Ukraine-Krieg

Nach Polen und anderen Ländern reagiert auch der englische Fußballverband: „Keine Spiele gegen Russland“

Botschaft im Stadion beim Finale des EFL Carabao Cup.
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Botschaft im Stadion beim Finale des EFL Carabao Cup.

Immer mehr Fußball-Nationalmannschaften wollen wegen des Ukraine-Kriegs Spiele gegen Russland boykottieren.

Update vom 27. Februar, 20.33 Uhr: Nach Polen, Tschechien und Schweden, will nun auch die englische Nationalmannschaft in Zukunft nicht gegen Russland spielen. Das teilte der Verband FA auf Twitter mit. „Aus Solidarität mit der Ukraine und um die von der russischen Führung begangenen Gräueltaten von ganzem Herzen zu verurteilen, kann die FA bestätigen, dass wir in absehbarer Zukunft an keinem internationalen Spiel gegen Russland teilnehmen werden. Dies umfasst jedes potenzielle Spiel auf jeder Ebene.“ Also nicht nur im Senioren-, sondern auch im Jugend- und Amateur-Fußball.

WM 2022: Polen boykottiert Playoffs gegen Russland - Lewandowski reagiert

Erstmeldung vom 26. Februar 2022:

Warschau - Der Ukraine-Konflikt hat nun auch Auswirkungen auf die WM 2022 in Katar. Der polnische Fußball-Verband PZPN will angesichts des weiteren Vorrückens russischer Truppen in der Ukraine nicht zum WM-Playoff gegen Russland antreten.

Das teilte Verbandspräsident Cezary Kulesza am Samstag via Twitter mit, die Polen gehen damit einen Schritt weiter als ohnehin bereits angekündigt: Am Donnerstag hatten sie sich zunächst geweigert, auf russischem Boden zu spielen.

WM 2022: Polen boykottiert wegen Ukraine-Konflikt Playoffs gegen Russland

Das Spiel auf dem Weg zur WM 2022 in Katar ist für den 24. März in Moskau angesetzt. „Genug der Worte, es ist Zeit, zu handeln“, schrieb Kulesza: „Aufgrund der Aggression Russlands in der Ukraine plant Polen nicht, gegen die russische Mannschaft anzutreten. Das ist die einzig richtige Entscheidung.“

PZPN arbeite nun mit den Kollegen aus Schweden und Tschechien an einer gemeinsamen Position, da auch diese Verbände betroffen sind: Der Sieger des Duells zwischen Russland und Polen soll anschließend auf Tschechien oder Schweden treffen, die sich in der Runde davor gegenüberstehen. Die Russen hätten auch in einem weiteren Spiel Heimrecht. Wie Polen hatten auch Schweden und Tschechien bereits klargemacht, dass sie nicht in Russland spielen wollen.

Ich kann mir nicht vorstellen, ein Spiel gegen die russische Nationalmannschaft auszutragen, während die bewaffnete Aggression in der Ukraine anhält.

Robert Lewandowski

WM 2022: Polen will nicht gegen Russland spielen - Lewandowski reagiert

Robert Lewandowski, der Kapitän der polnischen Auswahl, äußerte sich kurze Zeit später ebenfalls auf Twitter. „Es ist die richtige Entscheidung“, schrieb der Stürmer von FC Bayern. „Ich kann mir nicht vorstellen, ein Spiel gegen die russische Nationalmannschaft auszutragen, während die bewaffnete Aggression in der Ukraine anhält. Die russischen Fußballer und Fans sind dafür nicht verantwortlich. Aber wir können nicht so tun, als ob nichts passiert.“

Der Weltverband FIFA indes bezog bislang nicht Stellung. Man verurteile „den Einsatz von Gewalt durch Russland“, mit Blick auf die WM-Qualifikation wolle die FIFA aber „die Situation weiter beobachten“. FIFA-Boss Gianni Infantino leistete sich in dem Zusammenhang sogar einen peinlichen Fehltritt. (ck/sid) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA