2. Liga

Terodde stellt Tor-Rekord ein - St. Pauli spitze

Simon Terodde
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Simon Terodde hat mit seinem 153. Tor den Torrekord der 2. Liga von Dieter Schatzschneider eingestellt.

Zweitliga-Top-Torjäger Simon Terodde trifft für Schalke auch gegen Ingolstadt und steht nun vorübergehend auf einer Stufe mit Dieter Schatzschneider. In dessen Heimat Hannover kann Terodde in zwei Wochen vorbei ziehen. Neuer Tabellenführer ist der FC St. Pauli.

Gelsenkirchen - Dieter Schatzschneider hat seinen Uralt-Rekord nicht mehr für sich allein. Am Sonntag schloss Schalkes Simon Terodde mit seinem 153. Tor in der 2. Fußball-Bundesliga zum Vereins-Idol von Hannover 96 auf.

Dass der FC Schalke 04 mit Teroddes elftem Saisontor im neunten Spiel den FC Ingolstadt 3:0 (1:0) besiegte, geriet dabei ebenso wie das misslungene Trainerdebüt von André Schubert bei den Gästen fast zur Nebensache.

„Hätte man mich vorher gefragt, hätte ich gesagt: Das hätte ich mir so gewünscht. Heute sind alle zufrieden, und ich natürlich besonders“, sagte Terodde bei Sky überglücklich.

Terodde und Schatzschneider gleichauf

Sein Treffer zum Endstand in der 77. Minute wurde minutenlang von den gut 26.000 Zuschauern honoriert. Nach dem Spiel standen die Mitspieler für Terodde Spalier und ließen ihn hochleben. „Man merkt wie sehr die Jungs sich freuen, es macht riesigen Spaß“, sagte der Rekordjäger. Der inzwischen 63 Jahre alte Schatzschneider hatte die Marke von 153 Treffern 1987 erreicht und seine Tore für Hannover und Fortuna Köln im Bundesliga-Unterhaus geschossen. Via Sky schickte der langjährige alleinige Rekordhalter eine Botschaft: „Ich gratuliere dir von ganzem Herzen.“ Ausgerechnet in Hannover kann Terodde Schatzschneider in zwei Wochen nun übertreffen.

Die Schalker Mannschaft feiert Marius Bülter (3.v.r), den Torschützen zum 1:0.

„Ich will natürlich so weiter machen“, kündigte Terodde an, der seit Jahren Torgarant in der zweiten Liga ist. Dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln verhalf der 33-Jährige bereits zum Aufstieg. „Ich hoffe, wir können so eine Geschichte hier auch schreiben“, sagte der Goalgetter. Schalke rückte am Sonntag trotz lange enttäuschender Leistung weiter an die Tabellenspitze heran und ist mit nun 16 Punkten Tabellenvierter. Vor Terodde hatten bereits Marius Bülter (25.) und Mehmet Aydin (65.) für den Absteiger getroffen.

St. Pauli grüßt von der Spitze

Neuer Tabellenführer ist der FC St. Pauli. Das Team von Trainer Timo Schultz zog durch das 3:0 (1:0) gegen Aufsteiger Dynamo Dresden am bisherigen Spitzenreiter Jahn Regensburg vorbei. Der Jahn hatte bereits am Samstag 2:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC gespielt. Christopher Buchtmann schoss St. Pauli am Sonntag bereits in der ersten Minute in Führung. Guido Burgstaller per Foulelfmeter (73.) und Marcel Beifus (90.+3) erhöhten zum verdienten Sieg. Dadurch stehen die Hamburger erstmals seit gut drei Jahren wieder an der Tabellenspitze der zweiten Liga. „Wir sind überglücklich“, sagte Torschütze Buchtmann und befand zur aktuellen Situation: „Es ist einiges möglich, aber wir müssen natürlich dran bleiben.“

Ein 6:1 (2:1)-Schützenfest feierte der SV Darmstadt beim SV Sandhausen. Bereits am Samstag hatte sich Regensburg ein 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen den Karlsruher SC erkämpft und damit immerhin Platz zwei gesichert. „Eine große Qualität unserer Mannschaft ist es, dass wir nie aufstecken und immer weiter nach vorne spielen. Auch die Fans haben uns nach vorne getragen“, resümierte Kapitän Benedikt Gimber, der in einer leidenschaftlichen zweiten Hälfte den Ausgleich erzielte. Ähnlich kampfstark präsentierte sich der SC Paderborn, der Fortuna Düsseldorf auswärts in einem hochklassigen Zweitliga-Spiel 3:2 (1:1) niederrang und nun auf Rang drei steht.

Karlsruhes Fabio Kaufmann (l) versucht den Ball vor Regensburgs Benedikt Gimber zu behaupten.

Nach neun Spieltagen sieht die Tabellenspitze mit St. Pauli (19 Punkte), Regensburg (18) und Paderborn (17) somit ungewöhnlich aus. Schalke lauert dank der Terodde-Tore unmittelbar dahinter, doch die vermeintlichen Top-Favoriten HSV und Werder Bremen folgen mit nur 14 Zählern erst im Mittelfeld. dpa