Debatte über Fan-Rückkehr

Virologe: Union-Pläne mit Zuschauern "unverantwortlich"

Union Berlin strebt zum Start der Bundesliga ein volles Stadion an. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
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Union Berlin strebt zum Start der Bundesliga ein volles Stadion an. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa) - Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält Fußballspiele in vollen Stadion derzeit für unmöglich und nannte entsprechende Pläne des Bundesligisten 1. FC Union Berlin "unverantwortlich".

Der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen sagte der "WAZ": "Bevor wir keinen Impfstoff haben, wird es kein volles Stadion geben."

Union strebt beim Saisonstart eine "Vollauslastung" des Stadions an. Erreicht werden soll dieses Ziel mit Hilfe von Coronatests für alle 22.012 Karteninhaber sowie alle Anwesenden vor Ort. Zugang zum Stadion erhalten nach diesen Plänen Zuschauer mit einem negativen Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden sein dürfe. Das Konzept will der Club gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

"Es existieren zwei Probleme", sagte Dittmer dazu. Der Test könne fehlerhaft abgenommen worden sein. "Außerdem kann es sein, dass das Testergebnis zwar negativ ist, die Person aber eigentlich schon infiziert und einen Tag später im Stadion infektiös ist. Dies kann man nicht ausschließen."

© dpa-infocom, dpa:200715-99-795859/4

Mitteilung Union Berlin

WAZ (Bezahlsschranke)