Kommentar

Trotz Sieg in Wuppertal: VfL Bochum steht vor drei offensichtlichen Probleme

Der VfL Bochum zittert sich in Wuppertal zum Sieg, jetzt steht die Bundesliga an. Der Klub von der Castroper Straße muss allerdings zuvor drei Probleme lösen, wie RUHR24-Redakteur Marcel Witte kommentiert.

Bochum/Wuppertal – Mit einem 2:1-Erfolg über den Wuppertaler SV steht der VfL Bochum in der zweiten Runde des DFB-Pokals. So weit, so gut. Dass sich ein Bundesligist gegen einen Regionalligisten zum Pflichtspiel-Auftakt durchaus schwertun kann, kann passieren – sollte es aber natürlich nicht. Doch die Pleite zeigt auf, was dem Aufsteiger womöglich Probleme bereiten könnte.

VereinVfL Bochum
TrainerThomas Reis
StadionVonovia Ruhrstadion
OrtBochum

VfL Bochum: Sieg in Wuppertal – Grenzen ohne Leistung und Einsatzwillen schnell klar

Die Vorbereitung des VfL Bochum lief bereits durchwachsen. Ergebnisse zählen nicht immer, zumal die Blau-Weißen auch bei den Niederlagen gegen Vitesse Arnheim (1:2) und den FC Utrecht (0:2) nicht hoffnungslos unterlegen waren. Aber: Bei Pflichtspielen sieht das dann anders aus. Punkte sind Pflicht.

Der Pflichtspielstart fiel ernüchternd aus, wenngleich am Ende ein Sieg zu Buche stand. Doch mit der Leistung in Wuppertal wird der VfL Bochum im Bundesliga-Geschäft nicht bestehen können. Gegner wie der kommende Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg könnten dem Aufsteiger schnell die Grenzen aufsteigen, wenn Leistung und Einsatzwillen nicht stimmen.

VfL Bochum zahlt Lehrgeld: Defensive Leistung in Wuppertal nicht Bundesliga-tauglich

Selbst ein Regionalligist macht dem VfL dann Probleme. Bis auf Maxim Leitsch war die Abwehr der Bochumer im ersten Durchgang des DFB-Pokals überhaupt nicht auf der Höhe. Armel Bella Kotchap zahlte viel Lehrgeld, wie auch die Einzelkritik zum VfL Bochum gegen den Wuppertaler SV zeigt.

Spieler wie Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg nutzen Fehler eiskalt aus. Stürmer Simon Zoller prognostizierte gegenüber der ARD bereits nach dem DFB-Pokal-Spiel: „Uns erwarten andere Spiele als hier, defensiver wahrscheinlich.“ Gerät der VfL Bochum in der Bundesliga einmal in Rückstand, könnte ein Problem zum Tragen kommen.

Der VfL Bochum um Elvis Rexhbecaj gewann in Wuppertal, muss aber dringend drei Probleme lösen.

VfL Bochum ohne Spielidee: Christopher Antwi-Adjei reicht in der Bundesliga die Geschwindigkeit alleine nicht

Im Mittelfeld spulte Robert Tesche Meter um Meter ab und war Dreh- und Angelpunkt im Spiel. Anthony Losilla konnte jedoch nicht mit Spielwitz glänzen, Elvis Rexhbecaj war bemüht, aber glücklos. Die spielerische Komponente aus dem Zentrum fehlte dem VfL Bochum völlig. Immerhin: Über die Außenbahnen lief es besser, wenngleich viele Flanken ihr Ziel nicht fanden.

Doch wie möchte der VfL Bochum die Top-Teams der Liga knacken, wenn die Ideen im Spielaufbau fehlen? So einfach wie gegen Wuppertal dürfte es Christopher Antwi-Adjei trotz seiner Geschwindigkeit gegen die Bundesliga-Verteidiger nicht haben. Thomas Reis muss mit seiner Mannschaft an einem Plan arbeiten, um sich Chancen herauszuspielen.

VfL Bochum: Chancenverwertung muss in der Bundesliga dringend besser werden

Doch auch dann lauert noch eine Gefahr: die Chancenverwertung. Die war auch in Wuppertal fahrlässig, wie etwa der Lattenknaller von Takuma Asano aus acht Metern sowie die vergebene Möglichkeit von Milos Pantovic aus noch kürzerer Distanz zeigen. So viele Chancen wird der Aufsteiger in der Bundesliga wohl nicht bekommen.

Christopher Antwi-Adjei überzeugt beim VfL Bochum mit Schnelligkeit, strahlt aber bislang noch wenig Torgefahr aus.

Defensive Stabilität, ein guter Spielaufbau und eine bessere Chancenverwertung: drei Punkte, die Thomas Reis mit seinem Team angehen muss. Nach dem Auftakt in Wolfsburg warten mit dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Köln zwei Gegner, die eher auf Augenhöhe zu sehen sein könnten.

VfL Bochum: Vier Spieler drängen in die Startelf für den Bundesliga-Auftakt

Zumindest dürfte Thomas Reis in Wuppertal auch gesehen haben, dass seine Aufstellung noch nicht optimal ist. Vasileios Lampropoulos bewarb sich für weitere Einsätze, Christopher Antwi-Adjei auch, obwohl die Torgefahr bei ihm fehlte. Mit Eduard Löwen und Konstantinos Stafylidis warten zudem zwei Neuzugänge darauf, mit dem VfL Bochum loslegen zu können.

Noch hat der VfL Bochum Zeit, doch in Wolfsburg muss sich dann einiges verbessern. Von einem erfolgreichen Bundesliga-Auftakt könnte der Aufsteiger noch lange zehren. Gelingt eine Verbesserung in den drei Punkten, ist das möglich. Der VfL Wolfsburg verlor fünf seiner sechs Vorbereitungsspiele. Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Dennis Ewert/RHR-FOTO

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