Übergangsphase endet

EU-Verbot für Menthol-Zigaretten: Ab jetzt ist Schluss - doch es bleiben Alternativen

Ab dem 20. Mai ist endgültig Schluss mit Menthol-Zigaretten. Das EU-weite Verbot tritt nach einer vierjährigen Übergangsphase in Kraft. 

  • Am 20. Mai sind Menthol-Zigaretten verboten.
  • Nach einer Übergangsphase tritt das Verbot der Europäischen Union in Kraft.
  • Allerdings gibt es weiter Alternativen.

München - Raucher von Menthol-Zigaretten wussten schon länger, dass dieser Tag kommen würde: Ab dem 20. Mai ist der aromatisierte Tabak in der gesamten EU verboten. Beschlossen wurde dieses Verbot bereits vor Jahren - nun endet die Übergangsphase. Allerdings gibt es für treue Menthol-Fans weiter Alternativen.

Menthol-Zigaretten: EU-Verbot gilt ab 20. Mai 2020

Die Regelung zum Verbot von Menthol-Zigaretten ist Teil derEU-Tabakrichtlinie, die bereits 2014 nach mühsamen Verhandlungen verabschiedet wurde und 2016 in Kraft trat. Seit der Richtlinie müssen auch zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln und Drehtabakverpackungen für Schockbilder und aufklärende Warnhinweise reserviert sein. 

Allerdings richtete die EU eine vierjährige Übergangsphase für Produkte mit einem höheren Marktanteil als drei Prozent ein. Diese endet nun am 20. Mai 2020.* Damit sind dann in den EU-Staaten ausnahmslos alle Zigaretten mit charakteristischen Aromen verboten, weil sie den Tabakgeschmack überdecken und so zur Förderung des Tabakkonsums beitragen.

Die Regeln sollten die Raucherquote von Jugendlichen senken und „Fälle der vorzeitigen Sterblichkeit“ reduzieren. Derzeit führt die EU-Kommission eine Studie zur Anwendung der Tabakrichtlinie* aus. 

Verbot von Menthol-Zigaretten: Warum die Aroma-Kippen so gefährlich sind

Was ist so schlimm an Menthol-Zigaretten? „Das größte Problem an dem Menthol ist, dass es eine kühlende und schmerzlindernde, leicht betäubende Wirkung hat“, sagt Katrin Schaller von der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Dies führe dazu, dass der normalerweise kratzige Rauch leichter zu inhalieren sei. Das mache Menthol-Zigaretten vor allem für Rauch-Neulinge attraktiv.


Kurz vor Inkrafttreten bestätigte der Europäische Gerichtshof die verschärften Regeln. Die Luxemburger Richter lehnten Anfang Mai 2016 Klagen von Polen und mehrerer Tabakunternehmen ab. Mit Blick auf die Aromen wiesen sie darauf hin, dass Produkte wie Menthol-Zigaretten mit „angenehmem Aroma“ das Rauchen gerade für Einsteiger attraktiver machen sollten. Die EU-Gesetzgeber seien daher befugt gewesen, zur Eindämmung des Tabakkonsums diese Produkte zu verbieten.

Menthol-Zigaretten verboten: Alternativen und ein möglicher Schmuggel-Weg bleiben

Allerdings gibt es weiter einige Alternativen für hartnäckige Menthol-Liebhaber, wie es etwa Altkanzler Helmut Schmidt war. Vor dessen Tod im Jahr 2015 wurde die EU-Regel verabschiedet. Der damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück setzte das Gerücht in die Welt, Schmidt hätte bereits vorgesorgt und Menthol-Zigaretten stangenweise zu Hause gehortet.*

Von dem Verbot nicht betroffen sind allerdings weiterhin etwa Aromen für E - Zigaretten*. Die Dampfer müssen sich also keine Sorgen um ihre Aromen machen. Außerdem ist Kautabak, wie der schwedische Skruf ebenfalls nicht betroffen. 

Und noch eine Möglichkeit haben echte Menthol-Fans: Die Schweiz ist bislang nicht von dem Verbot betroffen, die FM1today.ch berichtet. Bereits im Jahr 2013 befürchtete man ab dem Inkrafttreten des EU-Verbots deshalb einen erhöhten Schmuggel von Menthol-Zigaretten aus der Schweiz.

rjs/dpa

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