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Zwei Frauen aus Hannover stellten 2017 das Startup „Lenchen“ bei „Die Höhle der Löwen“ vor. Doch die Vox-Show trieb die beiden Gründerinnen fast in den Ruin.

  • „Die Höhle der Löwen“ sollte den Umsatz des Startups verdoppeln.
  • Vox strahlte ihren Beitrag jedoch nicht aus.
  • Auf den Schulden bleiben sie jetzt sitzen.

Die Gründerinnen baten in der Vox-Show um 120.000 Euro

Die beiden Cousinen Annette Rieger und Alexandra Vázquez Bea gründeten 2016 ihr Startup „Lenchen„. Über diese Firma wollen sie Lebkuchen verkaufen, gebacken nach einem 130 Jahren alten Rezept ihrer Urgroßmutter.

2017 machten die beiden Gründerinnen einen Umsatz von 65.000 Euro. Für das Jahr 2018 wollten sie ihren Umsatz erhöhen. Ihre Idee: Sie baten bei der Show „Die Höhle der Löwen“ um eine finanzielle Unterstützung. 120.000 Euro sollten ihnen einen Deal bringen.

Es ging ihnen aber auch um die kostenlose Werbung, die ein Auftritt in der Gründershow, mit unter anderem Judith Williams als Jurymitglied, mit sich bringt. Die Folge der Show wäre im November und damit in der Vor-Weihnachtszeit gesendet worden. „Für Lebkuchen-Werbung war das der perfekte Zeitpunkt“, sagt Vázquez Bea im Interview mit t3n. Das Problem: Keiner der Investoren ging auf das Angebot ein.

„Höhle der Löwen“ sollte den Umsatz für 2018 verdoppeln

„Wir planten für 2018 – ohne die Löwen – mit einem Umsatz von realistischen 140.000 Euro. Als sich dann die Teilnahme an der Sendung ergab, haben wir mit einer halben Million Euro Umsatz kalkuliert. Und das war schon das Worst-Case-Szenario, wenn beispielsweise der Server abraucht oder wir Lieferprobleme haben“, so Rieger.

Die beiden Gründerinnen produzierten mit ihrer Lebkuchen-Firma „Lenchen“ deshalb vor, rund 150.000 Euro Schulden nahmen sie dafür in Kauf.

Produktionsfirma von „Die Höhle der Löwen“ entschied sich gegen die Ausstrahlung

Doch die Vox-Produktionsfirma entschied sich gegen die Ausstrahlung der Folge mit dem Startup in der Gründershow. Ein Schicksal, welches die Startups der Show öfter trifft. „Der Vertrag, den Startups mit der Produktionsfirma schließen, sieht eben vor, dass der Sender sich am Ende noch gegen eine Veröffentlichung des Auftritts entscheiden kann“, verrät Rieger.

Ein Anstieg des Verkaufs stellte sich nicht ein, die Schulden von 150.000 Euro blieben. Auch das Saisongeschäft machte ihnen schwer zu schaffen. Auch heute stottern die beiden noch Rechnungen aus der Zeit ab.

Ein Startup, welches seit der Ausstrahlung jedoch Erfolge feierte, ist die App „Skills4School“. Der 19-jährige Gründer aus Hamm bekam von den Gründern 700.000 Euro.