Rund 494 Millionen Euro soll die Arbeit des Kreises Unna im kommenden Jahr kosten. Das sieht ein erstes Eckdatenpapier zum Haushalt 2018 vor. Aber wofür braucht der Kreis überhaupt so viel Geld?

Die schlechte Nachricht zuerst: Nur ein geringer Teil dieses Geldes wird investiert. Der bisherige Plan sieht Investitionen in Höhe von gut 17 Millionen vor. Davon werden unter anderem Straßen gebaut, Schulen saniert und der Bildungscampus in Unna finanziert.

Allerdings muss keine Panik aufkommen. Denn das Geld dient häufig als Grundlage für Förderprogramme, bei denen das Land dann noch einmal Geld dazu gibt. Im Straßenbau zum Beispiel zwischen 65 und 70 Prozent.

Kreis Unna plant Sozialhaushalt

Der Großteil des Kreis-Budgets soll allerdings auch 2018 für soziale Aufgaben ausgegeben werden. Den zweitgrößten Posten bildet die Abgabe an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Der kümmert sich vor allem um Menschen mit Behinderungen, betreibt Förderschulen, und Psychatrien. Aber auch einige Museen sind in der Hand des LWL. Das veranschlagte Budget von 103 Millionen Euro im kommenden Jahr ist also gut angelegt.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren möchte der LWL 2018 übrigens nicht mehr Geld vom Kreis Unna haben. „Der LWL hat mittelfristig angekündigt, dass Steigerungen von etwa fünf Millionen Euro pro Jahr geben wird. Jetzt waren wir positiv überrascht, dass davon jetzt nur ein Zehntel übriggeblieben ist“, sagt Kreisdirektor Thomas Wilk. In den kommenden Jahren kann sich das aber wieder ändern.

Das meiste Geld geht für den Bereich „Arbeit und Soziales“ drauf. Rund 184 Millionen Euro sollen es 2018 werden. Den größten Teil davon machen die Unterkunftskosten aus. Wer also Hartz IV bezieht, liegt damit indirekt dem Kreis Unna auf der Tasche, der unter anderem für die Heizkosten bezahlen muss.

Das restliche Geld wird unter anderem von Personalkosten oder dem Unterhalt von Gebäuden aufgefressen.

Gute wirtschaftliche Entwicklung auch im Kreis spürbar

Mit dem Eckdatenpapier wurde übrigens jetzt der erste Schritt für den Haushaltsplan 2018 gelegt. Die genannten Posten für LWL oder Arbeit und Soziales dienen als Eckpunkte, um die sich der Haushaltsplan entwickeln wird. Kreisdirektor Thomas Wilk ist bislang zufrieden: „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist auch im Kreis Unna spürbar. Das Kommt im Ruhrgebiet immer etwas verzögert und abgeschwächt an. Aber der Aufschwung wird auch hier spürbar“, so Wilk.

Durch diese positiven Entwicklungen müssen die Kommunen, die den Kreis ja mitfinanzieren, im kommenden Jahr auch „nur“ 257 Millionen zuschießen. Das ist genauso viel wie im vergangenen Jahr.

Bislang sind die Zahlen übrigens noch rein fiktiv. Denn da die neue Landesregierung noch kein Gemeindefinanzierungsgesetz für 2018 beschlossen hat, ist nicht klar, wie viel Geld NRW dem Kreis zur Verfügung stellt. Gerechnet wird beim Kreis Unna derzeit mit 213 Millionen.