Das Entsetzen ist groß

"Bitte keine Araber" - Chefin verschickt rassistische Mail an Bewerber aus Ägypten

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Die Chefin eines Berliner Architektenbüros hat eine Mail mit rassistischem Inhalt an einen Bewerber geschickt. 

Ein Architektenbüro aus Berlin verschickte eine vermeintlich rassistische Mail an einen ägyptischen Bewerber. "Bitte keine Araber", heißt es darin.

  • Ein Berliner Architektenbüro muss sich wegen einer heftigen Mail verantworten. 
  • Dem Unternehmen wird jetzt Rassismus vorgeworfen.
  • Der Geschäftsführer sagt, es sei alles nur ein "Missverständnis" gewesen. 

Berlin - "Bitte keine Araber" - so lautet der Inhalt einer E-Mail, die ein Mann als Antwort auf seine Bewerbung von einem Berliner Architektenbüro zurückbekam. Der Bewerber stammt aus Ägypten und wollte bei dem Unternehmen neben seinem Studium neue Arbeitserfahrungen sammeln.

Rassismus-Vorwürfe: Bewerber für Architektenbüro macht Master in Deutschland

Wie der rbb berichtet, handelt es sich bei dem Architekturbüro um die Firma "GKK", die neben Privathäusern auch nennenswerte Bauwerke in Deutschland und auf der ganzen Welt entwickelt hat. Der aus Ägypten stammende Bewerber hatte sich für keine Festanstellung, sondern lediglich um ein Praktikum beworben. 

Der Mann machte zuvor seinen Bachelor in Architektur an der Universität Mansoury in Ägypten und studiert derzeit im Master an der Hochschule Anhalt in Dessau. Für das Praktikum bei GKK bewarb er sich per Mail, woraufhin sich die Chefin des Unternehmens höchstpersönlich bei ihm meldete. Mit den rassistischen Worten: „Liebe (...), bitte keine Araber, Swantje.“

Rassismus-Vorwürfe: Mail gelang versehentlich an Bewerber aus Ägypten

Es ist offensichtlich, dass die Mail nicht für den Bewerber, sondern lediglich für interne Zwecke gedacht war. Aus bislang unbekannten Gründen war die Nachricht aber doch bei dem Mann aus Ägypten gelandet. Dieser veröffentlichte die Mail bei Facebook, wodurch andere User auf den Fall aufmerksam wurden.

Am Mittwoch (15. Januar) twitterte die Kölner Autorin Bahar Aslan einen Screenshot der besagten Mail. Der Beitrag wurde bisher über 2000-mal geteilt, unter anderem auch von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Über 7000 Usern gefällt der Post. Es ist nicht das erste Mal in dieser Woche, dass ein Rassismus-Vorfall publik wird. Am Essener Hauptbahnhof wurde eine Muslima attackiert.

Rassismus-Vorwürfe: Architekturbüro spricht von einem Missverständnis

Noch am Mittwoch bezog das Architekturbüro in einer Mitteilung Stellung zu den Rassismus-Vorwürfen. Einer der Geschäftsführer schreibt, dass es sich bei dem Vorfall um ein "Missverständnis" handele, das auf "fehlendem Kontext" basiere.

Man habe die Bewerbung des aus Ägypten stammenden Mannes versehentlich einer Stellenausschreibung in China zugeordnet. Für diese seien Kenntnisse in Chinesisch und Projekterfahrung in China dringend notwendig gewesen, die der Mann nicht hatte.

Rassismus-Vorwürfe: Architekturbüro entschuldigt sich bei Bewerber

Weiter heißt es, das Architekturbüro hätte noch am Dienstag mit dem Mann telefoniert und sich entschuldigt. Außerdem sei er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Der Bewerber nahm sowohl die Entschuldigung, als auch die Einladung zum persönlichen Kennenlernen an.

Der Geschäftsführer betonte derweil, dass bei GKK das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz selbstverständlich akzeptiert würde. Man beschäftige aktuell Mitarbeiter aus neun Nationen und sei auf drei Kontinenten aktiv. Auch im arabischen Raum habe man „gerne und erfolgreich mit Partnern vor Ort gearbeitet“.

Architekturbüro erntet nach Rassismus-Mail schlechte Bewertungen bei Google

Trotz der Entschuldigung des Architekturbüros geht der Shitstorm gegen das Unternehmen weiter. Mittlerweile wird nicht mehr nur noch auf Facebook und Twitter über das Unternehmen aus Berlin diskutiert, sondern auch auf Google. Dort gingen alleine am Donnerstagmorgen (16. Januar) unzählige negative Rezensionen ein:

  • "Jemanden aufgrund der Herkunft oder nur wegen des Namens abzulehnen.. Absolut nicht akzeptabel!!"
  • "Geschäftsführung hat in Geschichte im Unterricht geschlafen und in der Klausur abgeschrieben. Möchte die Gültigkeit ihres Abiturs anzweifeln."
  • "Hier werden ausweislich von Medienberichten ausländische Menschen aufgrund ihrer Herkunft abgelehnt. Die Ausrede als Begründung ist fast peinlicher als der Vorfall selbst."
  • "Bitte keine Rassisten. Unglaublich, dass sowas heutzutage noch passiert. Die Chefin sollte sich schämen!"
  • "Rassismus wird hier großgeschrieben. Immerhin machen sie kein Geheimnis daraus. Dieses Unternehmen ist nicht zu empfehlen, würde gerne 0 Sterne geben."
  • "Sehr schlecht, geht nicht auf Kritik ein. Image zurecht schlecht. Möchte Fehler nicht eingestehen."

Wie es scheint, kam die Ausrede des Architekturbüros, die Bewerbung des Ägypters versehentlich einer Stellenanzeige aus China zugeordnet zu haben, nicht gut an. Ob es sich bei dem Vorfall wirklich nur um ein Missverständnis handelt, weiß letztendlich nur das Unternehmen. 

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