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Corona in Deutschland: Erste Kreise kurz vor Null-Inzidenz - Braun richtet „sorgenvollen Blick“ auf den Herbst

Die Corona-Zahlen fallen weiter. Die Inzidenz erreicht einen neuen Tiefstand. In ganz Deutschland fällt am Montag die Impfpriorisierung. Doch Ärzte warnen. Der News-Ticker.

  • Das Coronavirus* ist in Deutschland weiter auf dem Rückzug - die Inzidenz ist auf einem neuen Tiefstand (siehe Erstmeldung).
  • Weiterer Meilenstein beim Thema Corona-Impfung: Am heutigen Montag fällt in Deutschland die Impfpriorisierung (siehe Update vom 7. Juni, 6.29 Uhr).
  • Kanzleramtsminister Helge Braun richtet einen „sorgenvollen Blick“ in Richtung Herbst (siehe Update vom 6. Juni, 17.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Deutschland ist beendet. Eine Fortsetzung finden Sie hier.

Update vom 7. Juni, 6.29 Uhr: Gute Nachrichten zum Start in die neue Woche: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken. Der Wert liegt nun bei 24,3 (Vortag: 24,7). Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen meldet, wurden binnen der letzten 24 Stunden 1117 Neuinfektionen und 22 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Zum Vergleich: Vergangenen Montag waren noch 1978 Neuinfektionen gezählt worden. Die Inzidenz lag vor einer Woche bei 35,1.

Auch die Impfkampagne schreitet voran: Deutschlandweit fällt heute die Impfpriorisierung. Die Impfstoffe bleiben vorerst jedoch weiter knapp. Ärzte warnen daher vor Frust und Neid.

Corona in Deutschland: Steinmeier sucht Gespräch mit Gastronomen - „In nächster Pandemie muss vieles anders laufen“

Update vom 6. Juni, 21.50 Uhr: Bei einer Wanderung im Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag zahlreiche Gespräche mit Bürger:innen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie geführt. An vier Stationen sprach Steinmeier unter anderem mit Gastronomen und Künstlern.

„In einer nächsten Pandemie muss vieles anders laufen“, sagte der Bundespräsident etwa im Gespräch mit Gastronomen in einem Ausflugslokal in Lübeck. Die Gastwirte beklagten unter anderem die Kommunikation während der Corona-Pandemie, die oft unklar oder sogar widersprüchlich gewesen sei.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender bei ihrer Wanderung am Sonntag.

Die Wanderung war die erste von drei Touren, bei denen Steinmeier mit Bürger:innen über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie und deren Erwartungen für die nächsten Monate sprechen will. Begleitet wurde der Bundespräsident von seiner Ehefrau Elke Büdenbender, sowie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und dessen Amtskollegin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD).

Corona in Deutschland: Umfrage zeigt hohe Impfbereitschaft bei jüngeren Menschen

Update vom 6. Juni, 19.35 Uhr: Die Bereitschaft jüngerer Menschen in Deutschland, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist laut einer Umfrage grundsätzlich hoch. Nach den Ergebnissen einer im April durchgeführten Befragung würden sich 58 Prozent der 16- bis 26-Jährigen impfen lassen, wenn sie am nächsten Tag ein Impfangebot bekämen. Die Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der TUI Stiftung lag der dpa vor.

47 Prozent dieser Impfwilligen würden sich „ohne jeden Zweifel“ impfen lassen, 9 Prozent „mit einem schlechten Gefühl“. 16 Prozent der Befragten erklärten, sie würden erst einmal abwarten, bis mehr Menschen geimpft seien. Lediglich 15 Prozent gaben an, sich nicht impfen lassen zu wollen. Damit liegt die Impfbereitschaft jüngerer Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge im Schnitt der großen europäischen Länder. Neben Deutschland wurden auch die 16- bis 26-Jährigen in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen befragt.

Corona in Deutschland: Braun richtet „sorgenvollen Blick“ auf den Herbst

Update vom 6. Juni, 17.10 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rechnet mit einem „eher entspannten“ Sommer. Das sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem Interview. Der „sorgenvolle Blick“ gehe mehr in Richtung Herbst, weil sich dann die saisonalen Effekte in der Corona-Pandemie reduzierten, so Braun. Das Hauptaugenmerk liege jetzt darauf, allen Impfwilligen möglichst schnell ein Angebot zu machen. Ab Montag gibt es bei den Corona-Impfungen in Deutschland keine Priorisierung mehr*.

Es könne im Herbst zu einer vierten Welle kommen. Allerdings gebe es auch die Chance, dies durch eine hohe Impfquote zu verhindern, sagte Braun. Er warnte: „Ab dem Herbst wird der Schutz derer, die das Impfangebot nicht wahrnehmen wollen, keine Beschränkungen mehr rechtfertigen.“ Wer sich nicht impfen lasse, müsse damit rechnen, sich früher oder später mit dem Coronavirus zu infizieren, erklärte der Kanzleramtsminister.

Corona in Deutschland: „Deutliche Entspannung“ auf den Intensivstationen

Update vom 6. Juni, 14.14 Uhr: Nicht nur bei den Corona-Kennzahlen des RKI zeichnet sich der positive Trend weiter ab. Auch die Belastung in den Kliniken hat sich zuletzt aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) klar verbessert. „Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren“, sagte der DIVI-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in der Sonntagsausgabe. Die Corona-Krise sei „noch nicht geschafft, geht aber in die richtige Richtung“.

Diese Woche würden rund 2000 an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt - ein Stand, der laut Marx zuletzt Anfang November vergangenen Jahres gemeldet wurde. Die Intensivbetten seien aber weiterhin konstant ausgelastet, weil abgesagte Operationen nun nachgeholt werden müssten.

Das disziplinierte Verhalten der Menschen sowie die Impfkampagne* und Bundesnotbremse hätten Wirkung gezeigt, sagte Marx. Er appellierte jedoch an die Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein und warnte vor einer vierten Welle. „Wenn viele Menschen unvorsichtig werden, könnten sich im Herbst aber wieder mehr Infektionen ereignen“, sagte der DIVI-Präsident. „Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht weiterhin“, fügte er hinzu.

Corona in Deutschland: RKI meldet Inzidenz auf neuem Tiefstand

Erstmeldung: Berlin - Der erfreuliche Trend bei den Corona-Neuinfektionen geht weiter: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* ist unter den Wert von 25 Fällen pro 100 000 Einwohner gesunken. Unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete das Robert-Koch-Institut (RKI)* am Sonntagmorgen eine Inzidenz von 24,7 - ein neuer Tiefstand seit Monaten. Am Vortag lag dieser noch bei 26,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Corona in Deutschland: Vergleich mit Vorworche zeigt Abwärtstrend beim Infektionsgeschehen

Weiter registrierten die Gesundheitsämter 2440 Neuinfektionen und 74 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages. Aussagekräftig ist vor allem der Vergleich mit den Zahlen der Vorwoche: Am vergangenen Sonntag waren noch 3852 Neuinfektionen gezählt worden, die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 35,2.

Corona-Zahlen sinken weiter: RKI weist auf Feiertags-Verzerrung hin

Das RKI weist allerdings in seinem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“ Dadurch könnte es noch einige Tage zu Nachmeldungen kommen.

Corona in Deutschland: Erste Landkreise kratzen an Nuller-Inzidenz

Innerhalb der Kreise in Deutschland schwanken die Werte noch deutlich. In den Thüringer Landkreisen Sonneberg (88,4) oder Hildburghausen (83,9) herrschen mit Werten über 80 die höchsten Inzidenzen. Von deutlichen Lockerungen ist man dort somit noch weit entfernt ist. Dagegen wirken Werte in Niedersachsen fast surreal. Dort kratzt man bereits an der Nuller-Inzidenz. Der Landkreis Goslar in Niedersachsen verzeichnet 0,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Ebenfalls unter 1 ist die Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern gefallen. Dort liegt der Wert bei 0,9.

Kreise in Deutschland: Top 5 der höchsten und niedrigsten Inzidenz

Kreis, Bundesland7-Tage-Inzidenz
Top 5 der höchsten Inzidenzen
Landkreis Sonneberg, Thüringen88,4
Landkreis Hildburghausen, Thüringen83,9
Landkreis Zweibrücken, Rheinland-Pfalz79,0
Landkreis Kronach, Bayern71,4
Landkreis Groß-Gerau, Hessen68,9
Top 5 der niedrigsten Inzidenzen
Landkreis Goslar, Niedersachsen0,7
Landkreis Vorpommern-Rügen, Mecklenburg-Vorpommern0,9
Landkreis Friesland, Niedersachsen1,0
Landkreis Uelzen, Niedersachsen2,2
Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen2,3
Quelle: RKI Dashboard, Stand: 6.6.21, 9.35 Uhr

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.700.367. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.222. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.538.000. (va) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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