Erste Runde im DFB-Pokal

Zweimal Note 6 bei Zittersieg: Die Einzelkritik des VfL Bochum gegen Wuppertal

Jubel des VfL Bochum.
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Jubel nach dem Zittersieg: Der VfL Bochum bekommt in der Einzelkritik gegen den Wuppertaler SV aber nicht nur gute Noten.

Der VfL Bochum hat sich im DFB-Pokal beim Wuppertaler SV durchgesetzt und das Ticket für die nächste Runde gelöst. Die Noten in der VfL Bochum-Einzelkritik fallen aber nicht gut aus.

Wuppertal – Der VfL Bochum musste lange zittern, doch am Ende stand der Einzug in Runde zwei fest. Nach 120 Minuten gewann der VfL Bochum mit 2:1 nach Verlängerung beim Wuppertaler SV im DFB-Pokal. Die Einzelkritik mitsamt Noten fällt aber nicht gut aus, hatte der Bundesligist beim Regionalligisten doch enorme Probleme.

VfL Bochum: Einzelkritik gegen den Wuppertaler SV – Note 2 für Manuel Riemann

Manuel Riemann: Der Torwart rastete schon zur Halbzeitpause nach 45 Minuten komplett aus und war kaum zu bändigen. Völlig verständlich, er war die einzig konstante Variable im Spiel des VfL und rettete die Bochumer sogar schon in der 20. Minute mit einer starken Parade. Auch im weiteren Spielverlauf war Manuel Riemann ein sicherer Rückhalt und versuchte immer wieder schnelle Konter einzuleiten. Das Sprachrohr des Teams dürfte in der Kabine aber sehr laut geworden sein und bekommt eine der besten Einzelkritiken. Note: 2

Cristian Gamboa: Wo war der Rechtsverteidiger beim 0:1? In der Nähe seines Gegenspielers Niklas Heidemann auf jeden Fall nicht. Der hatte nämlich Zeit, den Ball in Ruhe anzunehmen und in die Mitte zu passen. Auch in der 63. Minute, als der Mann aus Costa Rica aufgerückt war, fehlte er in der Rückwärtsbewegung, Wuppertal machte jedoch nichts daraus. Womöglich machte sich da die fehlende Fitness bemerkbar. Seine Flanken waren allesamt nicht gut, offensiv ansonsten nur mit einem unnötigen, missglückten Schuss aus 35 Metern in Erscheinung getreten (80.). Immerhin: Die 120 Minuten dürften seinem Fitnessstand enorm geholfen haben. Note: 4,5

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 6 für Armel Bella-Kotchap

Maxim Leitsch: Der Innenverteidiger verlor das Kopfballduell vor der Balleroberung von Torschütze Semir Saric zum 0:1. Der 23-Jährige war im Stellungsspiel nicht immer ganz sicher, wurde im Laufe des Spiels aber besser – als die Müdigkeit der Wuppertaler einsetzte und Vasileios Lampropoulos neben ihm sicher stand. In der Verlängerung plagten ihn Krämpfe, der Abwehrmann musste aber durchhalten, da das Wechselkontingent ausgeschöpft war. Note: 4

Armel Bella-Kotchap: Wie er sich in der 41. Minute locker und leicht von Kevin Rodrigues Pires austanzen ließ, war sinnbildlich für seine Leistung. Sein Stellungsspiel war in Wuppertal nicht einmal auf Regionalliga-Niveau, des Öfteren stand der 19-Jährige völlig falsch und ließ auch Gegenspieler Marco Königs viel Platz. Dazu einige Fehlpässe im Spielaufbau, was die Einzelkritik weiter schwächt. Nach 45 Minuten nahm Thomas Reis den Youngster vom Platz. In der Bundesliga muss sich der Innenverteidiger gegen ganz andere Kaliber im gegnerischen Sturm deutlich steigern. Note: 6

Danilo Soares (r.) zeigte beim Wuppertaler SV einige Fehler und bekam daher für den Auftritt mit dem VfL Bochum eine schlechte Note in der Einzelkritik.

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 3 für Robert Tesche

Danilo Soares: Der Linksverteidiger hatte immer wieder Probleme in der Defensivarbeit. In der Offensive zwar mit Akzenten unterwegs, doch die Flanken blieben schwach und landeten fast alle im Toraus. Es ist gut, dass der Brasilianer jetzt mit Konstantinos Stafylidis einen Konkurrenten hat und sich nicht allzu viele schlechte Einzelkritiken erlauben kann, denn sonst droht die Bank. In Wuppertal fehlte der Neuzugang aber noch, wie zuvor angekündigt. Die einzig starke Aktion des Verteidigers: Er eroberte den Ball vor dem Treffer zum 1:1, der direkt zu Christopher Antwi-Adjei rollte. Mit dem neuen Linksaußen harmonierte Danilo Soares auch deutlich besser als mit Gerrit Holtmann. Dennoch bleibt für das DFB-Pokal-Spiel die Note: 5

Robert Tesche: Der Abräumer war mit Licht und Schatten unterwegs. Er ließ seinen Gegenspieler Semir Sasic vor dem 0:1 völlig aus den Augen und trottete nur locker hinterher. Dazu leistete er sich eine völlig unnötige Gelbe Karte in der 43. Minute, als er ausrutschte und danach seinen Gegenspieler am Boden foulte. In der 111. Minute erlöste der Mittelfeldspieler aber den VfL Bochum mit seinem Volleytor zum 2:1. 140 Ballkontakte, unter anderem fast 50 mehr als Mittelfeld-Kollege Anthony Losilla, zeugen davon, dass Robert Tesche der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Bundesligisten war. Note: 3

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 4 für Anthony Losilla

Anthony Losilla: Der Kapitän brachte kaum Ideen ins Spiel, ihm fehlte vor allem in der ersten Halbzeit komplett die Bindung. Immerhin: Die Zweikampfwerte mit 7:3 gewonnenen Zweikämpfen waren aber in Ordnung. Doch spielerisch muss von ihm mehr kommen, um sich künftig unter anderem gegenüber Eduard Löwen für die Startelf zu behaupten. Note: 4

Anthony Losilla (r.) bekam gegen den Wuppertaler SV keine gute Note, der Kapitän des VfL Bochum muss sich vor allem spielerisch steigern.

Elvis Rexhbecaj: Der Neuzugang zeigte sich sehr aktiv und war in einige Angriffe eingebunden. Erfolgreich waren die Aktionen jedoch nicht. Zwei Schussversuche in Halbzeit eins (31./40.), einer in der zweiten Hälfte (60.) – Elvis Rexhbecaj hatte kein Glück vor dem gegnerischen Tor. Ein ordentliches Debüt, wenngleich sich der Mittelfeldspieler aber auch einige Ballverluste im Spielaufbau leistete, was die Einzelkritik etwas schwächt. Nach 90 Minuten war dann Schluss. Note: 3,5

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 3 für Takuma Asano

Takuma Asano: Fast hätte der Offensivmann sein erstes Pflichtspieltor für den VfL Bochum erzielt, doch er traf nur die Latte aus acht Metern (60.). Wenn etwas in Halbzeit eins ging, dann über den Japaner, der auf der rechten Seite mehrfach seine Gegenspieler ausdribbelte. Doch seine Flanken waren harmlos, sein Torschuss in der 38. Minute auch. Im zweiten Durchgang war Takuma Asano weniger zu sehen, die meisten Angriffe gingen beim Bundesligisten über links statt über rechts. In der 70. Minute musste der Neuzugang Platz für Silvere Ganvoula machen. Note: 3

Gerrit Holtmann: War der Linksaußen in der ersten Halbzeit überhaupt auf dem Feld? 18 Ballkontakte zählt die Statistik. Seine Geschwindigkeit konnte der Linksaußen nicht einmal aufs Feld bringen. Er ging völlig unter und blieb nach 45 Minuten zurecht in der Kabine. Note: 6

Simon Zoller (m.) erzielte für den VfL Bochum den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer beim Wuppertaler SV.

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 2,5 für Simon Zoller

Simon Zoller: Der Stürmer hing zunächst völlig in der Luft und hatte in der ersten Halbzeit nur 15 Ballkontakte. Allerdings kam auch keine einzige Flanke auf ihn an. Bei der Hereingabe von Danilo Soares kam der Angreifer zu spät und stand zudem im Abseits (18.). Im zweiten Durchgang stand der 30-Jährige dann nach Pass von Christopher Antwi-Adjei goldrichtig und erzielte das 1:1. Nach der Einwechslung von Silvere Ganvoula wich Simon Zoller in Wuppertal vermehrt auf die Außenbahn aus, zeigte sich aber auch im offensiven Mittelfeld als Ballverteiler. Das klappte besser, wie auch seine Passquote mit 93 Prozent angekommener Pässe zeigt. Note: 2,5

Vasileios Lampropoulos: Das war eine starke Bewerbung für die Startelf in Wolfsburg. Im Gegensatz zu Armell Bella-Kotchap ließ der Grieche nichts anbrennen und rettete einige Male vor den heranstürmenden Wuppertalern. Die Zweikampfbilanz sagt alles für die Einzelkritik: 100 Prozent gewonnene Duelle. Note: 2

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Note 2,5 für Christopher Antwi-Adjei

Christopher Antwi-Adjei: Mit seiner Einwechslung nach 45 Minuten lag Trainer Thomas Reis goldrichtig. Fast jeder Angriff ging über den pfeilschnellen Linksaußen, der seinem Gegenspieler immer wieder auf gefühlt zwei Metern fünf Meter abnahm. Er bereitete den 1:1-Ausgleich durch Simon Zoller vor und hätte noch weitere Tore auflegen können, wenn die Pässe genauer gekommen wären. Gegenüber Gerrit Holtmann dürfte der 27-Jährige sich für im Kampf um einen Startplatz gegen Wolfsburg behaupten dürfen. Note: 2,5

Silvere Ganvoula: Er kam nach 73 Minuten rein und sollte wohl vor allem bei Flanken für Gefahr sorgen. Doch wirklich behaupten konnte sich der bullige Stürmer nicht. 19 Ballkontakte verbuchte der Angreifer, einen Torschuss allerdings nicht. Keine gute Einzelkritik für den Kongolesen. Note: 4,5

VfL Bochum: Einzelkritk gegen den Wuppertaler SV – Keine Note für Milos Pantovic

Milos Pantovic: Zur Verlängerung eingewechselt, doch im Abschluss fehlte das Glück. In der 101. Minute hätte er das 2:1 machen müssen, scheiterte jedoch aus vier Metern am Keeper nach einer Flanke. Fünf Minuten später wehrte der Torwart des Wuppertaler SV seinen Lupfer gerade so eben zur Ecke ab, aus der dann der Führungstreffer durch Robert Tesche resultierte. Keine Note

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