Bild: RUHR24/screenshot/ZDF/Markus Lanz

Es ist eine Bewegende Geschichte die Dr. Tankred Stöber, Arzt bei „Ärzte ohne Grenzen“ am Donnerstagabend (16. Mai) bei Markus Lanz zu erzählen hat.

Es ist das Schicksal der kleinen Mariatu, von der der Notarzt und Intensivmediziner berichtet. Zusammen mit ihrer Mutter sei die 6-Jährige in einer Notfallstation der „Ärzte ohne Grenzen“ aufgenommen worden.

Das Kind war bereits schwer an Ebola erkrankt und sofort hatten die Ärzte den schlimmen Verdacht: Wenn Mariatu schon krank ist, ist es die Mutter auch. So nah, wie sich Mutter und Tochter sind.

Markus Lanz: Schweigen im Publikum – ergriffen und traurig

Das Dramatische: Mariatus Mutter ist zu dem Zeitpunkt bereits Schwanger. „Und Schwangere, die haben eigentlich nie überlebt“, berichtet Stöber. Markus Lanz, seine Gäste und Zuschauer schweigen – ergriffen, betreten, traurig.

Erklären können die Mediziner das nur schwer. Vermutlich läge das an einer Cross-Übertragung vom Fötus zurück zur Mutter. Sprich: Die Mutter wird immer wieder von ihrem Fötus neu mit der Krankheit infiziert.

Dr. Tankred Stöber bei Markus Lanz
Dr. Tankred Stöber bei Markus Lanz

Also werden Mutter und Tochter getrennt. Mariatu kommt auf eine Quarantäne-Station und muss die Krankheit ohne die tröstenden Arme ihrer Mutter überwinden.

Am Ende verstirbt Mariatus Mutter tatsächlich. Die 6-Jährige aber überlebt und wird nach überstandener Krankheit von ihrem Onkel und ihrem Großvater aufgenommen. Denn: Auch ihren Vater hat Mariatu bereits an Ebola verloren.

Immer wieder kommt es zu gezielten Angriffen

Doch nicht nur das Schicksal von Mariatu und ihrer Mutter regt in dieser Sendung von Markus Lanz zum Denken an. Wie Bälle werfen sich Lanz und Stöber verstörende Berichte rund um die Arbeit der Hilforganisation „Ärzte ohne Grenzen“ zu.

Immer wieder komme es zu gezielten Angriffen auf Helfer und Krankenhäuser, berichtet Stöber. Diese Angriffe würden jedoch selten von Rebellen in den Konfliktregionen ausgeführt. Ganz im Gegenteil. So erinnert sich Stöber an einen Angriff der USA auf eine Klinik im Kundus im Jahr 2015.

Warum diese Angriffe immer wieder stattfänden, bleibt dem Mediziner schleierhaft. Denn den die Ärzte kämen ohne jegliches politisches Mandat. „Wir wollen die Not der Menschen lindern, solange die Konflikte nicht gelöst sind.“

Ebola-Verstoßene

Überlebende der Ebola-Krankheit sind zwar weitestgehend immun gegen den Erreger, dennoch werden sie oft von ihren Familien verstoßen.

Im Ost-Kongo, in der die Epidemie zur Zeit grassiert, kehren Überlebende daher oft zu den Krankenstationen der „Ärzte ohne Grenzen“ zurück, um bei der Arbeit mit den infizierten Menschen zu helfen. Oft ist das der einzige Weg nach überstandener Krankheit auch „sozial zu überleben“.