Bild: Dennis Liedschulte/Unna24

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Zeit, zurückzublicken und den Blick in die Zukunft zu richten. Unnas Bürgermeister Werner Kolter steht Unna24-Redaktionsleitern Bianca Hoffmann Rede und Antwort zu aktuellen Herausforderungen.

Unna24: Wie schätzen Sie das Jahr 2017 ein? War es ein gutes oder ein schlechtes Jahr für die Stadt und die Bürger?

Werner Kolter: 2017 war ein anspruchsvolles Jahr mit vielen Herausforderungen, aber auch positiven Entwicklungen. Hervorzuheben ist sicher die gute Arbeitsmarkt- und Wirtschaftslage. Eine besonders erfreuliche Nachricht für unsere Stadt gab es jetzt zum Jahresende: Unna wurde in die Arbeitsgemeinschaft historischer Stadt- und Ortskerne in NRW aufgenommen.

Welche drei Projekte haben Sie 2017 am meisten beeindruckt? Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf in Unna?

Das Quartiersprojekt „Soziale Stadt“ rund um die Berliner Allee ist eines der zahlreichen wichtigen Projekte in Unna. Die konkreten Baumaßnahmen in der Potsdamer Straße haben dies in diesem Jahr verdeutlicht. Auch die Fortschritte beim dauerhaften Ausbau der U3-Betreuung und der offenen Ganztagsgrundschule haben eine besondere Bedeutung. Gerne blicken wir auch auf die in 2017 stattgefundene Festa Italiana zurück, die wieder ein über die Region hinaus beachtetes Ereignis für viele Besucherinnen und Besucher war. Sicher muss auch in der Zukunft ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, die Verkehrssituation zu verbessern.

In Unna wird viel über den Kreisverkehr am Kreishaus und die eventuell geplante Umgehungsstraße Westtangente gesprochen. Lässt sich der Verkehr in der Stadt so entzerren oder gibt es noch weitere Ideen?

Die Westtangente ist und bleibt das wichtigste Projekt, das die stärksten Auswirkungen auf die städtischen Verkehre haben würde. Hier erhoffen wir uns gerade auf den Hauptverkehrsstraßen wie der Verkehrsring, die Friedrich-Ebert-Straße und die Kamener Straße eine Entlastung.

Der Umbau/Neubau des Bildungscampus ist ein Kreisprojekt, dass aber direkt der Stadt Unna zugutekommt. Was bedeutet das für die Stadt?

Der Bildungscampus stärkt die berufliche Ausbildung in unserer Region. Auch für das Weiterbildungskolleg bietet er eine zukunftsfähige Lösung. Darüber hinaus ist er auch ein wichtiger Faktor in der Entwicklung des gesamten Stadtquartiers.

Die Arbeitslosenquote in Unna sinkt und sinkt, auf zuletzt 5,9 Prozent. Woran könnte das Ihrer Meinung nach liegen und was kann die Stadt dafür tun, dass sie so bleibt oder weiter fällt?

Voraussetzung für die gute Entwicklung ist die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland. Wir versuchen in Unna, dies durch eine aktive Wirtschaftsförderung und zum Beispiel ganz konkret durch die Flächenvorratspolitik für ein gemeinsames Gewerbegebiet Unna-Kamen über die WFG nachhaltig zu fördern.

Zwischen Unna und Kamen soll das Gewerbegebiet am „Kamen Karree“ erweitert werden. Wie wichtig ist die interkommunale Zusammenarbeit auch bei der Ansiedlung von neuen Unternehmen und wie gefragt sind die Flächen?

Interkommunale Zusammenarbeit ist in heutigen Zeiten von zentraler Bedeutung. Gerade die gute Kooperation mit der Stadt Kamen bei Verkehrsfragen oder in der Frage des gemeinsamen Gewerbegebietes belegt das. Die Nachfrage nach Flächen in diesem Areal ist nach Auskunft der WFG sehr positiv.

In NRW wurde eine neue Landesregierung gewählt. Wie gut oder schlecht funktioniert die Zusammenarbeit auf der Verwaltungsebene?

Die Gestaltungsebenen in NRW wie Stadt, Kreis, Bezirksregierung und Land arbeiten seit Jahren sehr gut und konstruktiv zusammen. Auch in der Zukunft wird sich dies projektorientiert und zielführend fortsetzen.

Was erhoffen Sie sich für Unna im Jahr 2018, worauf freuen Sie sich besonders?

Ich erhoffe mir für das kommende Jahr ein friedliches, gutes, nachbarschaftliches Zusammenleben in unserer Stadt sowie eine starke Solidargemeinschaft und Verantwortung auch gegenüber den eher Schwächeren in unserer Gesellschaft. Ganz persönlich freue ich mich auf das Public Viewing bei der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr.