Australien: Kommt die neue Gesichtserkennung bei Erwachsenenfilmen?

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Ein Mann schaut sich einen Erwachsenenfilm an. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Australien möchte gegen minderjährige Zuschauer von Erwachsenenfilmen vorgehen. Dazu soll jetzt eine Alterskontrolle kommen - inklusive Gesichtserkennung.

Australien möchte verhindern, dass sich Minderjährige schlüpfrige Erwachsenenfilme ansehen. Dazu soll eine neue Alterskontrolle eingeführt werden. Eine Software zur Gesichtserkennung soll die Nutzer mit einer Datenbank abgleichen und so deren Alter bestimmen.

  • Australien möchte eine Gesichtserkennung beim Konsum von Erwachsenenfilmen einführen.
  • So sollen Jugendliche die Filme nicht mehr mit dem Führerschein der Eltern schauen können.
  • Der erster Versuch einer Filtersperre in Australien ist bereits gescheitert.

Australien: Datenbank zur Gesichtserkennung für den Zugriff auf Erwachsenenfilme

In Australien, wo sich ein deutlicher Rechtschreibfehler auf Millionen Geldscheinen befand, arbeitet man derzeit an einer Datenbank zur Gesichtserkennung. Wie C-Net berichtet, hat das australische Innenministerium vorgeschlagen, diese Datenbank auch für den Zugang zu Erwachsenenfilmen zu nutzen.

Bedeutet konkret: Zukünftig können die Australier sich nur nach einer Gesichtserkennung den pikanten Filmchen widmen. Über den sogenannten Face-Verification-Service können Aufnahmen von Nutzern mit den Fotos in der Datenbank abgeglichen werden.

Minderjährigen soll in Australien der Zugriff auf den Filmen erschwert werden

So sollen Alter und Identität der Nutzer bestätigt werden können. Minderjährigen soll es so nicht mehr möglich sein, sich mit dem Führerschein ihrer Eltern Zugang zu den einschlägigen Internetseiten zu verschaffen.

Bereits 2016 ist die Datenbank für die staatliche Gesichtserkennung in Australien an den Start gegangen. Allerdings haben auf diese Datenbank nur offizielle Behörden Zugriff, beispielsweise die Bundespolizei.

Regierung in Australien möchte die Fotos der Führerscheine nutzen

Derzeit gibt es in der Datenbank aber nur wenige Fotos. Wie C-Net berichtet, plant die Regierung deshalb, die Datenbank um Fotos von den Führerscheinen der Bevölkerung zu erweitern.

So kann man eine größere Datenmenge bilden. Wie genau die australische Regierung das vorhaben umsetzen möchte, ist allerdings noch nicht bekannt.

Australische Bürgerrechtler warnen vor Verletzung der Privatsphäre

Wie die neue Gesichtserkennung bei der Bevölkerung ankommen wird ist fraglich. Jedoch pochen vor allem religiöse Gruppen auf eine Sperre von nicht-jugendfreien Inhalten.

Dagegen warnen Bürgerrechtler vor einer Verletzung der Privatsphäre der Bürger in Australien. Auch der Datenschutz könne ein Problem werden.

2008 scheiterte die Regierung in Australien mit einer Filtersperre

Bereits 2008 ist die Regierung in Australien mit einer Erwachsenenfilm-Sperre gescheitert. Damals gab es die Filtersperre als kostenlosen Download für alle Haushalte. Nach 12 Monaten wurden allerdings nur knapp 150.000 heruntergeladen.

Aber selbst wenn Eltern die Sperre auf den Computern ihrer Kinder installiert haben, brachte diese nicht immer den gewünschten Erfolg. Schnell tauchten im Internet Videos auf die zeigten, wie man diese Sperre innerhalb weniger Minuten umgehen und wieder vollen Zugriff auf die gesperrten Seiten haben kann.