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Der saudische Piratensender beoutQ strahlt u.a die Spiele der Bundesliga illegal aus. Daher haben sich die weltweit größten Fußball-Verbände und Ligen an die Behörden in Saudi-Arabien gewandt. Sie kämpfen jedoch gegen Windmühlen.

  • Fußball-Verbände und Ligen, wie die Bundesliga, kämpfen gegen den Piratensender beoutQ.
  • Auf rechtlichen Beistand in Saudi-Arabien können sie nicht hoffen.
  • Daher sind jetzt die Behörden des Wüstenstaates gefordert.

Wer in Deutschland Bundesliga-Fußball live im TV oder im Stream sehen möchte, muss zahlen. Die Dienste des Streaming-Anbieters DAZN gibt es beispielsweise für 10 Euro pro Monat. Ähnlich gestaltet sich die Vermarktungssituation in den europäischen Nachbarländern.

Die Bundesliga wird live von Sky und DAZN übertragen

Zur Zeit haben Sky, für die der Pay-TV-Markt immer umkämpfter wird, und DAZN die Live-Rechte für die Bundesliga-Saison 2019/20 inne. In Saudi-Arabien hingegen nimmt es der Piratensender beoutQ mit den Übertragungsrechten nicht so ernst.

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Der saudi-arabische Sender klaut völlig unverblümt die TV-Bilder der großen Fußball-Ligen und strahlt diese illegal aus. Gegen diese Vorgehensweise wehren sich die weltweit größten Fußball-Verbände FIFA, AFC und UEFA sowie die Fußball-Ligen Bundesliga, LaLiga, Premier League und Lega Serie A in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Fußball-Verbände und Ligen positionieren sich gegen beoutQ

„Wir, die Inhaber der Rechte an verschiedenen Fußballwettbewerben, verurteilen den fortwährenden Diebstahl unseres geistigen Eigentums durch den Piratensender beoutQ aufs Schärfste.“

Und weiter: „Wir fordern die Behörden in Saudi-Arabien auf, uns dabei zu unterstützen, die weitreichenden und ungehemmten Verstöße gegen unsere Urheberrechte, die in ihrem Land stattfinden, zu beenden“, lautet der Appell an die saudischen Behörden.

Die Spiele der Bundesliga gibt es live auf Sky oder DAZN zu sehen. Foto: dpa
Die Spiele der Bundesliga gibt es live auf Sky oder DAZN zu sehen. Foto: dpa

Dass sich die großen Fußball-Verbände und Ligen an die Behörden des Wüstenstaates wenden, hat einen einfachen Grund. Denn bislang möchte kein Rechtsbeistand die Urheberrechte-Inhaber vertreten. Eine Urheberrechtsbeschwerde gegen beoutQ kann folglich nicht eingereicht werden.

Bundesliga und Co. bekommen keinen Rechtsbeistand in Saudi-Arabien

Dabei ließen Bundesliga und Co. nichts unversucht: „In den vergangenen 15 Monaten haben wir neun Anwaltskanzleien in Saudi-Arabien kontaktiert, die sich alle entweder weigerten, in unserem Namen tätig zu werden, oder den Auftrag zunächst annahmen, später aber wieder davon zurücktraten“, klagen die Fußball-Verbände an.