Bericht: Weitreichendes Messer-Verbot in Deutschland geplant

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Die Bundesländer streben laut einem Medienbericht ein weitreichendes Messer-Verbot in Deutschland an. Foto: dpa

In Deutschland könnte es künftig ein weitreichendes Messer-Verbot in der Öffentlichkeit geben. Entsprechende Gesetzesentwürfe dazu gibt es wohl bereits.

Gefühlt kein Tag vergeht in Deutschland gefühlt ohne einen Messerangriff. Doch obwohl es derzeit keine verlässlichen Zahlen oder Statistiken gibt, soll es künftig ein weitreichendes Messer-Verbot in Deutschland geben.

Die Bundesländer streben laut einem Medienbericht ein weitreichendes Messer-Verbot in Deutschland an. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, liegt dem Bundesrat ein Gesetzentwurf vor.

Demnach soll künftig das Mitführen von Klingen in Einkaufszentren, an Bahnhöfen, Haltestellen und bei Großveranstaltungen verboten werden können.

Hohe Zahl an Angriffen mit Messern

Messerangriffe würden "weiterhin in hoher Zahl" verübt, heißt es dem Artikel zufolge in dem Entwurf der Länder Bremen und Niedersachsen. "Sie sind besonders gefährlich und beinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung." Zuletzt hatte ein junger Mann in Schwerte Passanten mit einem Messer bedroht.

Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) werden Straftaten dieser Art aber noch nicht gesondert in der Kriminalstatistik des Bundes erfasst. Verlässliche Zahlen ließen daher weiter auf sich warten. Aber: Laut GdP-Chef Oliver Malchow seien in NRW zuletzt immer häufigere Messerattacken auf Polizisten verübt worden. Entweder werde mit dem Messer bedroht, oder es werde direkt eingesetzt.

Waffenverbotszonen ausweiten

Konkret sehe das Gesetz vor, dass Waffenverbotszonen auf Orte ausgeweitet werden sollen, "an denen sich besonders viele Menschen aufhalten". Die Wahrscheinlichkeit sei "besonders hoch", dass es an diesen Orten zu Übergriffen komme.

An Bahnhöfen im Ruhrgebiet richtet die Bundespolizei temporär bereits immer mal wieder Waffenverbotszonen ein. Zuletzt war dies im März 2019 der Fall.

Ein bayerischer Politiker hat aktuell das Messerverbot mit einem eher unklugen Statement kritisiert - dafür hat er einen Shitstorm in den Sozialen Medien geerntet.

Messer mit großer Klinge nicht mehr erlaubt

Die Verschärfung der Gesetzeslage sieht vor, dass feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen. Bislang sind maximal zwölf Zentimeter erlaubt.

Der Umgang mit Springmessern soll unabhängig von der Klingenlänge komplett verboten werden. Laut Zeitung wird mit einer breiten Zustimmung im Bundesrat gerechnet. mit dpa-Material