutschland: Die Todeszahlen steigen deutlich an (Erstmeldung)
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CSU) und RKI-Chef Lothar Wieler informieren über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland.
  • Hier im Ticker finden Sie alle Infos zur Pressekonferenz am Dienstag (1. Juni, 10.30 Uhr) in Berlin.

Update vom 1. Juni, 11.40 Uhr: Die Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler ist beendet.

Die wichtigsten Punkte der PK in Berlin haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Deutschland in seiner Corona-Risikobewertung - von „sehr hoch“ auf „hoch“ herabgestuft (siehe Update 11.12 Uhr und 10.39 Uhr).
  • Die Corona-Lage in Deutschland hat sich deutlich verbessert. Die dritte Corona-Welle ist gebrochen, doch die Pandemie sei noch nicht vorbei, betonen Spahn und Wieler auf der PK.
  • Impfen sei ein wichtiger Faktor: Bei der Immunisierung gegen Corona müsse die Impfung vor der Durchseuchung gewinnen. Das sei wichtig um auf den „letzten Metern in diesem Marathon der Pandemie“ weitere schwere Covid-19-Erkrankungen sowie Todesfälle zu verhindern.

Update vom 1. Juni, 11.23 Uhr: „Betrug ist eine Sauerei“, sagt Jens Spahn zu den Betrugs-Verdachtsfällen bei Corona-Schnelltests. Der Gesundheitsminister führt aus, dass die Suche nach der Balance pragmatisch zu sein oder alles „en détail“ zu regeln. Es seien viele Teststationen in Deutschland entstanden und auch viele Corona-Tests durchgeführt worden. Viele Bürger würden das Angebot nutzen. Es gibt Situationen in denen die Staatsanwaltschaft jetzt ermittelt. Die Unterlagen für die Sachkosten - bis zu sechs Euro - müssten vorgelegt werden. Wer für 3.50 Euro eingekauft habe und dann für 6 Euro abrechnet, begehe Betrug.

Update vom 1. Juni, 11.12 Uhr: Auf Nachfrage erklärt der Gesundheitsminister Jens Spahn die Folgen zur Herabstufung der Risikolage in Deutschland von „sehr hoch“ auf „hoch“. Seit dem 11. Dezember 2020 war die Corona-Lage vom RKI als „sehr hoch“. „Die Herabstufung sei eine Einschätzung für alle, zu sehen, wo wir jetzt stehen“, so Spahn. Die Infektionsgefahr ist gesunken. Und: „Die dritte Welle ist gebrochen.“ Rechtliche Folgen habe diese Einstufung keine. Sie fasse eben die aktuelle Entwicklung und deren Parameter zusammen. Spahn versucht das mit einem Bild zu erklären: „Wir können schwimmen gehen, aber wie weit können wir herausschwimmen? Die Lage wird besser, sie wird deutlich besser“, sagte Spahn, „aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie“. Von 412 Landkreisen haben sich nun nur noch in vier mehr als 100 von 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Corona-Virus angesteckt.

Update vom 1. Juni, 11 Uhr: Die steigende Inzidenz beunruhigt RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn momentan nicht. Die 7-Tage-Inzidenz stiegen auch nach den RKI-Modellen, der dann auch wieder runtergeht, erklärt Wieler. Doch alle Werte würden sich derzeit positiv entwickeln. Der RKI-Chef weist jedoch ausdrücklich daraufhin, dass je niedriger die Inzidenzwerte sind, umso schneller schwankt der R-Wert.

Update vom 1. Juni, 10.51 Uhr: „Seien Sie sauer auf mich, wenn es mit einem Impftermin nicht klappt und nicht auf die Mitarbeiter in der Arztpraxis“, sagt Jens Spahn auf die Probleme bei Vergabe von Impfterminen in Praxen. Die Daten für die Impfungen würden im Juli besser vorliegen. Es sei viel Bürokratie, beklagten sich Ärzte, deswegen würden jetzt nur grobe Daten erhoben und vorliegen. Wie, ob eine Erst - und Zweitimpfungen stattgefunden habe, und ob der Geimpfte unter oder 60 Jahre alt sei.

Update vom 1. Juni, 10.39 Uhr: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Die Entwicklung sei erfreulich. Öffnungsschritte müssten kontrolliert und vorsichtig sein. „Das Virus wird nicht verschwinden“, so Wieler. Es sei wichtig, dass ein großer Teil der Bevölkerung immun ist und die Fallzahlen niedrig bleiben.

Corona-Risikobewertung: RKI stuft Gefahrenlage von „sehr hoch“ auf „hoch“ herab

Von 412 Landkreisen gibt es nur noch vier, die eine 7-Tage-Inzidenz über 100 haben, erklärt der RKI-Chef die Lage. Deswegen würde das RKI das Risiko von „sehr hoch“ auf „hoch“ herabstufen. Das Impfen und die Corona-Maßnahmen seien weiter wichtig, mehr als 80 Prozent in der Bevölkerung immun seien. Der größte Teil sei es nämlich noch nicht. Es seien die letzten Meter in diesem Marathon in der Pandemie. RKI-Chef Wieler appelliert jetzt nicht nachzulassen.

„Es kann ein guter Sommer werden“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Corona-Lage in Deutschland

Update vom 1. Juni, 10.30 Uhr: „Der Termin am Dienstag ist gut gewählt“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn zum Termin der Pressekonferenz an diesem Dienstag. Sonst findet die PK zur aktuellen Lage am Freitag statt. „Wir sind gerade in einer besonderen Situation“, betont Spahn. Die Lage entwickelt sich gut. Doch der Blick auf Großbritannien zeige, dass eine Corona-Mutation schnell die Situation verändern könne. Rund 50 Prozent aller Erwachsenen wären in Deutschland seien schon geimpft. 50 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer kündigt der Gesundheitsminister an. Deswegen könne er ein Impfangebot ab zwölf Jahre alte Kinder bekräftigen.

„Es kann ein guter Sommer werden“, betont Spahn. „Wir haben uns das hart erarbeitet durch viel Verzicht, durch testen und durch impfen“.

Update vom 1. Juni, 10.24 Uhr: Die Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler startet gleich. Die schwankenden Corona-Fallzahlen und Inzidenz-Werte hatten im Vorfeld für Kritik gesorgt. Die 7-Tage-Inzidenz ist für Lockerungen in Deutschland entscheidend. Ein weiteres großes Thema ist auf der PK wahrscheinlich die Impfungen für Kinder sowie der Abrechnungsbetrug bei den Corona-Schnelltests.

Update vom 1. Juni, 9.36 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler informieren an diesem Dienstag über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Die Pressekonferenz ist für 10.30 Uhr terminiert (siehe Erstmeldung). Die Zahl der Corona Neuinfektionen ist so niedrig, wie schon lange nicht mehr: 1.785 neue Corona-Fälle. Zuletzt waren diese Zahl im Anfang Oktober 2020 so niedrig.

Im Vergleich zur Vorwoche sind die Todeszahlen jedoch sprunghaft angestiegen. Hier macht sich offenbar der Feiertag-Effekt - der Pfingstmontag - bemerkbar. Im RKI-Lagebericht vom Montagabend (30. Mai) heißt es: „In den letzten Wochen wurden Werte, die am Anfang einer Woche berichtet wurden, typischerweise leicht nach oben korrigiert. Sie hatten also das reale COVID-19 Geschehen in Deutschland leicht unterschätzt. Gegen Ende einer Woche geschätzte Werte verhielten sich stabiler.“

Corona-Inzidenz steigt wieder an: RKI meldet massiven Sprung der Todeszahlen - Spahn-PK am Vormittag

Erstmeldung vom 1. Juni 2021

Berlin - Die Temperaturen in Deutschland werden sommerlicher, die Corona-Zahlen sinken und bundesweit dürfen sich Bürger über weitreichende Lockerungen der strengen Corona*-Maßnahmen freuen. Seit Wochen scheint sich die Corona-Pandemie in Deutschland endlich zu entspannen, die für die Corona-Maßnahmen ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz sinkt von Tag zu Tag.

Doch nun verzeichnet das Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit Anfang Mai wieder einen Anstieg der Inzidenz. Und auch die Todeszahlen steigen rapide an. Am Dienstagvormittag informieren Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler über die aktuelle Lage in Deutschland.

Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Zahlen - Erstmals seit drei Wochen leichter Anstieg der Inzidenz

Obwohl sich die Corona-Lage in Deutschland seit Wochen entspannt, beobachten viele Experten noch immer das aktuelle Infektionsgeschehen mit besonderer Vorsicht. Und tatsächlich: am Dienstag, 1. Juni 2021, meldet das RKI erstmals seit Wochen wieder einen leichten Anstieg einzelner Corona-Faktoren.

So liegt die 7-Tage-Inzidenz* erstmals seit drei Wochen höher als am Vortag. Demnach wurden den Gesundheitsämtern in den vergangenen 24 Stunden 35,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Einen Tag zuvor wurde der Wert noch mit 35,1 angegeben (Vorwoche: 58,4). Zuletzt gestiegen war die Inzidenz vom 9. auf den 10. Mai, seitdem war sie kontinuierlich gefallen. Was der Inzidenz-Anstieg genau bedeutet, ist nur schwer einzuschätzen. Das RKI hatte nach dem Pfingstmontag (24.5.) darauf hingewiesen, dass der Feiertag zunächst zu weniger gemeldeten Erregernachweisen - und damit einer niedrigeren Inzidenz - geführt haben dürfte.

Corona in Deutschland: RKI meldet deutlich mehr Todeszahlen als in der Vorwoche

Währenddessen zeigt sich bei der Meldung der aktuellen Infektionszahlen auch weiterhin ein positiver Trend. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 1.785 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen. Die Zahl der Personen, die an oder mit dem Virus verstorben sind, steigt am Dienstag, 1. Juni 2021, jedoch rapide im Vergleich zur Vorwoche an. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 153 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Tote gewesen. Am Montag, 31. Mai 2021, hatte das RKI bundesweit noch 36 verstorbene Corona-Patienten gemeldet, am Montag zuvor waren es 43 Todesopfer.

Am Dienstagvormittag wollen dann Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler im Rahmen einer Pressekonferenz ab 10.30 Uhr über die aktuelle Lage in Deutschland informieren.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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