Warnung vor Deko

Achtung! Viele Lichterketten mit Schadstoffen belastet - das müsst ihr beachten

Lichterketten sind vor allem in der Weihnachtszeit beliebt. Doch der BUND warnt: Teilweise sind die Deko-Ketten mit Schadstoffen belastet.

  • Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat Lichterketten getestet.
  • Dabei stellte sich heraus: Alle untersuchten Lichterketten sind stark mit Schadstoffen belastet.
  • Der BUND gibt deshalb Tipps, was ihr beim Kauf von Lichterketten beachten solltet.

Lichterketten stark belastet: Produkte können Krankheiten auslösen

Eigentlich sollen Lichterketten - besonders in der Weihnachtszeit - für gemütliche Stimmung sorgen. Doch die könnte durch die Ergebnisse einer Untersuchung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) getrübt werden. Denn: Alle getesteten Produkte enthalten zu viele Schadstoffe.

Laut BUND enthalten die vier getesteten Artikel die Phatalate DEHP und DBP sowie Chlorparaffine. Da diese Schadstoffe den Hormonen von Menschen ähneln, können sie Auswirkungen auf den Hormonhaushalt des Körpers haben. Probleme, die durch die Stoffe ausgelöst werden können, sind unter anderem Fettleibigkeit, Asthma und Brustkrebs.

Diese Lichterketten sind laut BUND belastet

Bei den mit Schadstoffen belasteten Lichterketten handelt es sich um diese vier Produkte:

  • Lichterkette-LED-Basis-Set außen, 40-teilig, in der Farbe warm-weiß von Hellum, über Amazon verkauft
  • LED-Lichterschlauch, warmweiß, zehn Meter Länge, von Scalar GmbH, über Amazon verkauft
  • Lichterkette Almaga von Globo, bei Obi im Verkauf
  • LED Lichterkette mit 80 Dioden, von Konstsmide über Käthe Wohlfahrt verkauft

Händler und Hersteller der Lichterketten verstoßen mehrfach gegen Regelungen

Normalerweise soll der Wert für Schadstoffe bei Lichterketten nicht über 0,15 Prozent liegen. Doch bei den getesteten Produkten war der Wert um ein Vielfaches höher. So wurde bei der Lichterkette von Hellum, die über Amazon verkauft wird, ein Schadstoffgehalt von 24 Prozent gemessen. Bei dem Artikel von Globo (bei Obi im Verkauf) sogar 27 Prozent. 

Doch die Händler und Hersteller verstoßen nicht nur gegen die gesetzlichen Vorgaben, sondern auch gegen ihre Auskunftspflicht gegenüber den Kunden. Denn wer eine Lichterkette kauft, hat das Recht darauf, zu erfahren, ob das Produkt giftige Chemikalien enthält. 

Giftige Lichterketten: Antwort von Händlern und Herstellern enttäuscht BUND

Der BUND fragte deshalb nach einer Stellungnahme von den Verkäufern und Herstellern. Allerdings fielen die Antworten ernüchternd aus. Demnach soll zum Beispiel Amazon nur unzureichend geantwortet haben.

Die anderen Unternehmen, wozu auch der Baumarkt Obi zählt, sollen klare Fehleinschätzungen abgegeben haben. Denn laut deren Meinung sollen ihre Produkte keine Schadstoffe enthalten.

So vermeidet ihr Lichterketten mit Schadstoffen

Um den Kauf von belasteten Produkten zu vermeiden, hat der BUND einige Tipps. So ist es besser auf Lichterketten zu verzichten und stattdessen echten Kerzen aus Bienenwachs (mit Vorsicht) zu verwenden.

Außerdem rät der BUND, den Kauf von Produkten aus weichem Plastik oder von Billigartikeln aus dunklem Hartplastik zu vermeiden. Stark riechende Produkte sollten außerdem zum Händler zurückgebracht werden.

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Advent, Advent, ein Giftlein brennt?!! BUND-Test* weist illegale, gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien in Lichterketten nach. Schaut unsere Story, wenn ihr wissen möchtet, um welche Hersteller es sich handelt! Im Interesse der Verbraucher*innen hat der BUND die Testergebnisse an die zuständigen Bezirksbehörden weitergeleitet und diese aufgefordert, das Schnellwarnsystem der EU (RAPEX) zu aktivieren. Mit einem Produktrückruf allein ist es nicht getan. Hersteller von Alltagsprodukten müssen offenlegen, welche Chemikalien in ihren Produkten eingesetzt werden – so wie es bei Kosmetik bereits der Fall ist. Hier ist auch die Politik gefordert, endlich für mehr Transparenz zu sorgen. * Stichprobenartig wurden vier Lichterketten oder -schläuche bei namhaften Online-Händlern erworben und von einem externen Labor auf bedenkliche Phthalate und Chlorparaffine getestet, die als Weichmacher für PVC zum Beispiel in Kabelummantelungen dienen. In drei von vier Lichterketten konnten die Schadstoffe in erheblichen Konzentrationen von bis zu 27 Prozent nachgewiesen werden. Dies ist umso alarmierender, da der Einsatz von Phthalaten und Chlorparaffinen in Elektrogeräten EU-weit verboten ist. . . . #lichterkette #bund_net #toxfoxapp #toxfox #phthalate #schadstoffe #advent #weinachtsdeko #weihnachtsbeleuchtung #giftig #chemie

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Mit gutem Gewissen können Lichterketten und andere Produkte im Einkaufswagen landen, die mit Umweltzeichen wie dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Wer unsicher beim Kauf ist, kann die kostenlose "ToxFox-App" verwenden, um nach dem Gehalt von Schadstoffen zu schauen.

Rubriklistenbild: © pa/obs/E.ON Energie Deutschland