News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Vollbremse zu Ostern „brauchbarer Beschluss“ - Lauterbach warnt dennoch

Der Corona-Inzidenzwert ist in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiter gestiegen. Lauterbach ordnet die Oster-Vollbremse ein. Alle Infos in unserem News-Ticker.

  • Die Infektionszahlen und die 7-Tage-Inzidenz* in Deutschland steigen ungebremst an (siehe Update 23. März, 6.17 Uhr).
  • Ostern 2021 fällt aus: Wegen der dritten Corona-Welle wird der harte Lockdown jetzt über Ostern nochmals verschärft und bis zum 18. April verlängert (siehe Update 23. März, 6,17 Uhr).
  • Intensivmediziner erwarten einen Anstieg der Covid-19*-Patienten auf den Intensivstationen (siehe Update vom 23. März, 11.01 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 23. März, 14.28 Uhr: In Berlin wird der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie voraussichtlich bis zum 24. April verlängert und damit um knapp eine Woche mehr als von Bund und Ländern vereinbart. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der dpa.

Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich beim Corona-Gipfel auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 18. April geeinigt. Grund für die Verlängerung sind steigende Corona-Infektionszahlen und die Ausbreitung der ansteckenderen und gefährlicheren britischen Virus-Variante B.1.1.7.

Corona in Deutschland: Lauterbach nennt Oster-Vollbremse „brauchbaren Beschluss“ - und warnt

Update vom 23. März, 13.43 Uhr: Die Oster-Vollbremsung ist nach Ansicht von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein „brauchbarer Beschluss“.

„Die Vollbremse zu Ostern plus die Notbremse bis dahin sind ein brauchbarer Beschluss, wirken aber nur, wenn sich alle daran halten“, twittert Lauterbach. Entscheidend sei, ob bis nach Ostern die Teststrategie von zweimal Testen pro Woche in Schulen und Betrieben vorbereitet sei.

Bis Ostern und auch kurz danach würden die Fallzahlen wieder steigen. „Der kurzen Unterbrechung an Ostertagen gelingt keine Umkehr aus dem exponentiellen Wachstum“, warnt der Experte. „Daher gilt weiter: will man die belegt wirksamen Ausgangssperren vermeiden, müssen auch die Betriebe Tests anbieten.“ 

Corona in Deutschland: Ruhetag an Gründonnerstag?

Update vom 23. März, 13.27 Uhr: Ostern 2021 soll radikal alles runtergefahren werden, und zwar von Gründonnerstag (1. April) bis einschließlich Ostermontag (5. April). An Gründonnerstag sollen sämtliche Läden schließen und auch die Wirtschaft weitgehend heruntergefahren werden, heißt es. Um den Gründonnerstag herrschte anfänglich etwas Verwirrung. Geprüft wird jetzt, ob der Gründonnerstag über das Infektionsschutzgesetz zum Ruhetag erklärt werden kann. Eine Regelung über das Feiertagsgesetz zu treffen sei zeitlich unmöglich, da dies von allen 16 Ländern umgesetzt werden müsste.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner erwarten volle Intensivstationen

Update vom 23. März, 11.01 Uhr: Intensivmediziner rechnen in den kommenden Wochen mit mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. „Die Zahl unserer Patienten steigt seit einigen Tagen wieder und wird auch die kommenden zwei bis drei Wochen weiter steigen“, sagte Gernot Marx, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der Rheinischen Post. Marx begrüßte die in der Nacht zum Dienstag von Bund und Ländern vereinbarten schärferen Corona-Einschränkungen. Die Verschärfungen über Ostern als Reaktion auf das aktuelle Infektionsgeschehen sei angebracht.

Momentan werden 3.153 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon müssen 1.697 künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des Divi-Intensivregisters hervor (Stand: 23. März, 11.10 Uhr).

Corona in Deutschland: „Britische Mutante hat in Deutschland die Führerschaft übernommen“

Update vom 23. März, 8.52 Uhr: Der Lockdown wird mindestens bis zum 18. April verlängert. Über Ostern (vom 1. bis einschließlich 5. April) soll das private, wirtschaftliche und öffentliche Leben radikal runtergefahren werden.

„Die britische Mutante hat auch in Deutschland die Führerschaft übernommen und sorgt jetzt für eine sehr ernstzunehmende dritte Welle“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Dienstag in der ntv-Sendung „Frühstart“. „Das macht leider wieder Beschränkungen erforderlich.“

Braun verteidigt radikalen Lockdown über Ostern 2021

Zu dem Osterbeschluss sagte Braun, dieser könne „einen Beitrag leisten, dass das Infektionsgeschehen dann auch wirklich sinkt. Das ist besser erträglich als Maßnahmen, die die nächsten drei oder vier Wochen zusätzliche Beschränkungen bedeuten.“

Für die Zeit nach Ostern stellte Braun deutlich mehr Schnelltests und mehr Impfdosen auch für die Hausärzte in Aussicht. „Mitte Mai und im Juni werden wir eine hohe Geschwindigkeit beim Impfen haben, deshalb ist ja unser Ziel, im Sommer soll jeder sein Impfangebot gehabt haben, und dann können wir zur Normalität zurückkehren.“

Corona in Deutschland: 7-Tage-Inzidenz zieht wieder an

Update vom 23. März, 6.17 Uhr: 7.485 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden.

Vor genau einer Woche hatte das Institut binnen eines Tages 5.480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Dienstagmorgen deutschlandweit bei 108,1. Derzeit gibt es nach RKI-Angaben 166.000 aktive Corona-Fälle.

Corona-Fallzahlen2.674.710 Menschen haben sich bislang nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert
Todesfälle in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion74.964 Menschen in Deutschland starben mit oder an Corona

Corona: Radikaler Lockdown über Ostern

Über Ostern wird der Lockdown schärfer als je zuvor. Urlaubsreisen sind in den Ferien kaum möglich.  Vom 1. bis einschließlich 5. April, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen das in einer mehr als elfstündigen Marathonsitzung in der Nacht zum Dienstag. Der seit mehr als drei Monaten geltende harte Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird insgesamt um drei Wochen bis zum 18. April verlängert.

Corona in Deutschland: Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert täglich über die aktuelle Corona-Lage.

Corona in Deutschland - Ministerpräsident twitter „ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ.....“ während Corona-Debatte

Update vom 22. März, 1.30 Uhr: Knapp sechs Stunden lang waren die Verhandlungen unterbrochen, nun sickern weitere Details im Rahmen des Corona-Gipfels durch. Wie Bild berichtet, beratschlagen Bund und Länder aktuell über eine verstärkte Notbremse. Demnach sollen ab einer Inzidenz von über 100 nicht nur die zuvor getroffenen Öffnungsschritte zurückgenommen werden, weitere Maßnahmen sollen außerdem in Kraft gesetzt werden können. Unter anderem von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sei die Rede. Wie das Portal weiter berichtet, soll auch überlegt werden, Oster-Gottesdienste über die Feiertage nur virtuell zu erlauben.

Während die Corona-Beschlüsse für Schlagzeilen sorgen, rückt auch das Verhalten so mancher Teilnehmer in den Fokus. Vor allem ein Tweet von Bodo Ramelow sorgt aktuell für Verwunderung. In der kurzen Nachricht informiert der Politiker nicht über die aktuellen Beschlüsse, ein langes „ÄÄÄÄÄÄ“ sorgt stattdessen für Verwirrung. Einen ähnlichen Tweet setzte bereits am Donnerstag, 18. März, der Landeschef von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, ab. Auch er überraschte mit vielen aneinandergereihten „ÄÄÄÄ“s. Doch kurze Zeit später gab Haseloff am Donnerstag bereits Entwarnung. Der Buchstabe wurde durch ein Missgeschick der Welt mitgeteilt. Was im Falle von Bodo Ramelows Tweet dahinter steckt ist bislang nicht bekannt. Im Netz finden sich allerdings reichlich meist unernst gemeinte Interpretationen.

Ramlows Tweet sahen viele User auf Twitter als Kommentar zu den Bund-Länder-Verhandlungen, die sich zu dem Zeitpunkt des Tweets schon mehr als zehn Stunden hingezogen hatten. Ein User twitterte ein Bild von Ramelows Äs und schrieb darüber: „Was nach dem letzten Level bei Candycrush passiert“. Ramelow hatte vor Wochen gesagt, dass er sich mit dem Handyspiel gelegentlich die Zeit auf den Corona-Schalten vertreibe.

Corona in Deutschland: Droht nun der große Knallhart-Lockdown?

Update vom 22. März, 00.15 Uhr: Während der Corona-Gipfel nach außen hin pausiert, werden intern noch immer über wichtige Beschlüsse diskutiert. Wie nun Journalist Florian Gathmann vom Spiegel erfahren haben will, wollen Merkel, Scholz, Söder und Müller durchsetzen, dass über die Osterfeiertage alle Lädchen in Deutschland schließen müssen. Davon sollen dann erstmals auch Supermärkte betroffen sein. Wie er weiter berichtet, soll es um den Zeitraum vom 1. bis einschließlich 6. April gehen. „So gut wie alles schließen in der Zeit“, zitiert das RND aus Teilnehmerkreisen. Demnach solle das Land in dieser Zeit komplett heruntergefahren werden.

Update vom 22. März, 21.20 Uhr: Es sollte nur eine kurze Pause werden, doch die auf 15 Minuten angesetzte Unterbrechung beim Corona-Gipfel in Berlin dauert nun bereits drei Stunden. Wie das RND berichtet, sollen sich Bund und Länder vor allem beim Thema Reisen in die Haare bekommen haben. Doch auch das Thema Schulen soll für erhitzte Gemüter gesorgt haben. Wann die Verhandlungen im Rahmen des Corona-Gipfels fortgesetzt werden, ist bislang nicht bekannt.

Corona in Deutschland: Tübingen gibt grünes Licht für Fortsetzung von Modellprojekt

Update vom 22. März, 18 Uhr: Trotz der jüngsten Unregelmäßigkeiten bei der Abnahme von Corona-Schnelltests gibt die Stadt Tübingen grünes Licht für eine Fortsetzung seines bundesweit vielbeachteten Modellprojekts. Es gelte noch viele Probleme zu lösen, heißt es nach Angaben der Stadt in einem Zwischenbericht von Oberbürgermeister Boris Palmer, der Pandemiebeauftragten Lisa Federle und dem Infektiologen Peter Kremsner an das Sozialministerium. Das Zwischenfazit des Projekts „Öffnen mit Sicherheit“ sei dennoch positiv und es werde empfohlen, das Test-Modell weiterzuführen. Die Projektphase soll bis zum 4. April gehen.

Im Laufe der vergangenen Woche seien an den Teststationen des Deutschen Roten Kreuzes und privater Partner 29 473 Tests durchgeführt worden, 75 davon waren positiv - allerdings nur zunächst. Denn es habe sich gezeigt, dass einige Stationen im Freien eine relativ hohe Zahl an Menschen in die Quarantäne geschickt hätten, obwohl sie möglicherweise gar nicht positiv waren, teilte die Stadt mit. Die niedrigen Außentemperaturen hätten einen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Tests. Bislang hätten sich rund 40 positive Schnelltests als falsch erwiesen. Die Stadt geht von insgesamt knapp 30 Infektionsfällen aus, die sich im PCR-Test schließlich auch bestätigen werden.

In Tübingen gilt seit etwa einer Woche ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An mehreren Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden oder zum Friseur. Aber auch Außengastronomie und Kultureinrichtungen dürfen Gäste mit Zertifikat empfangen und bedienen.

Corona in Deutschland: Forscher veröffentlichen besorgniserregende Mutanten-Studie

Update vom 22. März, 16.15 Uhr: Der Corona-Gipfel in Deutschland könnte heute für eine Überraschung sorgen, schließlich könnten tatsächlich die erst Anfang März beschlossenen Lockerungen zurückgenommen werden. Doch eine Studie, die laut Business-Insider auf dem Corona-Gipfel vorgestellt werden soll, zeigt auf, dass sich die Zahlen in Deutschland noch einmal dramatisch zuspitzen könnten. Die Forscher sollen die Lage in Deutschland aus diesem Grund noch kritischer sehen, als je zuvor. Wie das Portal berichtet, soll in dem Bericht unter anderem erklärt werden: „Unsere Simulationen zeigen, dass selbst mit den Restriktionen vom Januar die dritte Welle höhere Inzidenzen aufweisen wird als die zweite.“

Grund für die dritte Welle sei die besonders ansteckend und auch tödlichere Mutation aus Großbritannien. Diese sei mit den bisher getroffenen Maßnahmen nicht in den Griff zu kriegen. Aus diesem Grund müsse eine bessere Strategie gefunden werden, als sie Bund und Länder in den vergangenen Monaten getroffen hatten. Wie Business Insider unter Berufung auf das Modell der Forscher weiter berichtet, hätten die Experten bereits den positiven Effekt der wärmeren Temperaturen ab April berücksichtigt. Doch auch dieser Faktor hätte es nicht in der Hand, die dritte Welle positiv abschwächen zu können.

Corona in Deutschland: Curevac erweitert klinische Studie

Update vom 22. März, 14.29 Uhr: Wegen der schnellen Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten* erweitert das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac seine zulassungsrelevante klinische Studie. Damit solle die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten* CVnCoV bei spezifischen Varianten bestimmt werden können, erklärte Curevac in einer Mitteilung am Montag. Die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten wird derzeit in der bereits fortgeschrittenen Studie in Europa und Lateinamerika mit rund 35.000 Teilnehmern untersucht. Curevac bekräftigte, die Marktzulassung im zweiten Quartal 2021 beantragen zu wollen. Mit einer Zulassung rechnet das Unternehmen bis Ende Juni.

Durch die Erweiterung der Studienanalyse soll es ermöglicht werden, auch die relevanten Wirksamkeitsdaten der wichtigen Gruppe von rund 270 Teilnehmern über 60 Jahren zu erfassen, die eine Impfung mit zwölf Mikrogramm erhalten haben. „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung und besonders die gefährdeten älteren Altersgruppen vor dem Virus und seinen Mutationen mit unserem Impfstoffkandidaten zu schützen“, hieß es in der Mitteilung. Mit der erweiterten Analyse könnten Daten von älteren Erwachsenen noch besser genutzt werde.

Corona in Deutschland: Familienministerin Giffey fordert Tests auch für Kita-Kinder

Update vom 22. März, 13.55 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert flächendeckende Corona-Tests auch für Kita-Kinder. „Die Inzidenzwerte bei Kita-Kindern sind in den vergangenen Tagen nachweisbar angestiegen“, erklärte Giffey am Montag in Berlin. Deshalb sei es notwendig, alle Altersstufen bei den Selbsttests in Schulen und Kitas zu berücksichtigen. Die 42-Jährige ist daher der Ansicht, Kita-Kinder müssten „stärker in den Blick genommen werden“.

Allein die Erwachsenen und das Personal in den Einrichtungen regelmäßig zu testen, reiche nicht, so die Familienministerin. „Wenn wir die Kindertagesbetreuung in Kitas und in der Kindertagespflege aufrecht erhalten wollen, werden wir nicht umhin kommen, auch die Kinder zu testen.“ Dies sollte durch die Eltern vor dem Besuch der Einrichtung geschehen.

Die Ministerin warb dafür, Ängste vor solchen Tests für Kinder zu entkräften. „Es gibt gut handhabbare Tests, bei denen es reicht, wenn mit dem Stäbchen im vorderen Bereich der Nase ein Abstrich genommen wird“, erklärte sie. „Das kitzelt ein wenig in der Nase und ist für Kinder gut anwendbar.“

Sollte es dennoch zu Schließungen oder Nichtöffnungen von Einrichtungen kommen, müsse es eine Ausweitung der Kinderkrankentageregelung geben, erklärte Giffey. Ziel müsse es sein, dadurch jene Eltern, die keine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder haben, auch über die bisher gewährten 40 Tage pro Kind hinaus zu unterstützen.

Corona: Halb Deutschland droht die Notbremse - 14 Landkreise bereits weit über kritischer Inzidenz

Update vom 22. März, 12.21 Uhr: Die Inzidenzen sind nahezu in ganz Deutschland wieder im Wachstum. Rund die Hälfte aller Landkreise des Landes haben inzwischen die kritische Marke von 100 längst überschritten, ab der die sogenannte „Corona-Notbremse“ greifen sollte und mit ihr wieder strengere Corona-Maßnahmen. Doch am Montag beraten Bund und Länder beim Corona-Gipfel ohnehin über einen wieder strengen Lockdown in Deutschland. Grund sind die bundesweit steigenden Infektionszahlen. In 14 Landkreisen wurde am Montag sogar eine 7-Tages-Inzidenz von 250 überschritten, wie ein Blick auf das RKI-Dashboard zeigt.

Corona-Inzidenz über 250: Diese Landkreise sind bereits weit über der kritischer Marke

  • Landkreis Greiz (Thüringen) 571,9
  • LK Saale-Orla-Kreis (Thüringen) 450,7
  • LK Wartburgkreis (Thüringen) 352,2
  • LK Schmalkalden-Meiningen (Thüringen) 320,2
  • SK Hof (Bayern) 312,1
  • SK Gera (Thüringen) 306
  • LK Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) 306
  • LK Schwandorf (Bayern) 296,2
  • LK Kulmbach (Bayern) 286,4
  • LK Cham (Bayern) 279,7
  • LK Gotha (Thüringen) 272
  • SK Eisenach (Thüringen) 258
  • LK Kronach (Bayern) 257,7
  • SK Amberg (Bayern) 255,9
  • Quelle: RKI-Dashboard (Stand: 22. März, 12.37 Uhr)

Corona-Beschlussvorlage: Sonderregeln für Ostern?

Update 22. März, 11.43 Uhr: Trotz absehbarer Lockdown-Verschärfungen könnte es für die anstehenden Osterfeiertage Sonderregelungen in Deutschland geben. Das geht aus einer neuen Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel am Montagnachmittag hervor. Dann könnten an Ostern Treffen des eigenen Hausstands mit vier Familienmitgliedern möglich sein, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Diese Ausnahme soll offenbar von 2. bis 5. April gelten. Ansonsten sollen dem Entwurf zufolge in Landkreisen mit einer Inzidenz über 100 wieder nur Treffen zu Zweit möglich sind.

Ersten Informationen des Entwurfs zufolge, könnte der Lockdown in Deutschland bis 18. April verlängert werden. Die weiteren Details der neuen Beschlussvorlage sind hier nachzulesen.

Corona in Deutschland: Gipfel-Papier macht Urlaubern Sorgen und Hoffnung zugleich

Update vom 22. März, 11.01 Uhr: Inwiefern angesichts des steigenden Infektionsdrucks Urlaub in den Osterferien möglich sein kann, ist fraglich. Ein neues Gipfel-Papier bereitet Urlaubern Sorge und Hoffnung zugleich. Nachdem seit einigen Tagen wieder Reisen nach Mallorca möglich sind, wollen einige Ministerpräsidenten auch den Urlaub im Inland nicht ausschließen. Gleichzeitig appellieren Bund und Länder in der Beschlussvorlage zum bevorstehenden Corona-Gipfel weiterhin an alle Bürger:innen, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten“.

Corona in Deutschland: Inzidenzen über 100 - Lehrerverband mit deutlicher Kritik

Update vom 22. März, 10.09 Uhr: Eines der heikelsten Themen in der Corona-Krise ist und bleiben die Schulen. Der Deutsche Lehrerverband hat Pläne für ein Festhalten am Präsenzunterricht in Schulen auch bei Corona-Inzidenzwerten über 100 scharf kritisiert. "Das ist mit Blick auf die Infektionsgefahr nicht verantwortbar", wird Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger von der "Rheinischen Post" vom Montag zitiert. Nur wenn Lehrer schon geimpft und ausreichend Schnelltests für Schulen bereitgestellt würden, sei ein derartiges Vorgehen denkbar.

"Davon sind wir aber an neun von zehn Schulen noch meilenweit entfernt", kritisierte Meidinger. Die Politik habe es versäumt, Bildungseinrichtungen durch Impfpriorisierungen, die Organisation möglichst täglicher Tests, Raumluftfilter und eine bundesweite "qualifizierte Maskenpflicht" zu sicheren Bereichen zu machen.

Corona-Inzidenz in Deutschland: Hälfte des Landes bereits über kritischer Marke

Damit trage die Politik zugleich auch die Verantwortung dafür, wenn Schulen demnächst wieder flächendeckend schließen müssten, ergänzte der Lehrervertreter. Der Siebentagesinzidenzwert liege in der Hälfte der Länder bereits wieder über der Schwelle von 100.

Corona-Impfung in Bayern: Bayerische Lehrer drohen mit drastischen Schritten

Der bayerische Lehrerverband (BLLV) etwa hat in diesem Zusammenhang drastische Schritte angekündigt. „Wenn die Lehrerinnen und Lehrer und alle an der Schule Beschäftigten am 1. Schultag nach den Osterferien wieder einen Fuß in die Schule setzen sollen, müssen im Vorfeld alle ein Impfangebot erhalten haben“, schreibt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in einem am Montag veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Wer kein Impfangebot erhalten hat, kann nur den Distanzunterricht anbieten.“ Impfung müsse vor Öffnung kommen, hieß es. Zuvor hatten auch andere Medien über den Brief berichtet.

In Bayern gehen am Montag des Gipfel aufgrund der hohen Inzidenzwerte wieder mehr eine halbe Million Schüler zurück in den Distanzunterricht.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner fordern Lockdown-Verschärfung - Warnung vor „rasantem Anstieg“

Update vom 22. März, 8.30 Uhr: Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Pandemie ist die Zahl der Corona-Patienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder angestiegen. Mit mehr als 3000 belegten Betten liegt die Belastung im Moment erneut so hoch wie zu den Spitzenzeiten der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

„Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohem Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen“, erklärte DIVI-Präsident Gernot Marx. Nach DIVI-Daten wurden am Sonntag 3145 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt. „Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt“, ergänzte er. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Corona-Gipfel in Deutschland: Zahl der Intensivpatienten steigt - Intensivmediziner warnen

„Ich erwarte von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, dass sie sich an diesem Montag auf bundesweit einheitliche und ganz einfache Verschärfungen einigen“, erklärte Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, der Rheinischen Post. Er forderte eine Rückkehr zu einem strengeren Lockdown wie Anfang März und die Schließung von Schulen und Kitas bis ausreichende Testmöglichkeiten vorliegen. Zudem sollen Kontaktmöglichkeiten „massiv“ beschränkt werden. Das derzeitige Tempo der Ansteckungen werde ansonsten „im April bis Mai für eine Überlastung der Intensivstationen sorgen“.

Am Morgen des Corona-Gipfels meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 7709 Corona-Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle innerhalb eines Tages. Am Montag vor einer Woche hatte das RKI* noch 6604 Neuinfektionen und 47 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz ist ebenfalls erneut angestiegen. Am Montag lag der Wert laut RKI bundesweit bei 107,3 - und damit höher als am Vortag (103,9).

Corona-Gipfel in Deutschland: Verschärfung des Lockdowns droht

Erstmeldung vom 22. März: Berlin - Seit einem Jahr zieht sich die Corona-Pandemie* bereits hin, ein Ende des Lockdowns ist bislang nicht abzusehen. Nachdem die Infektionszahlen in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts in den vergangenen Tagen erneut stark angestiegen waren, sogar die kritische Inzidenz überschritten wurde, könnte eine erneute Verschärfung des Lockdowns beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Montag, 22. März, beschlossen werden. Geht es nach einer Umfrage, dürfte die Mehrheit der Bürger Deutschlands davon nicht begeistert sein.

Wird der Lockdown in Deutschland erneut verlängert? (Symbolbild)

Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur herausgefunden hat, soll die klare Mehrheit der Deutschen trotz rapide steigender Corona-Infektionszahlen* gegen eine erneute Verschärfung des Lockdowns sein.

Corona-Gipfel in Deutschland: Umfrage mit deutlichem Ergebnis

In der Umfrage sprachen sich kurz vor der Bund-Länder-Konferenz zur Pandemie-Bekämpfung* an diesem Montag nur 30 Prozent dafür aus, die Einschränkungen zur Kontaktvermeidung wieder auszuweiten. 23 Prozent sind hingegen für eine Beibehaltung der noch bis zum 28. März geltenden aktuellen Maßnahmen, 22 Prozent sind sogar für eine Lockerung. 15 Prozent befürworten ein Ende aller Einschränkungen der Freiheitsrechte. Zehn Prozent machen keine Angaben.

Die repräsentative Umfrage unter 2059 Personen wurde vom vergangenen Dienstag bis Donnerstag durchgeführt. Den harten Lockdown mit Schließung vieler Geschäfte, Restaurants, Hotels, Sportstätten und Kultureinrichtungen gibt es nun schon seit mehr als drei Monaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am 3. März eine Öffnungsstrategie beschlossen, die sich an den Infektionszahlen orientiert. Seitdem sind die Zahlen aber in die Höhe geschnellt. Beim Corona-Gipfel am Montag soll nun geklärt werden, wie es ab dem 28. März weitergehen soll.

Corona-Gipfel in Deutschland: Wird die Gastronomie endlich wieder geöffnet?

Dabei soll es auch um das Gastgewerbe gehen, das in der Öffnungsstrategie bisher kaum berücksichtigt wurde. In einer Woche
beginnen in den meisten Bundesländern die Osterferien und die schwer angeschlagene Branche dringt auf Klarheit. Laut YouGov ist eine Mehrheit von 52 Prozent der Befragten dafür, Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben die Öffnung unter bestimmten Auflagen wie beispielsweise Hygiene- oder Abstandsregeln wieder zu erlauben. 14 Prozent sind sogar für eine Öffnung ohne Bedingungen. Nur 25 Prozent der Befragten meinen, die Hotels sollten auch in den Osterferien geschlossen bleiben. 9 Prozent machten keine Angaben.

Sogar zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine Öffnung von Restaurants, Biergärten, Kneipen und Cafés. 32 Prozent sagen, nur im Außenbereich sollten unter bestimmten Auflagen zu Ostern wieder Gäste bewirtet werden können. Weitere 34 Prozent sind dafür, auch den Innenbereich zu öffnen. 11 Prozent wollen den Gastwirten die Öffnung ohne Auflagen erlauben. Nur 16 Prozent sagen, Restaurants und Kneipen sollten geschlossen bleiben.

Corona-Gipfel in Deutschland: Kanzlerin Merkel deutet bereits Verschärfung der Massnahmen an

Dass weitreichende Lockerungen beschlossen werden, scheint jedoch unwahrscheinlich. Kanzlerin Merkel hat die Bevölkerung bereits auf Verschärfungen des Lockdowns eingestellt. Sie wies am Freitag auf die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen hin „Und wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen“, sagte die CDU-Politikerin. Am Montag lag die Inzidenz bei 107,3 - nach einem Wert von 103,9 am Vortag.

Wann endet der Lockdown endlich? Geht es nach Biontech-Gründer Ugur Sahin* könnte das noch eine Weile dauern. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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