Fall des Mitangeklagten wird neu verhandelt

Berliner Raser als Mörder verurteilt - weil Richter drei Merkmale erfüllt sehen

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Ku'damm-Raser-Prozess

Zwei Berliner Raser wurden nach einem Unfall mit einem Todesfall wegen Mordes verurteilt. Der BGH hebt dieses Urteil nun zum Teil auf.

  • Bei einem illegalen Autorennen auf dem Kurfürstendamm in der Berliner Innenstadt kam es zu einem schweren Unfall.
  • Ein 69-jähriger Mann kam dabei ums Leben. Die Raser wurden als Mörder verurteilt.
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) Urteil jetzt zum Teil aufgehoben.

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Mordurteil gegen zwei Berliner Autoraser teilweise aufgehoben. Das Landgericht in Berlin muss den Fall des jüngeren Angeklagten nun schon zum dritten Mal verhandeln. Gegen den Hauptangeklagten bleibt das Urteil rechtskräftig. Das Landgericht habe dabei den bedingten Vorsatz rechtsfehlerfrei begründet, hieß es vom BGH.

BGH-Urteil: Illegales Autorennen in Berlin führt zu Tot eines 69-jährigen Mannes

Die beiden Männer hatten sich nachts auf dem Kurfürstendamm in der Berliner Innenstadt ein illegales Autorennen geliefert. Bei der Gedächtniskirche rasten sie bei Rot über eine Kreuzung, einer von ihnen rammte mit bis zu 170 km/h ein Auto, das aus einer Seitenstraße kam. Der 69 Jahre alte Fahrer dieses Wagens starb bei dem Unfall.

Die BGH-Richter beschäftigten sich bereits zum zweiten Mal mit dem Fall. Im Februar 2017 hatte das Berliner Landgericht beide Männer als Mörder verurteilt. Es war das erste Mordurteil gegen Autoraser in Deutschland. Der BGH hob es ein Jahr später wegen Rechtsfehlern auf, der Prozess begann wieder von vorne. Das Berliner Landgericht verhängte im März 2019 wieder lebenslange Haft wegen Mordes.

BGH: Richter sieht Rücksichtslosigkeit und Selbstsucht bei Tätern - die legten erneut Revision ein

DieBerliner Richter sahen drei Mordmerkmale erfüllt: Das Opfer sei völlig arg- und wehrlos gewesen. Bei der enormen Geschwindigkeit und unüberschaubaren Situation seien die Autos zum gemeingefährlichen Mittel geworden. Die Rücksichtslosigkeit und Selbstsucht der Männer spreche für niedrige Beweggründe.

Die beiden Männer, die in Untersuchungshaft sitzen, legten erneut Revision ein. In der BGH-Verhandlung im April waren vor allem bei dem zweiten Angeklagten Bedenken deutlich geworden, der den Wagen nicht selbst gerammt hatte. Das Berliner Landgericht hatte den zum Unfallzeitpunkt 24-Jährigen bereits zweimal als Mittäter verurteilt. Neben dem Verteidiger beantragte auch die Bundesanwaltschaft, das Mord-Urteil aufzuheben. Dass beide Männer sich ein illegales Rennen geliefert hatten, reiche für eine Verurteilung wegen Mordes nicht aus. Außerdem sei nicht geklärt, ob der Unfall zu vermeiden gewesen wäre, wenn er das Rennen auf den letzten Metern abgebrochen hätte.

dpa

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