Coronavirus-Pandemie

Rückkehr der Fans in die Stadien? - Seehofer macht Hoffnung

Macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Stadien: Bundesinnenminister Horst Seehofer. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
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Macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Stadien: Bundesinnenminister Horst Seehofer. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Wann können die Fußballfans in die Stadien zurück? Die Verantwortlichen sind sich uneins - dabei scheint der Aufenthalt in den Stadien selbst noch eines der geringeren Probleme zu sein. Auf europäischer Ebene ist die Lage vorerst klar.

Berlin (dpa) - In der Frage der Rückkehr von Fans in die Fußballstadien herrscht weiter Uneinigkeit.

Während Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die DFB-Pläne für ein Länderspiel mit Zuschauern Anfang September in Stuttgart kritisch sieht, macht Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) den Fans Hoffnung. "Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann - wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt", sagte der in der Regierung für den Sport zuständige CSU-Politiker dem "Münchner Merkur".

Seehofer vertraut dabei auf die Liga und den Verband. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auf die DFL und den DFB Verlass ist", sagte er. "Im Herbst könnte das wieder anlaufen. Natürlich nicht mit einer ausverkauften Arena, aber man kann sich Schritt für Schritt steigern. Das Virus schlägt dort zu, wo die Regeln nicht eingehalten werden."

DFB-Präsident Fritz Keller möchte mit einer möglichen Rückkehr der Fans in die Stadien eine Signalwirkung für die Gesellschaft erzielen. "Unser Hygienekonzept für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Profifußball ist nicht nur vollständig aufgegangen – es hat Kindergärten, Unternehmen und anderen Sportarten als Blaupause gedient. Das wollen wir nun bei der Rückkehr von Fans wiederholen, denn Kulturbetriebe sind noch stärker von Publikum abhängig als der Fußball", wurde Keller auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes zitiert.

Keller betonte dabei, dass der vollständige Zuschauerausschluss nicht länger anhalten dürfe. Es gehe bei der schrittweisen Öffnung von Stadien und Sportplätzen nicht um flächendeckende Präventivtests, sondern um eine Vielzahl anderer effektiver Schutzmaßnahmen. "Denn diese müssen für die Vereine in Abstimmung mit ihren lokalen Behörden auch finanzier- und umsetzbar sein", sagte Keller.

Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen der Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können. Für die Pläne des DFB, mithilfe von massenhaften Präventivtests beim Fußball-Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zuzulassen, hegt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann jedoch gemischte Gefühle.

Ihm liege noch kein Konzept vor, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Große Stadien an sich seien erstmal nicht das Problem. Es gebe ja auch Regelungen etwa für Messen. Da wäre mit einer begrenzten Anzahl von Besuchern sicher was möglich, sagte er. "Das Problem liegt wohl vielmehr bei den geballten Zu- und Abgängen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, das wird extrem schwierig zu regeln sein."

Auf europäischer Ebene ist die Sachlage hingegen klar: "Bis auf weiteres werden keine Zuschauer zugelassen. Wir werden keine Risiken eingehen", sagte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin im Gespräch mit Uefa Direct. Die verbleibenden Spiele in der Champions League und der Europa League werden im August ausgetragen. Bei den Finalturnieren der beiden Wettbewerbe in Lissabon und Nordrhein-Westfalen wird vor leeren Rängen gespielt.

© dpa-infocom, dpa:200721-99-867873/4

Leitfaden von DFL und DFB für Rückkehr von Zuschauern

Ceferin-Aussagen

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