Sancho trifft dreifach

Signal an den FC Bayern: BVB feiert irres Torfestival - Fan-Liebling beendet Ewig-Flaute

Borussia Dortmund feiert gegen den SC Paderborn ein irres Torfestival in Halbzeit zwei. Hat das Signal-Wirkung an den FC Bayern? 

  • Borussia Dortmund war zu Gast beim SC Paderborn.
  • Einer Nullnummer zur Pause folgte ein Sieben-Tore-Festival in Halbzeit zwei
  • BVB-Urgestein Marcel Schmelzer beendete eine jahrelange Flaute.

Paderborn - Borussia Dortmund startete gegen den SC Paderborn nicht gerade fulminant. Die ersten 15 Minuten in der Benteler-Arena* gingen sogar eher an die Gastgeber aus Westfalen und bis zur Pause konnte der Underdog auch immerhin das 0:0 halten. 

Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff sollte dann aber eine der aufregendsten Spielhälften der Bundesliga-Geschichte* ihren Lauf beginnen. Mit einem Doppelschlag in der 54. und 57. Minute stellten erst Hazard und Sancho auf 2:0 aus Dortmunder Sicht. 

Dortmund schockt Paderborn mit Doppelschlag: Sancho nutzt Jubel für besondere Geste

Besondere Aufmerksamkeit erregte Jadon Sancho schon jetzt. Seinen Jubel nutzte er, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Wie schon Weston McKennie und Marcus Thuram solidarisiert er sich mit dem getöteten Afroamerikaner George Floyd.

Jadon Sancho nutzt seinen Jubel nach dem Treffer zum 2:0 führt ein Zeichen gegen Rassismus.

 

Paderborn schüttelte sich nach den zwei Gegentreffern und kam eine Viertelstunde später durch Abwehrrecke Uwe Hünemeier zum Anschluss. Allerdings dämpfte wieder Sancho die Hoffnung ganz schnell. Nur zwei Minuten nach dem SCP-Treffer stellte der britische Youngster den alten Abstand wieder her. 

Vier Treffer in einer einzigen Halbzeit, schon darüber dürften sich die meisten Zuschauer sehr gefreut haben. Aber der BVB machte weiter und ballerte sich beinahe in die Geschichtsbücher. Und das ohne Goalgetter Erling Haaland.

Sieben Tore in einer Halbzeit: Dortmund verpasst Rekordmarke nur knapp

In den Schlussminuten machten Hakimi (85.), Schmelzer (89.) und erneut Sancho (91.) eine Packung aus dem Sieg. 6:1! Mit sieben Toren in 45 Minuten schrammen sie mit diesem Ergebnis knapp an einer Rekordmarke vorbei. Acht Treffer fielen bislang in nur zehn Partien der Bundesliga*. Neun- und zehnmal schepperte es je nur einmal. Für den BVB reichte es aber immerhin für einen anderen Vereinsrekord. Nie hatte man nach 29 Spieltagen mehr Tore auf dem Konto.

Bundesliga: Für BVB-Urgestein Marcel Schmelzer wird‘s beinahe historisch 

Beinahe historisch wurde das Spiel für den langjährigen BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. Denkwürdig ist aber wohl auf jeden Fall für ihn. Der scheinbar ausgemusterte Außenverteidiger netzte zum ersten Mal seit über sechs Jahren

Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer: Hier jubeln 25 Jahre BVB gemeinsam - Schmelzer beendete seine jahrelange Torflaute. 

Seit seinem direkten Freistoß-Tor in der Saison 2013/14 gegen den 1. FC Nürnberg hatte Schmelzer nicht mehr getroffen. Diese jahrelange Flaute sind jetzt beendet. Sein letzter Treffer aus dem Spiel heraus ist sogar noch zwei Jahre länger her. 2011/12 traf er gegen den 1. FC Köln. Bundesliga-Dauerbrenner Dennis Diekmeier schoss übrigens vergangenes Wochenende sein allererste Profi-Tor - nach fast 300 Spielen.

Borussia Dortmund: Diskussion um Lucien Favre nach Gala beendet? Im Titelkampf ändert sich nichts

Und auch Lucien Favre darf sich freuen. Die Diskussionen um seine Person dürften sich nach dieser Tor-Gala zumindest für heute eingestellt haben. Doch was bedeutet sie für das Restprogramm*? Ist sie auch ein Signal im Bundesliga-Titelkampf*?

Sechs Tore und eine fulminante Halbzeit bringen aber eben auch „nur“ drei Punkte. Nachdem der FC Bayern gegen Düsseldorf* bereits ordentlich vorgelegt hatte, ändert sich am deutlichen Tabellen-Bild natürlich nichts. Die Münchner* können sich nach wie vor über ihren komfortablen Vorsprung freuen. Außerdem frisierte der deutsche Rekordmeister* seine Tordifferenz mit dem 5:0 ganz genau so stark, wie der BVB mit seinem 6:1.

Ein Schwarz-Gelber wird sich derweil ohnehin nicht unbeschwert freuen können. Der nicht zu beneidende Mario Götze saß wieder einmal über die volle Spielzeit auf der Bank. Wie wird es für ihn wohl nach dem Abschied von Borussia Dortmund weitergehen?

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