Kommentar

VfL Bochum: Pleite gegen RB Leipzig macht Mut – bis auf eine Ausnahme

Trotz ordentlicher Leistung verliert der VfL Bochum bei RB Leipzig. Der Knockout kam innerhalb von neun Minuten, macht aber Mut für die kommenden Spiele – bis auf eine Ausnahme. Ein Kommentar.

Bochum – Nächstes Spiel, nächste Niederlage: Der VfL Bochum hat mit 0:3 gegen RB Leipzig verloren. Dabei machte der Aufsteiger gar keine schlechte Partie, die Tore fielen allesamt zwischen der 69. und 78. Minute. Ein mutiger Auftritt der Blau-Weißen, doch eine Ausnahme macht Sorgen, meint RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

VereinVfL Bochum
TrainerThomas Reis
StadionVonovia Ruhrstadion

VfL Bochum: Pleite gegen RB Leipzig macht Mut – mit einer Ausnahme

Das Ergebnis spricht gegen den VfL Bochum, die Art und Weise der Niederlage aber nicht. 9:16-Torschüsse, 102:104-Fehlpässe, 40:60-Prozent-Ballbesitz – im Vergleich zum Spiel gegen den FC Bayern (0:7) präsentierten sich die Blau-Weißen deutlich verbessert gegen einen weiteren Titelkandidaten.

Wenngleich der VfL vor allem in der Anfangsphase stark wankte und Hilfe vom VAR bekam, der RB Leipzig einen Elfmeter wieder aberkannte – die Pleite macht Mut. Bochum fing sich und spielte sogar ordentlich nach vorne.

VfL Bochum: Defensive muss Bundesliga-Tauglichkeit noch unter Beweis stellen

Allerdings bleibt die Chancenverwertung des VfL Bochum ein Problem, das zeigte sich auch schon in anderen Spielen wie gegen Hertha BSC (1:3) oder den VfB Stuttgart (0:0). Gegen RB Leipzig kam die Elf von Thomas Reis allerdings auch nicht zu allerbesten Torschuss-Möglichkeiten. Ein Remis wäre dennoch im Bereich des Möglichen gewesen.

Doch jetzt kommt die Ausnahme: Die Defensive des VfL bewies erneut, dass sie ihre Bundesliga-Tauglichkeit noch konstant unter Beweis stellen muss. Gegen Stuttgart bekam Bochum zwar kein Gegentor, ließ aber gute Chancen für den VfB zu.

Ein typisches Bild in der VfL-Defensive: Die Leipziger hatten zuweilen viel Platz.

VfL Bochum: Innenverteidiger können hohes Tempo nicht mitgehen

Jetzt hatten die Leipziger gleich fünf bis sechs hundertprozentige Chancen, nutzten diese aber nicht. Bedanken konnte sich Bochum bei Manuel Riemann, dass der VfL nicht schon in den Anfangsminuten im Auswärtsspiel unterging. Hauptschuld trugen die Innenverteidiger der Bochumer, die das hohe Tempo ihrer Gegenspieler nicht mitgehen konnten.

Das bemängelte Bochum-Trainer Thomas Reis auch zurecht nach dem Spiel: „Natürlich ist das Naivität, woran wir weiter arbeiten. Das hat auch mit Handlungsschnelligkeit zu tun.“ Armel Bella-Kotchap und Erhan Masovic zahlten laut dem Coach „weiter Lehrgeld“.

VfL Bochum: Defensive zu löchrig, Offensive zu harmlos – jetzt gegen Greuther Fürth

In der Offensive drückt der Schuh, seit drei Spielen ist der VfL Bochum ohne Tor. Doch die Defensive wackelt ebenfalls. Ohne stabile Verteidigung wird es für den Aufsteiger schwer, in der Bundesliga zu bestehen. Einzig Borussia Dortmund kann es sich erlauben, viele Gegentore zu kassieren, und steht trotzdem gut in der Tabelle dar. Doch der BVB hat auch einen Superstar wie Erling Haaland im Sturm.

Jetzt geht es nach der Länderspielpause gegen Greuther Fürth. Das Schlusslicht hat lediglich einen Punkt auf dem Konto und noch drei Gegentore mehr als der VfL kassiert. Offensiv sind die Fürther ähnlich harmlos. Doch agiert die Innenverteidigung gegen den zweiten Aufsteiger ähnlich wie gegen Leipzig, wird auch dort für Bochum nichts zu holen sein.

Gelingt dem VfL Bochum das selbst gegen Greuther Fürth nicht, dürften die Hoffnungen auf den Klassenverbleib schon früh in der Bundesliga-Saison stark schwinden. Jetzt muss die Elf von Thomas Reis ein Zeichen setzen.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

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