Bild: dpa

Fußballfans haben derzeit drei verschiedene Möglichkeiten, Spiele der Bundesliga im Live-TV oder via Stream zu verfolgen. Angebote gibt es von Sky, Eurosport und DAZN. Auch in Zukunft sieht es so aus, als würden sich mehrere Anbieter die Fernsehrechte an der Bundesliga sichern.

Schlechte Nachrichten für Fußballfans: Spiele der Bundesliga werden auch in Zukunft auf verschiedenen und vielleicht sogar auf noch mehr Kanälen angeboten. Zuschauer, die die Hoffnung hatten, den Profi-Fußball in einem Paket geliefert zu bekommen, müssen sich weiterhin auf mehrere Angebote im Live-TV oder via Stream einstellen.

Bundesligaspiele wohl weiter im TV und Stream verfügbar

Auf der Media Convention in Berlin diskutierten TV-Verantwortliche am Mittwoch (8. Mai) über die Vergabe der Bundesliga-Rechte. Ende 2020 werden diese wieder für vier Jahre ab der Saison 2021/2022 vergeben.

Derzeit können Fußballfans über drei verschiedene TV– und Stream-Anbieter die Bundesligaspiele schauen. Wer alle Partien inklusive Europapokal verfolgen möchte, kann das Live-TV-Angebot von Sky und den Stream von Eurosport oder DAZN nutzen.

Die Zugänge zu allen drei Anbietern sind kostenpflichtig. Da kann einem die Lust auf Fußball schon mal vergehen. Doch eine Besserung scheint nicht in Sicht – im Gegenteil: Die TV-Verantwortlichen gehen sogar von noch mehr Ausspielformen aus.

Konkurrenz für Sky, Eurosport und DAZN

Welche Anbieter angesichts der Konkurrenz von Giganten wie Discovery (Eurosport), der Streaming-Plattform DAZN und mögliche Neuzugänge wie Amazon oder Disney dann zum Zuge kommen, sieht Sky-Vizepräsident Roman Steuer jedoch locker. „Wir haben keine Angst. Wir stellen uns jedem Wettbewerber“, sagte Steuer in Berlin. Am Ende komme es natürlich darauf an, wie viel für die TV-Rechte geboten werde.

Sky sieht sich mit seinen 5,3 Millionen Abonnenten für den Wettbewerb gut gerüstet: Der Anbieter bediene alle Ausspielwege. In dieser Spielzeit liefen dort 770 Fußballspiele, zwei Drittel aller zahlenden Kunden hätten Zugang zu den Sportpaketen, so Steuer.

Störungen bei Sky unter anderem beim Spiel Champions-League-Spiel der Bayern gegen Liverpool im Februar sorgten bei vielen TV-Zuschauern jedoch für Ärger. Und auch mit der Ausstrahlung der Fantasyserie „Game of Thrones“ machte sich der Medienkonzern zuletzt eher unbeliebt. Fans der Serien bemängelten erneut Probleme mit dem Stream von Sky Ticket.

Moderator Jan Henkel und Eurosport-Experte Matthias Sammer im Eurosport-Studio. Foto: Eurosport / Nadine Rupp

Vorfälle, die nicht gerade für Sky sprechen. Aber auch Stephanie Struppler von Eurosport/Discovery Deutschland geht davon aus, dass Zuschauer weiterhin mehrere Abos für Übertragungen im TV oder via Stream haben müssen, wenn sie die Bundesliga komplett sehen wollen. Denn nach wie vor verbiete das Bundeskartellamt, Fußballrechte an nur einen Betreiber zu vergeben.

Mindestens drei Abos für alle Spiele der Bundesliga

Zuletzt verkündete außerdem Thomas des Buhr, Chef von DAZN Deutschland, dass der Anbieter ab 2021 Live-Spiele der Bundesliga im Stream übertragen wolle. Dann würden Zuschauer für alle Spiele auch mindestens die drei Abos benötigen.

Das Streaming bedeutet für die Möglichkeiten der Sportübertragung einen tiefgreifenden Umbruch. Vor allem für kleine Sportarten, etwa die zweite Basketball-Bundesliga, der E-Sport oder Amateuren biete das Internet Möglichkeiten, ein eigenes Publikum zu erreichen, sagte Zeljko Karajica, Geschäftsführer des ProSiebenSat.1-Ablegers 7Sports.

Auch Dirc Seemann von Sport1 sieht im Netz Chancen für Nischeninteressen. Doch der Treiber bleibe das Live-Erlebnis Fußball.

Mit dpa-Material