Motorrad fahren mit Autoführerschein? Notärzte warnen!

Ein Dieb aus Dortmund wurde bei einem Motorradunfall auf Drogen schwer verletzt. Foto: Swen Pförtner
+
Ein Dieb aus Dortmund wurde bei einem Motorradunfall auf Drogen schwer verletzt. Foto: Swen Pförtner

Ein neuer Entwurf des Verkehrsministeriums sieht vor, dass leichte Motorräder in Zukunft ohne speziellen Führerschein gefahren werden können.

Ein neuer Entwurf des Verkehrsministeriums sieht vor, dass leichte Motorräder in Zukunft ohne speziellen Führerschein gefahren werden können.

  • Der Entwurf sieht vor, dass man auch mit Autoführerscheinen Motorräder fahren kann.
  • Es gibt gibt jedoch noch drei Einschränkungen.
  • Fahrlehrer kritisieren die Pläne.

Update, Freitag (21. Juni), 8.31: Auch Notärzte kritisieren den Vorstoß des Verkehrsministeriums. Laut Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) seien Autofahrer nicht darin geübt, mit der Energie eines Motorrads umzugehen.

"Jedem, der Motorrad fahren will, empfehle ich einen richtigen Motorradführerschein", sagt Florian Reifferscheid vom BAND. Man müsse lernen, wie das Motorrad bei besonderen Bedingungen wie einer nassen Fahrbahn oder bei Rollsplit reagiere. Denn das Risiko sei hoch: "Wir sehen immer wieder schwere Unfälle mit Motorrädern, weil im Gegensatz zum Auto die Knautschzone fehlt."

Erstmeldung, Donnerstag (20. Juni), 20.21 Uhr: Noch braucht man einen extra Führerschein, um Motorrad fahren zu dürfen, das könnte sich jedoch bald ändern. Denn die Bundesregierung möchte den Zugang zum Motorradfahren erleichtern, wie es bei Spiegel Online heißt.

Motorräder ohne extra Führerschein fahren

Aus einem Entwurf für eine Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung geht hervor, dass man mit einem normalen Autoführerschein demnächst auch leichte Motorräder fahren darf, ohne extra einen speziellen Führerschein machen zu müssen.

+++ Behörden-Revolution in Deutschland: Können Autos bald online zugelassen werden? +++

Drei Kriterien müssen die Fahrer jedoch erfüllen, um mit ihrem Autoführerschein auch Motorräder fahren zu dürfen. Dem Entwurf zufolge sollen die Fahrer mindestens 25 Jahre alt seien, ihren Führerschein der Klasse B bereits fünf Jahre haben und fünf 90-minütige Übungsstunden absolvieren.

Fahrlehrer kritisieren Pläne

Zu diesen sogenannten leichten Motorrädern zählen Krafträder der Klasse A1, die einen Hubraum bis maximal 125 Kubikzentimeter und höchstens 15 PS haben.

Fahrlehrer äußerten sich bereits kritisch über diesen Plan. Sie bemängelten, dass den Fahrern so die "fahrerische Kompetenz" fehle. Autofahrer seien schlichtweg nicht dafür ausgebildet ein Motorrad technisch zu beherrschen. Mit der neuen Regelung könnte das Risiko von Unfällen mit Fahrfehlern noch weiter steigen.

Auf einem Verkehrsübungsplatz in Recklinghausen hat es vor wenigen einen Unfall eines Motorradfahrers gegeben, der für Aufruhr sorgte.

Bei einem Unfall auf der A40 bei Bochum ist am Mittwoch (19. Juni) ein Motorradfahrer schwer verletzt worden.

mit dpa-Material