Tönnies-Entscheidung durch Ehrenrat +++ Ultras GE mit scharfer Kritik

Schalke-Ultras GE kritisieren die Entscheidung des Ehrenrates und die Aussagen von Clemens Tönnies scharf. Foto: Peter Steffen/dpa
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Schalke-Ultras GE kritisieren die Entscheidung des Ehrenrates und die Aussagen von Clemens Tönnies scharf. Foto: Peter Steffen/dpa

Die Ultras GE haben eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie kritisieren den Ehrenrat und die Aussaegn von Clemens Tönnies (63). Hier mehr lesen.

Beim Tag des Handwerks hat Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies (63) mit einer rassistischen Aussage für Empörung gesorgt. Benedikt Höwedes (31) richtet daraufhin einen Appell an alle Schalke-Fans.

  • Clemens Tönnies steht nach einer rassistischen Aussage in der Kritik.
  • Der Aufsichtsratsvorsitzende wird sein Amt für drei Monate ruhen lassen.
  • Die Ultras GE kritisieren diese Entscheidung in einer Stellungnahme scharf.

Update, Donnerstag (29. August), 16.00 Uhr: Mittlerweile hat sich auch die Ethik-Kommission des DFB beraten. Nachdem die Entscheidung zunächst vertagt wurde, erklärte das Gremium heute: Es wird kein Verfahren gegen Clemens Tönnies geben.

Update, Samstag (10. August), 18.17 Uhr: Beim DFB-Pokalspiel von Schalke protestierten die Fans zusätzlich noch mit einer Choreographie und zeigten - wortwörtlich - die rote Karte.

Update, Samstag (10. August), 13.21 Uhr: Jetzt meldet sich auch Nelson Müller zu Wort. Nelson Müller, der im Juni mit einem Burger-Check im ZDF zu sehen sein wird, meint, es sei gut, dass die Aussagen von Tönnies so gefallen seien. Das lege das Gedankengut vieler Menschen offen.

Update, Donnerstag (8. August), 09.27 Uhr: Die Ultras GE haben nun eine Stellungnahme auf der gruppeneigenen Webseite veröffentlicht. Darin kritisieren sie die Entscheidung des Schalke-Ehrenrats und die rassistischen Aussagen von Clemens Tönnies scharf. Das Ergebnis sei "in keiner Art und Weise akzeptabel" und beschädige "das Image unseres Vereins nachhaltig" (so äußert sich Clemens Tönnies zu seinem Verhältnis mit den Ultras des FC Schalke 04).

Update, Mittwoch (7. August), 18.53 Uhr: Der ehemalige S04-Kapitän Höwedes hat die Aussagen von Tönnies, der nach dem Rassismus-Eklat von Kevin-Prince Boateng (32) scharf kritisiert wurde, kommentiert. "Ich bin sprachlos, dass so etwas in unserem Land passiert", sagte der 31-Jährige gegenüber t-online.de.

Höwedes, der aktuell bei Lokomotive Moskau unter Vertrag steht, weiter: "Wir sind alle gefordert, dass wir den schleichenden Alltagsrassismus im Keim bekämpfen und uns klar und deutlich gegen jede Art von Rassendiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit positionieren."

Tönnies lässt Ämter ruhen - aber nur für drei Monate

Update, Dienstag (6. August), 23.23 Uhr: Wie der offizielle Twitter-Account vom FC Schalke 04 um 23 Uhr mitteilte, wird Clemens Tönnies, der wohl für einen Rücktritt im Ehrenrat von Schalke gesorgt hat, vorerst seine Ämter beim S04 ruhen lassen.

Das Gremium des Ehrenrates kam nach mehrstündiger Sitzung zu dem Ergebnis, dass der Vorwurf des Rassismus unbegründet sei.

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Dennoch habe Tönnies gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen. Den Verstoß habe er in der Sitzung eingeräumt.

Tönnies wird das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrat für drei Monate ruhen lassen. Danach will er die Tätigkeit wieder aufnehmen. Durch die Entscheidung wurde er bereits zur Zielscheibe von Comedian und Hannover96-Fan Oliver Pocher.

Update: Dienstag (6. August), 11.24 Uhr: Der S04-Ehrenrat, der aus fünf Mitgliedern besteht, befasst sich am heutigen Dienstag mit den Aussagen von Tönnies. Dazu werden mehrere Ex-Schalker befragt.

Update: Dienstag (6. August), 09.46 Uhr: Der frühere Wolfsburg-Profi Pablo Thiam (45) hat sich gegenüber der Welt zu der verbalen Entgleisung von Tönnies geäußert. "Er sollte es nicht bei allgemeinen Floskeln belassen, sondern sich bei denen entschuldigen, die er durch seine Aussagen beleidigt hat", so der aus Guinea stammende Thiam.

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Zudem kritisiert der 45-Jährige das fehlende Verantwortungsbewusstsein des S04-Aufsichtsratsvorsitzenden. "Wir haben doch sowieso schon eine recht explosive Stimmung im Land, und da sollte ein Mensch wie Clemens Tönnies, der in so einer verantwortungsvollen Position ist, sich doch vorher überlegen, was er sagt."

Asamoah: Tönnies-Aussagen haben mich verletzt

Update: Montag (5. August), 08.31 Uhr: Seitens des Vereins kam bisher wenig Reaktion zu der rassistischen Entgleisung von Clemens Tönnies. Nun äußerte sich jedoch Gerald Asamoah (40) via Instagram und verurteilte die Worte. "Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt", machte der gebürtige Ghanaer in seiner Erklärung deutlich. Ganz so deutlich sah er es mit Blick auf das Sportliche nicht: Asamoah war nicht sicher - wie viele Fans von S04 und BVB -, ob das Handspiel von Hazard im Derby einen Elfmeter verdient hätte.

Update: Sonntag (4. August), 15.58 Uhr: Nun gibt es auch immer mehr Gegenwind aus der Politik für Clemens Tönnies. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). "Wer dumpfen Rassismus verbreitet, stellt sich gegen hunderttausende Fußballfans", sagte Lambrecht gegenüber der Funke Mediengruppe.

Tönnies wird Thema bei der DFB-Ethikkommission

Auch die die DFB-Ethikkommission soll nun aktiv werden. Das erklärte der Vorsitzende der Kommission Nikolaus Schneider gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Am 15. August wird das Gremium zusammenkommen und auch die Causa Tönnies behandeln.

Update: Sonntag (4. August), 13.04 Uhr: Der Ehrenrat von Schalke, das eine erschütternde E-Mail mit Verweis auf einen Rassismus-Vorfall erhielt, soll sich am kommenden Dienstag (6. August) über die Aussagen von Clemens Tönnies beraten. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird selbst anwesend sein, um Stellung zu beziehen. Das berichtet Dirk große Schlarmann auf Twitter.

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Update: Sonntag (4. August), 8.47 Uhr: Im Rahmen des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem BVB äußerte sich auch DFB-Präsident Reinhard Rauball (72) zur Causa Tönnies. Er forderte Konsequenzen für den Aufsichtsratsvorsitzenden.

Erstmeldung: Samstag (3. August), 9.47 Uhr: Im Kampf gegen den Klimawandel hält der S04-Boss es für eine gute Idee, jährlich 20 Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Mit dieser Aussage hat Tönnies, der zuletzt weitere Transfers bei Schalke ankündigte, beim Tag des Handwerks für Kopfschütteln gesorgt. Das mediale Echo spricht eine deutliche Sprache.

Tönnies erntet viel Kritik für Afrika-Aussage

"Die Aussagen von Tönnies zeigen ein Weltbild, dass an die Kolonialzeit erinnert. Es sind rassistische Bemerkungen, die in keinster Weise mit dem Leitbild des S04 vereinbar sind", äußert sich der frühere Schalke-Profi Hans Sarpei (43) auf Twitter.

Der gebürtige Ghanaer schickt zugleich eine konkrete Forderung hinterher. "Als Mitglied wünsche ich mir, dass der Ehrenrat klar Position bezieht und über Konsequenzen berät."

Schalke-Ehrenrat befasst sich mit den Aussagen

So wird es auch kommen. Der Verein kündigte an, dass sich der Ehrenrat in seiner nächsten Sitzung in der kommenden Woche mit den Aussagen befassen wird. Tönnies habe zudem signalisiert, sich in der Sitzung zu dem Vorgang zu äußern. DFB-Präsident Reinhard Rauball (72) forderte indes Konsequenzen.

Welche Konsequenzen die Äußerungen für den 63-Jährigen haben werden, ist unklar. Die Rufe nach einem Rücktritt des nicht unumstrittenen Aufsichtsratsvorsitzenden unter den S04-Fans werden lauter. Dabei wurde Tönnies erst im Juni bei der Mitgliederversammlung eindeutig wiedergewählt.

Schneider und Wagner akzeptieren die Entschuldigung

S04-Sportvorstand Jochen Schneider (47), der Eintracht Frankfurt als Vorbild nehmen will, hat unmittelbar nach dem Testspiel-Sieg gegen Alanyaspor (2:0) Stellung bezogen. "Unsere Gesellschaft funktioniert so, dass sich ein Mensch entschuldigen kann und es danach weitergeht. In Deutschland haben wir derzeit größere Probleme, um die man sich kümmern muss."

Ähnlich sieht es auch Trainer David Wagner (47), den Chris Löwe (30) für einen großartigen Menschen hält. "Die Äußerungen waren nicht in Ordnung (...) Ich für meinen Teil nehme Entschuldigungen an, weil ich sehe, dass Menschen einen Fehler gemacht haben und das war in dem Fall genauso."

Tönnies: "Ich bin über mich selbst bestürzt"

Tönnies, dem sein Neffe Robert (41) Größenwahn vorwirft, selbst hat im Interview mit Funke erneut Stellung zu seinen rassistischen Äußerungen bezogen. "Ich bin über mich selbst bestürzt, dass mir so etwas passieren konnte. Da hilft kein drum herum reden, da hilft auch keine Verschlimmbesserung, es war schlicht töricht."

Über die Verhandlungen mit Clemens Tönnies im Zuge des Rassismus-Skandals hat nun auch Ex-Ehrenrat-Mitglied von Schalke 04 ausgepackt. Kornelia Toporzysek beschuldigt einen Richter-Kollegen den Aufsichtsratsvorsitzenden verteidigt und sie selbst attackiert zu haben. Außerdem findet sie, Clemens Tönnies sei in seiner Position nicht mehr tragbar.