Weltweit mehr als eine halbe Millionen Drogentote im Jahr - und die Drogen-Küchen arbeiten auf Hochtouren

Kokain
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Kokain

Weltweit sind 2017 mehr als 500.000 Menschen am Drogenkonsum gestorben. Im gleichen Jahr wurde in Drogenküchen tonnenweise Kokain hergestellt.

Weltweit sind 2017 mehr als 500.000 Menschen direkt oder indirekt am Drogenkonsum gestorben. Im gleichen Jahr erreichte die Menge an hergestelltem Kokain einen Höchstwert.

  • Eine der tödlichsten Drogenkrisen erleben derzeit die USA und Kanada.
  • 1976 Tonnen Kokain wurde in 2017 hergestellt.
  • Auch Heroin wird wieder vermehrt konsumiert.

Konkret starben 585.000 Menschen 2017 wegen ihres Drogenkonsums oder an den damit zusammenhängenden Krankheiten. Das erklärten Experten des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien.

Kokain tonnenweise hergestellt

Laut UN-Drogenbericht greifen weltweit 271 Millionen Menschen zu Drogen wie Cannabis, Kokain, Opium oder zu synthetischen Substanzen.

Die häufigste Droge bleibt Cannabis. Opioide wie Heroin, aber auch synthetische Substanzen, seien laut de Vereinten Nationen aber (wieder) auf dem Vormarsch. "Heroin ist zurück", betont Expertin Angela Me.

Zudem habe die illegale Herstellung von Kokain ein Allzeit-Hoch mit fast 2000 Tonnen erreicht. Wichtigstes Land für die Produktion bleibt Kolumbien.

Besonders die USA und Kanada erleben derzeit eine heftige Drogenkrise. Allein in den USA starb laut UN-Bericht 2017 die Rekordzahl von 70 000 Menschen an einer Überdosis Drogen. Drogen wie Fentanyl stellen in den USA ein großes Problem dar.

Drogen-Labore produzieren Schmerzmittel

Weltweit sei die Zahl der Drogensüchtigen, die eine medizinische Behandlung brauchen, von rund 30 auf 35 Millionen gestiegen. Grund für den Anstieg seien allerdings auch neue Erhebungen aus den besonders bevölkerungsreichen Ländern Nigeria und Indien, teilten die Vereinten Nationen (UN) bei der Vorlage des Weltdrogenberichts mit.

In großen Teilen Afrikas nahm die Nutzung des Opioids Tramadol deutlich zu. Innerhalb weniger Jahre sei die beschlagnahmte Menge von wenigen Kilogramm auf 215 Tonnen gestiegen. Das an sich wichtige Schmerzmittel wird unter anderem in Nigeria in Drogenlaboren gezielt für den illegalen Markt hergestellt.

Bei einer Schießerei in Manila nutzte ein Drogendealer scheinbar seine eigene Tochter als Schutzschild. Das Mädchen starb.

Drogenkrise der USA: leichter Zugang zu Schmerzmitteln

Das Beispiel zeige den schmalen Grat, auf dem sich die Gesellschaft bewege. "Es ist wichtig, dass Menschen, die aus medizinischen Gründen Opioide brauchen, Zugang dazu haben", sagte Me.

In den USA und Kanada seien die Substanzen aber sehr leicht verfügbar. Der umfangreiche Zugang zu Schmerztabletten ohne dringende Notwendigkeit sei einer der Gründe, warum nun Millionen von Menschen abhängig von Opioiden seien, so Me.

In Recklinghausen fand die Polizei eine beachtliche Menge Heroin in einem Auto.

Bei dieser witzigen Aktion waren allerdings keine Drogen im Spiel. Bei dieser misslungenen Gärtneraktion in Dortmund allerdings schon. Mit dpa-Material