Wie der Tod einer 15-Jährigen Massenproteste auslöst und die Polizei in Verruf bringt

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In Rumänien werfen Menschen der Polizei Versagen vor, weil sie nicht schnell genug auf Notrufe reagiert haben soll. Foto: dpa

In Rumänien gingen am Samstag tausende Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen die Polizei, nachdem ein Mädchen trotz Notruf verschwunden ist.

In Rumänien gab es am Samstag (27. Juli) große Demonstrationen gegen die Polizei. Hintergrund ist der Tod einer 15-Jährigen.

  • Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in Rumänien gegen die Polizei.
  • Der Grund war eine 15-Jährige, die am Mittwoch (24. Juli) entführt wurde.
  • Sie schaffte es, den Notruf zu wählen - die Ermittler blieben jedoch vorerst untätig.

Am Mittwoch (24. Juli) war in Rumänien eine 15-Jährige verschwunden. Das Mädchen wollte per Anhalter in ihren Heimatort Dobrosloveni im Süden Rumäniens fahren. Mittlerweile hat ein Mann gestanden, das Mädchen getötet zu haben.

Rumänien: 15-Jährige kontaktierte wiederholt die Polizei

Und das, obwohl die 15-Jährige am Donnerstag mehrmals mit einem Handy die Polizei anrufen konnte. Bei den Telefonaten habe sie gesagt, dass sie in einem Haus in der Stadt Caracal gefangen gehalten werde.

Wie der Stern berichtet, soll die Polizei daraufhin zuerst einen Durchsuchungsbefehl beantragt haben. Dabei sei für einen Notfall dieser Art gar keiner nötig. Erst 19 Stunden nach dem letzten Anruf des Mädchens trafen die Ermittler bei dem besagten Haus ein.

Für viele Rumänen ist dieses Vorgehen ein klares Zeichen für die Inkompetenz der rumänischen Polizei. Tausende gingen deshalb am Samstagabend in Bukarest und anderen Orten des Landes auf die Straße.

Rumänische Polizei äußert sich zu Umgang mit Notrufen

Die Polizei erklärte hingegen, dass es technisch unmöglich gewesen sei, die Anruferin zu orten. Der Chef des staatlichen Spezial-Telekommunikationsdienstes STS muss sich am Montag (29. Juli) vorm Verteidigungsausschuss des Parlaments verantworten.

Erste Konsequenzen hat der Fall bereits: So wurde der rumänische Polizeichef Ion Buda mittlerweile entlassen. Staatspräsident Klaus Iohannis sieht außerdem ein grundsätzliches Problem: So könnten durch Korruption auch inkompetente Menschen bei der Polizei arbeiten. Unter diesem Vorgehen würde das ganze Land leiden.

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Und das Mädchen? Von der 15-Jährigen fehlt weiterhin jede Spur. Mittlerweile gehen die Ermittler jedoch davon aus, dass sie tot ist. In der Wohnung des mutmaßlichen Mörders fand die Polizei einen Ohrring der 15-Jährigen und menschliche Knochen. Zu wem sie gehören, ist noch unklar.

Mann soll eine weitere 18-Jährige umgebracht haben

Der Mann gestand am Sonntag auch den Mord an einer 18-Jährigen, die seit April verschwunden war. Auch sie soll bei dem Mann mitgefahren sein. Als Grund für die Morde gab der Mann an, dass die beiden Mädchen keinen Geschlechtsverkehr mit ihm wollten.

Die Polizei ermittelt nun, wie der Tatverdächtige die Leichen beseitigt hat. Mit dpa-Material