Videobeweis: Niederländische Eredivisie setzt neue Maßstäbe – warum nicht auch in der Bundesliga?

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Wie viel Transparenz wird den Fußball-Fans beim Videobeweis in den Stadien angezeigt? Foto: Sven Hoppe/dpa

In der Eredivisie zeigt man künftig Videobeweis-Entscheidungen in den Stadien. In der Bundesliga müssen sich die Fans gedulden. Hier die Infos.

Der Videobeweis mutierte in der Bundesliga zu einem der Streitthemen der abgelaufenen Saison. Wie man es besser machen kann, zeigt unter anderem die Eredivisie in den Niederlanden.

  • In der Eredivisie sehen Stadionbesucher künftig Videobeweis-Entscheidungen auf den Leinwänden.
  • Ab dem Viertelfinale im Pokal sollen Schiedsrichter in den Niederlanden ihre Entscheidungen über ein Mikrofon im Stadion erklären.
  • In der Bundesliga sind solche Änderungen scheinbar noch nicht umsetzbar.

Der Videobeweis braucht mehr Transparenz. Diese Meinung haben viele Kritiker und Schiedsrichter-Experten gleichermaßen.

Premier League und Eredivisie lassen Fans beim Videobeweis nicht im Unklaren

Insbesondere Trainer und Fans im Stadion können die Entscheidungen der Unparteiischen oft nicht nachvollziehen. Denn ihnen wird die Auflösung von strittigen Szenen im Stadion vorenthalten.

Dieses Problem ist sehr einfach lösbar. Und zwar, indem man die Entscheidungen des Video Assistant Referee (VAR) auf den Leinwänden der Stadien zeigt. Vorreiter sind hierbei die englische Premier League und die niederländische Eredivisie.

Schiedsrichter in der Niederlande sollen zudem ihre Entscheidungen ab dem Pokal-Viertelfinale über ein Mikrofon im Stadion erklären. Dies berichtet die niederländische Runkfunkanstalt Nederlandse Omroep Stichting (NOS).

Beide Ligen sorgen somit in Sachen Videobeweis für mehr Klarheit. Gleichzeitig kann so ebenfalls der Druck von den Schiedsrichtern – und nicht zuletzt vom "Kölner Keller" genommen werden.

In der Bundesliga gibt es zu viele technische Probleme

Was in den Niederlanden und in England möglich ist, ist in der Bundesliga scheinbar noch nicht umsetzbar. Laut DFB-Videochef Jochen Drees (49) gebe es "zu viele technische Probleme in der Umsetzung und zu viele qualitative Unterschiede bei den Leinwänden in den Stadien."

Zumindest unter dem Aspekt, dass viele Stadien in den Niederlanden vermutlich weitaus schlechter ausgestattet sind, erscheint der Einwand von Drees wie eine fadenscheinige Ausrede. Dennoch strebt auch die Bundesliga bei VAR-Entscheidungen zukünftig mehr Transparenz an.

Wenn auch noch nicht in der kommenden Saison. Folglich ist in Sachen Videobeweis weiter mit dem Unmut der Fans und Trainer zu rechnen. Nicht zuletzt, da sich insbesondere beim Handspiel einige Dinge ändern werden.

Im Revierderby am Samstag (26. Oktober) zwischen dem S04 und BVB kam es zu einer strittigen Situation im Strafraum. Der Pfiff blieb aus. Auch aus dem Kölner Keller gab es kein Eingreifen. Das sorgte für Irritationen beim FC Schalke 04.