Kommentar

VfL Bochum historisch schlecht: Aufsteiger spielt beim FC Bayern wie zwölfter Mann

Kein Bochum-Fan wird gern an den 18. September 2021 denken. Die historische Pleite gegen FC Bayern wiegt schwer. Noch schwerer allerdings, dass sie selbstverschuldet ist.

Bochum – Es ist ein rabenschwarzer Tag in der Vereinsgeschichte: Der VfL Bochum kassierte gegen den FC Bayern die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte (0:7). Enttäuschung und Wut sind die Emotionen des Spieltages. Und das zurecht. Denn die historische Pleite ist selbstverschuldet, findet RUHR24-Redakteurin Katharina Küpper.

VereinVfL Bochum
Gründung14. April 1938, Bochum
StadionVonovia Ruhrstadion

VfL Bochum gegen FC Bayern: Historische Pleite selbstverschuldet – der zwölfte Mann beim FCB

Wohl ganz Fußballdeutschland hat damit gerechnet, dass der Rekordmeister beim Duell gegen den Aufsteiger dominieren wird. Es war aber nicht die Überlegenheit der Bayern, die beim Zusehen wehtat, sondern dass der VfL Bochum in weiten Strecken der zwölfte Mann des Rekordmeisters auf dem Feld war.

Konnte der Ruhrgebietsverein in der ersten Viertelstunde noch mithalten und sogar offensiv den Ausfall des verletzten Simon Zollers kompensieren, wendete sich das Blatt nach dem 1:0. Schon das erste Tor war wegweisend für die restliche Partie.

VfL Bochum gegen FC Bayern: Fehler in der Abwehr führen zur höchsten Niederlage in der Vereinsgeschichte

Denn bei dem Freistoß von Leroy Sané ging Elvis Rexhbecaj kurz aus der Mauer heraus, um kurz darauf wieder zurückzukehren – doch zu spät. Der Bayern-Star schoss durch die Lücke. Und wegen des Rumgehampels war Torwart Manuel Riemann auch noch die Sicht versperrt. Kein Wunder, dass die Nummer Eins des VfL Bochum außer sich war vor Wut.

Auch nach dem Spiel kochten die Gefühle: „Wenn du hier hinkommst und es dem Gegner so einfach machst. Vier Tore haben wir ihnen komplett geschenkt“, sagte er bei Sky. Und recht hat er damit.

Manuel Riemann war nach der Pleite des VfL Bochum stocksauer – zurecht.

VfL Bochum gegen FC Bayern: Manuel Riemann über die Schwäche des Aufsteigers

Denn nicht nur das erste Tor war mit Bochumer Beteiligung, auch die drei weiteren Tore in der ersten Halbzeit hätten die Gäste verhindern können. Zweimal waren es Unkonzentriertheiten und Stellungsfehler in der Abwehr, die zum 2:0 und 3:0 führten. Dann das Eigentor von Vasilios Lampropoulos (43.). Das i-Tüpfelchen des Bochumer Versagens.

Bei den drei Toren des FC Bayern München in der zweiten Halbzeit lief vieles auch nicht rund, dennoch war der VfL Bochum dann seltener selbst beteiligt. Manuel Riemann bemängelt trotzdem: „Es war erneut so, dass wir nicht wach genug im Spiel sind und das müssen wir jetzt dringend abstellen.“ Eine große Schwäche des VfL Bochum, die sich schon gegen Hertha BSC zeigte.

VfL Bochum gegen FC Bayern: Trainer Thomas Reis „schämt sich“

In der Summer kam die erwartbar hohe Niederlage gegen den Rekordmeister. Hätte der Aufsteiger nicht noch astreine Hilfestellung geleistet, würde man am Ende der Saison aber lediglich auf ein 3- oder 4:0 statt auf die höchste Pleite der Vereinsgeschichte zurückzublicken.

Und Trainer Thomas Reis fügt neben Wut und Enttäuschung noch eine Emotion an: „Heute schäme ich mich auch.“ Nachvollziehbar.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Christof Stache/AFP

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