Blamage für Erdogan: AKP verliert Bürgermeisterwahl in Istanbul

+
Die Partei AKP des türkischen Präsidenten Erdogan hat die Bürgermeisterwahl in Istanbul verloren. Foto: Uncredited/Pool Presidential Press Service/AP/dpa

Die Partei des türkischen Präsidenten Erdogan hat auch die zweite Wahl des Bürgermeisters in Istanbul verloren. Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu siegte.

Die Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat auch die zweite Wahl des Bürgermeisters in Istanbul verloren. Überraschend gewann der unbekannte Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu.

  • Der Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu (CHP) hat überraschend deutlich die Wahl zum Bürgermeister von Istanbul gewonnen.
  • Für die Partei AKP des türkischen Präsidenten Erdogan ist die Wahlschlappe eine Blamage.
  • Erdogan hatte die erste Wahl im März annullieren lassen.

Ende März hatte Imamoglu bereits die erste Wahl knapp gewonnen. Erdogan sprach damals jedoch von Manipulationen und setzte Neuwahlen durch. Das hatte für internationale Kritik gesorgt. Dass seine Partei AKP nun auch diese verlor, darf als Blamage für Erdogan gelten.

Stattdessen holte der eher unbekannte Ekrem Imamoglu von der Oppositionspartei CHP die meisten Stimmen. Er bekam am Sonntag rund 54 Prozent der Wählerstimmen. Der AKP-Kandidat Binali Yildirim kam auf rund 45 Prozent.

Erdogan erkennt Wahlniederlage an

Auf Twitter erkannte Erdogan die Niederlage noch am Abend an. Der nationale Wille habe sich manifestiert, schrieb der türkische Präsident und gratulierte Imamoglu zum Sieg:

Öffnen auf twitter.com

Der Wahlsieger sagte: "Das ist kein Sieg, sondern ein Neuanfang." Die Istanbuler hätten den "Ruf der Demokratie verteidigt". Zuvor war fraglich, ob in der Türkei überhaupt noch eine demokratische Wahl möglich sei.

Glückwünsche aus Deutschland

Auch aus Deutschland gab es Glückwünsche für den Wahlsieger. Der SPD-Politiker Thomas Oppermann schrieb etwa: "In Istanbul siegt die Demokratie: Auch beim zweiten Mal gewinnt Ekrem Imamoglu die Bürgermeister-Wahl. Das ist unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Türkei eine große Leistung." Mit dpa-Material.

Nach der Wahl in der Türkei 2018 waren auch in Dortmund zahlreiche Türken auf die Straße gegangen. Die Polizei musste eingreifen, die CDU kritisierte den Jubel der Erdogan-Anhänger.

Wie umstritten Präsident Erdogan ist, zeigte auch ein Kunstwerk in Duisburg. Es wurde später abgehängt.